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Kommunalwahl in Niedersachsen: CDU ist stärkste Kraft – Grüne gewinnen deutlich

  • Zwei Wochen vor der Bundestagswahl haben in Niedersachsen knapp 6,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger über die Neubesetzung der Kommunalparlamente abstimmen können.
  • Bei etlichen Oberbürgermeister- und Landratswahlen wird es eine Entscheidung erst in einer Stichwahl in zwei Wochen geben.
  • Die CDU konnte insgesamt in Führung gehen.
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Hannover. Die CDU ist bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen in den kreisfreien Städten und in den Landkreisen sowie in der Region Hannover stärkste Kraft geworden. Sie lag nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis vom Montagmorgen mit 31,7 Prozent vor der SPD (30), den Grünen (15,9), der FDP (6,5), AfD (4,6) und der Linken (2,8), wie das Landesamt für Statistik mitteilte.

Bei den Direktwahlen kamen am Sonntag in etlichen Kommunen grüne Kandidatinnen und Kandidaten in die Stichwahl.

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Stichwahl in vielen Städten und Regionen

In der Region Hannover wird es voraussichtlich zur Stichwahl um das Amt des Regionspräsidenten zwischen SPD-Kandidat Steffen Krach und Christine Karasch von der CDU kommen, berichtet die „Hannoversche Allgemeine“ (HAZ). CDU-Kandidatin Karasch sagte, sie werde an die Grünen-Wähler ein gutes Angebot im Umwelt- und Klimaschutz machen. „Wir haben noch viele Wähler, die heute nicht an den Urnen waren.“ Krach sagte, die SPD in Hannover werde ihren Wahlkampf von Montag an unverändert fortsetzen. In Niedersachsens zweitgrößter Stadt Braunschweig lag der SPD-Bewerber Thorsten Kornblum bei den Oberbürgermeisterwahlen nach Auszählung von etwa zwei Drittel aller Stimmen deutlich vor Kaspar Haller von der CDU - für einen Sieg im ersten Anlauf reicht es für den SPD-Bewerber aber wohl nicht, auch hier zeichnete sich eine Stichwahl ab.

In Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück und Lüneburg kommt es voraussichtlich ebenfalls zu Stichwahlen: In Oldenburg lag der Amtsinhaber, SPD-Bewerber Jürgen Krogmann, kurz vor Ende der Auszählung vor Daniel Fuhrhop von den Grünen. In Osnabrück, der viertgrößten Stadt Niedersachsens, führte hingegen die CDU-Kandidatin Katharina Pötter vor Frank Henning von der SPD. In Lüneburg, jahrzehntelang geführt von einem SPD-Bürgermeister, kommt es absehbar zur Stichwahl zwischen der Grünen-Bewerberin Claudia Johanna Kalisch und dem parteilosen Heiko Meyer.

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Auch in der Universitätsstadt Göttingen standen die Zeichen auf Stichwahl. Hier lag die SPD-Kandidatin Petra Broistedt einige Prozentpunkte vor Doreen Fragel von den Grünen, gefolgt von Ehsan Kangarani von der CDU. In Hameln sah alles nach einer Wiederwahl von Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) aus, nach Auszählung fast aller Stimmen lag er bei 51,4 Prozent.

In Hildesheim lag der bisherige Oberbürgermeister Ingo Meyer mit 56,6 Prozent am Abend klar vorne, in Wolfsburg könnte CDU-Kandidat Dennis Weilmann die SPD ablösen.

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Schlangen vor Wahllokalen

In einigen Städten hatten sich vor den Abstimmungslokalen Medienberichten zufolge Schlangen gebildet - etwa in Hannover, Göttingen und Osnabrück. Die „Nordwest-Zeitung“ berichtete von Enge in den Fluren in zwei Lokalen in Oldenburg. Dort seien Wahlräume nebeneinander in dieselben Flure gelegt worden.

In Lingen bekamen fünf Wahllokale Stimmzettel für den falschen Wahlbereich. Das teilte der dortige Stadtwahlrat mit. Der Fehler sei am Morgen bemerkt worden. 51 Wähler hätten ihr Kreuz auf dem falschen Stimmzettel gemacht. Diese wurden als ungültig erklärt und die Betroffenen kontaktiert, um neu zu wählen.

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Ministerpräsident Stephan Weil ging in seiner Heimatstadt Hannover zur Stimmabgabe - und zeigte sich dabei optimistisch für die Ergebnisse seiner Partei. Die SPD sei „in Niedersachsen in allen Teilen sehr verwurzelt“, sagte der Regierungschef. „Hinzu kommt bekanntlich ein günstiger Bundestrend, so dass ich auf ein gutes Ergebnis hoffe.“ Zwei Wochen vor der Bundestagswahl vom 26. September liegt die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz dabei in Umfragen vor der Union mit Kandidat Armin Laschet (CDU). Weil zeigte sich am Abend bei der SPD-Wahlparty in Hannover siegessicher: „Gestern gewinnen die Roten und heute gewinnen die Roten“, sagte er unter dem Jubel der Anhänger.

2021 größere Wahlbeteiligung in Niedersachsen als 2016

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Knapp 6,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren aufgerufen, über die Zusammensetzung der Stadt- und Gemeinderäte sowie der Kreistage zu entscheiden. Zudem standen in einigen Kommunen neue Bürgermeister und Landräte zur Direktwahl. Nach Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr wurde das vorläufige amtliche Endergebnis erst für den frühen Montagmorgen erwartet. Dabei zeichnete sich eine größere Wahlbeteiligung als bei der vorangegangenen Kommunalwahl 2016 ab. Sie lag am Nachmittag bereits bei 44,0 Prozent, wobei wegen der Corona-Pandemie überdurchschnittlich viele Menschen per Brief abstimmten.

CDU seit 40 Jahren stärkste Kraft

Seit rund 40 Jahren ist die CDU stärkste kommunale Kraft in Niedersachsen. Bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren holten die Christdemokraten in den Landkreisen und kreisfreien Städten 34,4 Prozent der Stimmen und lagen damit vor der SPD (31,2), den Grünen (10,9), der AfD (7,8), der FDP (4,8) und den Linken (3,3).

RND/dpa

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