Europol schlägt Alarm: Mehr Verbrechen durch Corona-Krise

  • Die europäische Polizeibehörde Europol registriert einen starken Anstieg von Kriminalität im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise.
  • Die Warnung: Betrüger und andere Verbrecher passen sich der neuen Realität schnell an.
  • Die Europol-Chefin sagt: "Betrüger beuten Ängste und Sorgen von Opfern während der Krise aus.“
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Brüssel. Europol schlägt Alarm: Die Zahl der Verbrechen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie sei seit Anbruch der Krise stark gestiegen. In einem am Freitag veröffentlichten Report warnt die europäische Polizeibehörde in Den Haag vor allem vor Banden, die gefälschte Schutzausrüstungen und Medikamente verkaufen wollten, und vor Kindesmissbrauch über das Internet.

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Kriminelle und organisierte Banden haben sich dem Bericht zufolge schnell auf die Pandemie eingestellt. Sie nutzten etwa den Mangel an Schutzmasken aus, um Fälschungen zu verkaufen. Im März, so Europol, seien bei einem weltweiten Einsatz 34.000 gefälschte Masken sichergestellt worden. Auch antivirale Medikamente wie das Anti-Malaria-Mittel Chloroquine und Vitaminpräparate wurden gefälscht und zum Verkauf angeboten.

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Schutzmasken wurden nicht geliefert

Europol sei auch beteiligt an Ermittlungen gegen Betrüger. In einem Fall gehe es dabei um ein Geschäft in Höhe von mehr als 6,5 Millionen Euro in Singapur. Eine Firma habe bei einem Unternehmen hochwertige Schutzmasken der Klassen FFP 2 und FFP 3 sowie alkoholhaltiges Desinfektionsgel bestellt, bezahlt, die Ware aber nie erhalten.

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Europol-Direktorin Catherine De Bolle warnte: „Solche kriminellen Aktivitäten während einer Gesundheitskrise sind besonders bedrohlich und können Menschenleben gefährden.“ Die Zahl solcher Betrugsfälle werde schnell zunehmen, schreibt die Behörde in ihrem Report. De Bolle erklärte: „Betrüger passen sehr schnell ihre Muster an und beuten Ängste und Sorgen von Opfern während der Krise aus.“

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Auch werde die Kriminalität über das Internet zunehmen, weil viele Menschen derzeit von zu Hause am Computer arbeiteten. „Die Kriminellen sind immer auf der Suche nach dem Geld und der Identität der Menschen. Und jetzt verwenden sie dafür Corona“, sagte De Bolle in einem Interview mit einem belgischen Radiosender.

Mehr Zugriffe auf Seiten mit Kinderpornografie

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Besonders beunruhigt zeigte sich die Behördenchefin wegen der steigenden Zahl von Zugriffen auf Internetseiten, auf denen der Missbrauch von Kindern zu sehen sei. „Krisenzeiten bringen das Beste in den Menschen hervor, aber eben auch das Schlechteste“, sagte De Bolle.

Europol hat auch bereits einige Versuche registriert, Cyberattacken auf Krankenhäuser und Supermärkte zu verüben. Eine Klinik in Tschechien habe deswegen ihr IT-Netzwerk herunterfahren müssen, sagte De Bolle in dem Interview. Dringende Operationen hätten deswegen verschoben und Patienten in andere Krankenhäuser gebracht werden müssen.

Einbrecher haben sich ebenfalls bereits auf die Virus-Pandemie eingestellt. Es gebe Berichte aus zahlreichen EU-Mitgliedsstaaten, wonach Verbrecher in Schutzkleidung an Haustüren auftauchten und sich unter dem Vorwand, Corona-Tests machen zu müssen, Zugang verschafften.

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