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SED-Opferbeauftragte: Die Kandidatin überzeugt nicht

  • Die 59-jährige Evelyn Zupke soll Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur werden.
  • Doch ob sie die nötigen Voraussetzungen mitbringt, ist fraglich.
  • Der Vorschlag gehorcht eher parteipolitischer Opportunität, kommentiert Markus Decker.
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Die Beteiligten hatten sich monatelang ineinander verhakt. Anfangs hieß es, man werde im Januar einen Vorschlag machen, dann im März. Zuletzt sah es so aus, als werde es der Großen Koalition vor Schließung der Stasiunterlagenbehörde gar nicht mehr gelingen, eine Beauftragte für die Opfer der SED-Diktatur zu benennen, die für die Öffentlichkeit eine Art Nachfolgerin des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen, Roland Jahn, werden soll. Knapp zwei Wochen vor Toresschluss ist es nun geschafft. Doch der Name Evelyn Zupke überzeugt nicht.

Zupke hat nie mit DDR-Opfern gearbeitet, kennt den politischen Betrieb nicht

Die 59-Jährige zählt zwar fraglos zur DDR-Opposition. Auch hat sie Erfahrung im Umgang mit Schwachen und gilt als empathisch. Allerdings hat Zupke nie wirklich mit DDR-Opfern gearbeitet. Auch kennt sie den politischen Betrieb nicht, obwohl zu ihrer neuen Jobbeschreibung gehört, dort im Zweifel etwas für ihr künftiges Klientel herauszuschlagen. Und schließlich ist die Frau total unbekannt. All das, was sie als Opferbeauftragte braucht, wird sich Zupke erst erarbeiten müssen.

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Dabei hätte es naheliegende Alternativen gegeben. Den Vorsitzenden des DDR-Opferverbandes UOKG, Dieter Dombrowski, zum Beispiel oder die mit der Opferarbeit vertraute Dissidentin Petra Morawe. Dombrowski war freilich in seiner Partei, der CDU, in Ungnade gefallen, weil er den Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, ablösen half. Morawe war ein Vorschlag von außen und deshalb nicht gewollt. Weil Union und SPD der Kandidaten- und Kandidatinnenvorschlag der jeweils anderen Seite nicht behagte, einigte man sich lieber auf diese Dritte.

Mag sein, dass Evelyn Zupke sich am Ende bewährt. Man kann das den Betroffenen nur wünschen. Aber ihre Nominierung schmückt niemanden.

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