Ermordeter Atomphysiker in Teheran beigesetzt

  • Der iranische Atomphysiker Mohsen Fachrisadeh war am Freitag in einem Vorort Teherans von noch unbekannten Tätern erschossen worden.
  • Nun wurde er beigesetzt.
  • Verteidigungsminister Amir Hatami sagte in der Trauerrede: “Unsere Feinde wissen, dass kein Verbrechen im Iran unbeantwortet und unbestraft bleiben wird.”
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Teheran. Der bei einem Anschlag getötete iranische Atomphysiker und Raketenexperte Mohsen Fachrisadeh ist am Montag in der Hauptstadt Teheran beigesetzt worden. Die Zeremonie wurde vom Staatsfernsehen direkt übertragen. Wegen der Corona-Krise durften nur Familienmitglieder des Physikers und hochrangige Generäle an der Beisetzung teilnehmen.

Der 63-jährige Fachrisadeh war am Freitag in einem Vorort Teherans erschossen worden. Die Täter wurden noch nicht identifiziert, aber die iranische Führung macht „hiesige Söldner“ der USA und Israels für den Anschlag verantwortlich.

„Unsere Feinde wissen, dass kein Verbrechen im Iran unbeantwortet und unbestraft bleiben wird“, sagte Verteidigungsminister Amir Hatami in der Trauerrede. Auch sollten die „Terroristen“ wissen, dass der Märtyrertod im Iran eine Ehre sei. Der tödliche Anschlag werde den Fortschritt des iranischen Atomprogramms nicht stoppen, da Fachrisadehs Weg „noch konsequenter“ von iranischen Wissenschaftler fortgesetzt werde.

Für die Ermordung des Atomphysikers fordern die Hardliner im Land Rache. Ihr Sprachrohr, die Tageszeitung „Kejhan“, verlangt gar einen militärischen Angriff auf die israelische Hafenstadt Haifa. Präsident Hassan Ruhani jedoch warnt vor einer drastischen Reaktion, da die Attentäter genau dies bezwecken wollten, um einen neuen Konflikt mit dem Iran zu provozieren.

RND/dpa

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