• Startseite
  • Politik
  • Europäische Union: Zahl der Flüchtlinge aus der Türkei stark erhöht

Europäische Union: Zahl der Flüchtlinge aus der Türkei stark erhöht

  • Aus der Türkei kommen immer mehr Flüchtlinge nach Griechenland und damit in die EU.
  • Das ergibt sich aus einem neuen Bericht der EU-Kommission.
  • Die Flüchtlinge stammen hauptsächlich aus Afghanistan, Syrien und dem Irak.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Die Zahl der Flüchtlinge, die in diesem Jahr aus der Türkei in die Europäische Union gekommen sind, hat sich in den ersten neun Monaten (1. Januar bis 30. September 2019) drastisch erhöht. Das berichtet die „Welt am Sonntag“.

In einem vertraulichen „Situationsbericht“ der Europäischen Kommission, der dem Blatt nach eigenen Angaben vorliegt, heiße es dazu: „Die Gesamtzahl der Ankünfte aus der Türkei in die EU im Jahr 2019 liegt derzeit bei 46.546.“ Dies bedeute einen Anstieg um 23 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Von den 45.546 Migranten seien 45.020 nach Griechenland geflohen, 1336 nach Italien und 190 nach Bulgarien. Die Mehrzahl der Migranten, die aus der Türkei in die EU geflüchtet sind, seien Afghanen, gefolgt von Syrern und Irakern. Dabei kämen immer mehr Afghanen aus dem Iran, wo sie zuvor gelebt hätten. Der Bericht der EU-Kommission zitiere zudem interne Prognosen des griechischen Migrationsministeriums, so das Blatt, wonach bis zum Jahresende „ungefähr 25.000 weitere Migranten in Griechenland“ erwartet würden.

Lesen Sie hier: Wie die Lage in Griechenland ist

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Nur 102 Flüchtlinge zurückgeführt

Zugleich kritisiere die Kommission deutlich, dass trotz der Rekordankünfte in Griechenland aus der Türkei lediglich 102 Personen nach den Regeln des EU-Türkei-Abkommens in den ersten neun Monaten in die Türkei zurückgeführt worden seien. Das sei laut Bericht der niedrigste Wert seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Abkommens. „Das Tempo der Rückführungsoperationen von Griechenland in die Türkei bleibt in kritischer Weise langsam. Effektive Rückführungen erfordern koordinierte Maßnahmen seitens der griechischen Behörden, die für Migrations- und Asylpolitik zuständig sind“, schreibt die EU-Kommission.

Das Flüchtlingsabkommen besagt, dass Griechenland illegal eingereiste Migranten in die Türkei zurückschickt. Dafür übernimmt die EU syrische Flüchtlinge aus der Türkei und unterstützt Hilfsorganisationen in der Türkei finanziell bei der Versorgung der Flüchtlinge.

Appell an Griechenland

Anzeige

Laut Kommissionsbericht befanden sich auf den griechischen Inseln Ende September 30.365 Migranten. Die Kommission fordert Griechenland darin laut „Welt am Sonntag“ auf, ihr Migrationsmanagement zu verbessern, insbesondere was Aufnahme und Verfahren betreffe.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) war in dieser Woche in der Türkei und Griechenland, um dort über den Umgang mit Flüchtlingen zu sprechen.

Anzeige

Lesen Sie hier unseren Kommentar: Horst Seehofer könnte Hetzern das Wasser abgraben

RND/mdc