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Erschießungen und Misshandlungen: Mutmaßlicher IS-Kämpfer vor Gericht

  • Ein mutmaßlicher Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat steht in Stuttgart vor Gericht.
  • Laut Anklage schloss sich der Syrer 2012 einer Rebellengruppe an.
  • Er soll Gewalttaten von unglaublicher Brutalität verübt haben.
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Ein 31 Jahre alter mutmaßlicher Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) muss sich seit Donnerstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, gemeinsam mit anderen Rebellen zwei Gefangene erschossen und weitere misshandelt zu haben. Beim Prozessauftakt schwieg der Mann zu den Vorwürfen. Ihm werden unter anderem Kriegsverbrechen gegen Personen und Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zur Last gelegt.

Laut Anklage schloss sich der Syrer 2012 einer Rebellengruppe an. Gemeinsam mit zwei Kameraden habe er einen gefangen genommenen gegnerischen Kämpfer erschossen, der auf dem Boden kniete und dessen Hände hinter dem Rücken gefesselt waren.

Insassen eines IS-Gefängnisses misshandelt

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Ab 2014 soll er beim IS gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft exekutierte er als Mitglied eines dreiköpfigen Kommandos auf einem Dorfplatz einen 24 oder 25 Jahre alten geistig Behinderten, den die Terrormiliz zuvor wegen "gotteslästerlicher Handlungen" festgenommen hatte. Außerdem habe er in einem anderen Fall mit Griff und Lauf eines Maschinengewehrs zugeschlagen und Insassen eines IS-Gefängnisses misshandelt. Anlass dafür sei etwa gewesen, dass die Opfer erotische Inhalte auf dem Handy hatten oder Koranverse nicht auswendig aufsagen konnten.

Nach Angaben des OLG ist der Mann seit Herbst 2015 in Deutschland. Bis zum 14. Januar 2021 sind bisher fast 100 weitere Prozesstermine angesetzt.

RND/dpa