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Köln: Betroffenenbeirat spricht sich gegen Rücktritte von Bischöfen aus

  • Im Erzbistum Köln hat sich der Betroffenenbeirat für sexualisierte Gewalt gegen den Rücktritt von Bischöfen und Kardinälen ausgesprochen.
  • Das bringe den Opfern wenig, sagte Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder.
  • Er forderte stattdessen intensive Aufklärung.
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Köln. Der Betroffenenbeirat für sexualisierte Gewalt im Erzbistum Köln hat sich gegen den Rücktritt von Bischöfen und Kardinälen ausgesprochen.

„Den Betroffenen bringt es wenig, wenn Bischöfe oder Kardinäle, die Verantwortung hatten und haben, jetzt ihren Rücktritt erklären und sich somit der Verantwortung entziehen“, teilte Beiratsmitglied Peter Bringmann-Henselder am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa mit. „Damit lassen sie erneut die Betroffenen im Regen stehen.“

Bringmann-Henselder, der selbst als Heimkind missbraucht und misshandelt wurde, spricht am Dienstag mit den Apostolischen Visitatoren Hans van den Hende und Anders Arborelius, die im Auftrag des Papstes die Lage im Erzbistum Köln untersuchen.

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Beitrat fordert intensive Aufklärung

Man erwarte von den Bischöfen, „endlich dazu zu stehen, dass sie in der Vergangenheit in erster Linie bemüht waren, die Institution katholische Kirche zu schützen“, so der Beirat in einer Erklärung. „Die Betroffenen hatten sie dabei nicht im Blick. Auch sollten sie endlich intensiv an der Aufklärung mitarbeiten und die Fehler der Vergangenheit in Zukunft nicht mehr machen.“

Krise entzündete sich an Umgang mit Gutachten

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Die derzeitige Krise im Erzbistum Köln hatte sich unter anderem daran entzündet, dass der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ein Gutachten zum Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern lange zurückgehalten hatte.

Die beiden Visitatoren sollen am Ende ihrer Untersuchungen einen vertraulichen Bericht für Papst Franziskus erstellen.

RND/dpa

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