„Kriegspartei werden wir nicht“

Pistorius: Erste Leopard-Lieferung in drei Monaten

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius hat erklärt innerhalb von drei Monaten Leopard-Panzer in die Ukraine zu liefern.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius hat erklärt innerhalb von drei Monaten Leopard-Panzer in die Ukraine zu liefern.

Berlin. Die ersten Leopard-Kampfpanzer aus Deutschland könnten nach Angaben von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius in etwa drei Monaten in der Ukraine sein. Das sagte der SPD-Politiker am Mittwoch nach einer Sitzung des Verteidigungsausschusses des Bundestags in Berlin. Man beginne jetzt sehr schnell mit der Ausbildung und werde sehr schnell die Nachschubwege klären.

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Pistorius nannte die Entscheidung zur Lieferung der Panzer „historisch“, weil diese abgestimmt passiere, in einer „höchst brisanten Lage in der Ukraine“. Er sagte aber auch: „Das ist kein Grund zum Jubeln“, er habe großes Verständnis für diejenigen, die sich Sorgen machten. „Aber klar ist, Kriegspartei werden wir nicht, dafür werden wir sorgen.“

Wehrbeauftragte fordert schnellen Ersatz für Panzer, Artillerie und Munition

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stellte im Bundestag erneut klar, „dass wir das Notwendige und das Mögliche machen, um die Ukraine zu unterstützen, dass wir aber gleichzeitig eine Eskalation des Krieges zu einem Krieg zwischen Russland und der Nato verhindern.“

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Die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl, begrüßt die Entscheidung des Bundeskanzlers - fordert aber zugleich schnellen Ersatz für die Bundeswehr. Von den Soldaten wisse sie, dass sie eine wirksame Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Angriff befürworten. „Sie erwarten aber auch, dass das abgegebene Material zügig wiederbeschafft wird und ihre eigene Einsatzbereitschaft mit dem Sondervermögen verbessert wird“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Es geht jetzt darum, umgehend neue Panzer, Artillerie, Munition zu bestellen und die Instandsetzung von großem Gerät zu beschleunigen.“

Ausbildung ukrainischer Streitkräfte „spätestens ab Februar“

Unterdessen wurde bekannt, dass Deutschland bereits in wenigen Tagen mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten am Leopard-2-Panzer beginnen will. Dafür sei nur eine kurze Vorbereitungszeit notwendig, weshalb die Ausbildung „vielleicht noch diesen Monat“, spätestens aber Anfang Februar beginnen könne, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch in Berlin.

Verteidigungsminister Pistorius begrüßt Panzerlieferungen

Für den SPD-Politiker war nach eigenen Worten dabei zentral, dass die US-Amerikaner ihrerseits Kampfpanzer vom Typ Abrams schicken wollen.

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Ziel sei es, die Ukraine bis zum „Ende dieses Quartals“ in die Lage zu versetzen, die Kampfpanzer in ihre eigene Verteidigung zu integrieren. Die Ausbildung am Leopard soll nach den Worten des Sprechers ähnlich lange dauern wie beim Schützenpanzer Marder. Damals war von etwa acht Wochen die Rede. Für eine Kompanie mit 14 Panzern würden einschließlich Wartung 50 bis 100 Personen benötigt.

Die Bundesregierung hatte angekündigt, die Ukraine im Krieg gegen Russland mit 14 Panzern vom Typ Leopard 2 zu unterstützen. Laut Verteidigungsministeriums umfasst diese Zusage ein Gesamtpaket einschließlich Ausbildung, Taktikschulung, Munition und Ersatzteilen.

RND/dpa

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