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EU zeigt sich besorgt über Gesundheitszustand von Kremlkritiker Nawalny

  • Der russische Kremlkritiker Alexej Nawalny und seine Anwälte beklagen die schlechte medizinische Versorgung in dem russischen Straflager.
  • Auch die EU zeigt sich besorgt über den Gesundheitszustand Nawalnys.
  • Die russische Regierung weist die Vorwürfe hingegen zurück.
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Brüssel. Die EU ist alarmiert über den Gesundheitszustand des inhaftierten russischen Oppositionellen Alexej Nawalny. Russland müsse Nawalny Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglichen und seine Anwälte zu ihm lassen, teilte eine Sprecherin des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Freitag mit. Die Berichte über Nawalnys Gesundheit seien beunruhigend.

Die Anwälte des 44 Jahre alten Kremlgegners hatten am Vortag beklagt, dass der Gesundheitszustand ihres Mandanten „nicht gut“ sei und ihm die notwendige medizinische Versorgung verwehrt bleibe. Nawalny selbst schilderte am Freitag in einem Instagram-Beitrag starke Rückenschmerzen und beklagte, dass er sein rechtes Bein überhaupt nicht mehr belasten könne. Immerhin werde er im schlimmsten Fall irgendwann mit einem Holzbein durchs Lager humpeln und dabei aussehen wie ein Pirat, scherzte der Kremlgegner in seiner gewohnt humorvollen Art. „Ich weiß nur nicht, woher ich einen Piratenpapagei für meine Schulter kriegen soll.“

Kreml weißt Vorwürfe zurück

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Russlands bekanntester Oppositioneller, der im vergangenen August nur knapp einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt hatte, prangerte zudem „Folter durch Schlafentzug“ in dem Lager rund 100 Kilometer östlich von Moskau an: Jede Stunde werde er nachts von einem Wärter geweckt, berichtete er.

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Der Kreml wies Vorwürfe zu einer generell schlechten medizinischen Versorgung in russischen Straflagern zurück. Es gebe zwar einzelne Beschwerden von Häftlingen, „aber systematische Probleme im Strafvollzugssystem sind uns nicht bekannt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge am Freitag in Moskau.

RND/dpa

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