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Entwicklungsminister Müller warnt vor Zunahme von “Klimaflüchtlingen”

  • Anfang kommender Woche beginnt in Madrid die UN-Klimakonferenz.
  • Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) bleibt dem Treffen bewusst fern.
  • Stattdessen reist er nach Afrika, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Zahl der “Klimaflüchtlinge” in den nächsten Jahren steigen dürfte.
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Berlin. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warnt unmittelbar vor der UN-Klimakonferenz in Madrid vor zunehmenden Migrationsbewegungen als Folge der Erderwärmung. „Der Klimawandel führt in vielen Teilen Afrikas zu neuem Hunger, Not und Elend. Das ist die Basis für Kriege und Terror“, sagte Müller dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Nur die wenigsten „Klimaflüchtlinge“ in Afrika würden sich derzeit auf den Weg nach Europa machen. Das könne sich aber mit der Zeit ändern. „Wir gehen im Augenblick von circa 20 Millionen Klimaflüchtlingen in Afrika aus“, so der CSU-Politiker weiter. „Wenn die Erderwärmung sich weiter fortsetzt, könnten es nach Einschätzung von Experten in zehn Jahren bereits 100 Millionen sein. Dann wird der Migrationsdruck nach Europa dramatisch steigen.“

"Vollkommen aus dem Ruder gelaufen"

Müller reist an diesem Samstag gemeinsam mit Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nach Äthiopien. Der Entwicklungsminister sagte, er werde auf seiner Reise im Grenzgebiet zum Südsudan auch Klimaflüchtlinge treffen. „In der Region sind der Klimawandel und seine Auswirkungen brutal angekommen. Da hat es seit drei Jahren so gut wie nicht geregnet“, so Müller weiter. „In Afrika zeigt sich, wie der Klimawandel in zunehmendem Maße die Lebensgrundlagen von Menschen zerstört. In vielen Regionen fehlt es inzwischen an Wasser, dort kann kein Mensch, kein Tier, keine Pflanze mehr existieren.“

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Der Entwicklungsminister kritisierte die alljährlichen UN-Klimakonferenzen, am Treffen in diesem Jahr nimmt er demonstrativ nicht teil. „Wir brauchen nicht jedes Jahr eine Weltklimakonferenz in dieser Dimension. Das ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen“, sagte Müller. „Es ist ineffektiv, wenn bis zu 30.000 Teilnehmer jedes Jahr für zwei Wochen rund um den Globus fliegen. Auf hochrangiger politischer Ebene reicht ein zweijähriger Turnus.“ Dazwischen könnten sich die Fachleute einmal im Jahr in einem kleineren Format in Bonn treffen: „Deswegen habe ich auch die Delegation meines Ministeriums halbiert. Nach Madrid reisen nur die Experten an, die unbedingt benötigt werden in den Verhandlungsrunden.“