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Erdgasstreit im Mittelmeer: „Oruc Reis“ zurück im türkischen Hafen

  • Die Türkei hat das Forschungsschiff “Oruc Reis” nach dem monatelangen Streit um Erdgas-Erkundungen im Mittelmeer zurück in ihren Hafen laufen lassen.
  • Das Schiff hatte seit August mehrfach vor griechischen Inseln und vor Zypern nach Erdgas gesucht.
  • Darüber war ein Streit mit Griechenland entbrannt, wegen dem der Türkei Sanktionen drohen könnten.
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Istanbul. Das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ ist nach monatelanger umstrittener Erkundung von Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer in die Türkei zurückgekehrt. Das Schiff lag nach Angaben der Plattform Marinetraffic am Montagmorgen am Hafen der Küstenstadt Antalya. Der Einsatz war am Sonntag ausgelaufen und zunächst nicht verlängert worden.

Das für seismische Erkundungen des Meeresbodens ausgerüstete und einen Tauchroboter tragende Schiff „Oruc Reis“ hatte seit August mit kurzer Unterbrechung im östlichen Mittelmeer vor griechischen Inseln und westlich von Zypern nach Erdgas gesucht. Der Einsatz wurde mehrmals und zuletzt bis zum 29. November verlängert.

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Außenminister Heiko Maas (SPD) war bewußt nach Nikosia auf Zypern gereist, um die Türkei zu Gesprächen ohne Provokation aufzufordern.  © Reuters
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Energieminister Fatih Dönmez hatte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu vor mehr als einer Woche gesagt, dass die Arbeiten damit abgeschlossen seien.

Mögliche Sanktionen gegen die Türkei

An der Mission hat sich ein lange schwelender Streit um Erdgas zwischen Griechenland und der Türkei wieder entzündet. Bei dem EU-Gipfel am 10. und 11. Dezember in Brüssel soll über mögliche weitere Sanktionen gegen die Türkei wegen der Erdgaserkundungen gesprochen werden.

Südwestlich von Zypern sucht nach wie vor das türkische seismische Erkundungsschiff „Barbaros Hayrettin Pasa“ nach Erdgas.

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Nato-Generalsekretär Stoltenberg erfreut

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich erfreut über die jüngste positive Entwicklung im Territorialstreit zwischen der Türkei und Griechenland gezeigt. Die Rückkehr der “Oruc Reis” helfe beim Abbau von Spannungen und mache es einfacher, Fortschritte bei der Konfliktentschärfung zu erzielen, sagte der Norweger am Montag in Brüssel.

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Zugleich machte Stoltenberg deutlich, dass er noch immer besorgt über die Situation ist. Er selbst habe kürzlich weitere Vorschläge dazu vorgelegt, wie das Risiko von Zwischenfällen und Unfällen zwischen griechischen und türkischen Streitkräften noch weiter reduziert werden könnte, sagte er.

Der Streit über türkische Erdgaserkundungen im östlichen Mittelmeer hatte zuletzt auch die Nato immer mehr beschäftigt. Im Zuge von Militärmanövern in dem Seegebiet war es im August sogar zu einer Kollision zwischen einem griechischen und einem türkischen Kriegsschiff gekommen. Stoltenberg initiierte daraufhin über die Nato einen Kommunikationskanal zur Risikoreduzierung und setzte sich dafür ein, dass möglicherweise gefährliche Manöver abgesagt werden.

Griechenland und Zypern werfen der Türkei vor, im östlichen Mittelmeer illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer zum türkischen Festlandsockel gehörten.

RND/dpa

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