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EKD-Ratsvorsitzende Kurschus warnt vor Alarmismus in Pandemie: Das schürt Angst

  • EKD-Ratsvorsitzende Annette Kurschus warnt davor, eine Spaltung der Gesellschaft herbeizureden.
  • Angesichts aggressiver werdender Corona-Proteste mahnt sie Achtung vor Andersdenkenden an.
  • Die Kirchen haben hierbei eine besondere Aufgabe und Chance.
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Berlin. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sieht angesichts zunehmender Aggressionen und Proteste gegen Pandemie­maßnahmen keine gesellschaftliche Spaltung.

„Wir sollten eine Spaltung der Gesellschaft nicht herbeireden“, sagte Annette Kurschus dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND). „Es sind in Wirklichkeit kleine – aber lautstarke – Minderheiten, die für sich beanspruchen, eine ganze Gesellschaft zu spalten.“

Kurschus wirbt für Gespräche und sachliche Aufklärung. „In dieser fragilen und emotional aufgeheizten Situation halte ich es für besonders wichtig, Vertrauen zu schaffen – etwa durch Information, Aufklärung, Gespräche. Da haben auch wir Kirchen eine besondere Aufgabe und Chance“, sagte die Ratsvorsitzende.

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Teilweise gewaltsam: Zehntausende protestieren gegen Corona-Maßnahmen
0:53 min
In zahlreichen deutschen Städten sind am Montag Zehntausende Menschen gegen Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straße gegangen.  © dpa

Dabei ginge es darum, Veränderungen und Konflikte wahrzunehmen, ernst zu nehmen und darauf zu reagieren. „Wir brauchen aus meiner Sicht klare, realistische Ansagen und weniger Alarmismus, der verhindern soll, dass wir leichtsinnig und nachlässig werden. Alarmismus schürt Angst und macht schlechte Stimmung“, sagte Kurschus.

Hilfreicher sei dagegen, Ziele zu setzen und plausible Szenarien aufzuzeigen, wie diese Ziele gemeinsam erreicht werden könnten. „Alle sollten wissen: Wenn sich alle miteinander besonnen und umsichtig verhalten, werden wir die Pandemie bestehen.“

Kurschus: „Wir brauchen klare Haltungen – und zugleich die spürbare Achtung vor denen, die anders denken. Das weicht die eigene Haltung nicht auf, hält sie aber nicht für das einzig richtige Denken. Niemand hat die Wahrheit gepachtet – wir alle versuchen nach bestem Wissen und Gewissen, Verantwortung zu übernehmen.“

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Kurschus fügte hinzu, die meisten Menschen seien erschöpft und müde. „Auch ich selbst reagiere bisweilen nervös und gereizt; die Tonlage verändert sich“, sagte sie dem RND. Diese Situation sei nicht zu unterschätzen, die Menschen bräuchten „zurzeit viel feines Gespür“ füreinander.

Das gesamte Interview mit EKD-Ratschefin Annette Kurschus können Sie ab Montag auf RND.de lesen

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