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  • EU: Gazprom liefert nicht ausreichend - Russland will Erlaubnis für Nord Stream 2

Nord Stream 2: Die Russen wollen nicht auf ihrem Gas sitzen bleiben

  • Die EU klagt, dass der Energieriese Gazprom nicht mehr liefert, obwohl die Nachfrage steigt.
  • Die Russen sagen, sie wollen die Betriebserlaubnis für die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2.
  • Ein Zusammenhang ist da nicht völlig von der Hand zu weisen, kommentiert Jan Emendörfer.
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Berlin. Draußen wird es kälter, und drinnen drehen wir die Heizung auf. Wir haben es gut, denn wir sind versorgt, auch wenn wir schnell jammern. Anderswo, in der kleinen Republik Moldau etwa, weiß die Regierung nicht mehr, wie sie den Gasbedarf für die Bevölkerung decken soll, und hat den Notstand ausgerufen. Der Vertrag mit dem russischen Energieriesen Gazprom war Ende September ausgelaufen, muss neu verhandelt werden; es geht um Geld und Liefermengen.

Die drastisch gestiegenen Energiepreise haben in ganz Europa Sorge ausgelöst. Kritiker sagen, dass Gazprom trotz erhöhter Nachfrage seine Liefermengen nicht steigert. Das mag stimmen, aber Fakt ist auch, dass die Russen bislang alles, was vertraglich vereinbart wurde, erfüllen. Das musste sogar EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einräumen. Gazprom habe seine langfristigen Verträge mit der EU eingehalten, sagte sie diese Woche in Straßburg.

Die Russen würden sicher gern mehr liefern, denn schließlich wollen sie Geld verdienen und nicht auf ihrem Gas sitzen bleiben. Aber es gibt Streit. Erst mit den USA, jetzt auch mit der EU und Deutschland.

Es geht um die Pipeline Nord Stream 2, die jährlich 55 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas nach Deutschland pumpen kann. Sie ist fertig, darf aber nicht liefern, weil die Betriebserlaubnis von der Bundesnetzagentur fehlt. Ist es nicht nachvollziehbar, dass die Russen die Genehmigung zur Bedingung für größere Liefermengen machen?

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Der Liberale Alexander Graf Lambsdorff hat in dem Streit darauf hingewiesen, dass die Netzagentur unabhängig ist und man an Recht und Gesetz gebunden sei. „Da würde ich von der Politik nicht hineinregieren wollen“, sagte der FDP‑Politiker, der nicht im Ruf steht, ein Putin-Versteher zu sein. Recht hat der Mann, und blinder Eifer kann manchmal auch schaden.

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