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Alle Evakuierungsflüge beendet: große Verzweiflung bei Deutschen in Afghanistan

  • Am Donnerstagabend hat Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer das Ende der Evakuierungsflüge aus Kabul erklärt.
  • Doch noch immer befinden sich viele Deutsche in Afghanistan.
  • Die Unsicherheit ist groß, die Verzweiflung und die Angst wachsen.
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Kabul. Die Bundeswehr hat in den letzten Tagen rund 530 Deutsche aus Kabul ausgeflogen, zudem mehr als 4300 afghanische Ortskräfte. Am Donnerstagabend hat Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die Luftbrücke der Bundeswehr in Kabul für beendet erklärt. Ein Schock für viele Deutsche, die noch immer in Afghanistan festsitzen.

Gegen Mittag war eine fünfköpfige Familie aus Essen in Kabul aufgebrochen, um sich auf den Weg zum Flughafen zu machen. Mit dabei auch ein fünf Monate alter Säugling. Die Eltern hatten gelesen, dass die Bundeswehr die letzten Evakuierungsflieger am Donnerstag starten wird. Eine Benachrichtigung des Auswärtigen Amtes haben sie nach eigenen Aussagen nicht erhalten. Auf gut Glück und in der Hoffnung auf eine letzte Rettung aus Kabul waren sie zum Flughafen gefahren. Dann sahen sie die erste Explosion und kehrten sofort um.

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Noch immer Deutsche in Afghanistan

„Sie sind unverletzt, aber verzweifelt“, sagt der Essener CDU-Abgeordnete Matthias Hauer im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Hauer steht in Kontakt mit der Familie aus seinem Wahlkreis, hatte am Donnerstag auch mit ihnen telefoniert. Warum die Familie nicht vom Auswärtigen Amt informiert wurde, obwohl sie auf den entsprechenden Listen steht, ist auch für den CDU-Abgeordneten ein Rätsel. „Wir müssen alles tun, um die Menschen so schnell wie möglich rauszuholen“, sagte Hauer dem RND.

Derzeit befinden sich noch rund 300 Deutsche nach RND-Informationen in Afghanistan, die bisher nicht über Kabul ausgeflogen werden konnten.

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Auswärtiges Amt hofft auf Ausreise für Deutsche

Das Auswärtige Amt hofft, dass Deutsche über den Landweg oder den zivilen Betrieb des Flughafens bald ausreisen könnten. „Erste Äußerungen der Taliban uns gegenüber deuten darauf hin, dass die individuelle Ausreise aus Afghanistan für Inhaber ausländischer Pässe und Afghaninnen und Afghanen mit gültigen Ausweispapieren möglich sein könnte“, heißt es in einem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten, das dem RND vorliegt. Viele von ihnen hatten sich in den letzten Wochen bemüht, Menschen aus ihrem Wahlkreis aus Kabul an die Notfallstelle des Auswärtigen Amts zu vermitteln.

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Außenminister Maas wird laut dem Schreiben in den kommenden Tagen in die Region reisen, um über diese Fragen mit seinen Kollegen in Tadschikistan, Usbekistan und Pakistan zu sprechen.

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