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Diplomatie-Eklat in Türkei: Botschaften nehmen angedrohte Ausweisung nüchtern auf

  • Die Türkei hat die Botschafter zehn westlicher Länder - darunter neben Deutschland auch die USA und Frankreich - zu unerwünschten Personen erklärt.
  • Diese reagieren auf die damit angedrohte Ausweisung aber unaufgeregt.
  • Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu wertet das als Zugeständnis an die Türkei.
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Istanbul. Die von der Türkei angedrohte Ausweisung von zehn Diplomaten ist von den Botschaften der betroffenen Länder nüchtern aufgenommen worden. Die USA würden sich weiter an den Artikel 41 der Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen halten, twitterte etwa die US-Botschaft in Ankara am Montag.

Der Artikel weist Diplomaten unter anderem an, sich nicht in innere Angelegenheiten des Empfangsstaats einzumischen. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu wertete das als Zugeständnis an die Türkei und twitterte ihrerseits: „Die US-Botschaft in Ankara hat nachgegeben“. Sie berichtete weiter, Erdogan begrüße die Erklärungen.

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Auch Kanada, Neuseeland und die Niederlande posteten eine entsprechende Erklärung. Deutschland und Frankreich etwa teilten den US-Tweet.

Erdogan hatte am Samstag gesagt, er habe das Außenministerium angewiesen, die Botschafter zehn westlicher Länder - darunter neben Deutschland auch die USA und Frankreich - zu unerwünschten Personen („Persona non grata“) zu erklären. Hintergrund der Äußerungen Erdogans war eine Erklärung der Botschafter Deutschlands, der USA, Frankreichs und sieben weiteren Staaten Anfang vergangener Woche.

Darin fordern sie die Freilassung des türkischen Unternehmers und Kulturförderers Osman Kavala. Der 64-Jährige sitzt seit 2017 in Istanbul in Untersuchungshaft, obwohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) schon 2019 seine Freilassung angeordnet hatte.

RND/dpa

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