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Impfpflicht-Debatte

Grünen-Abgeordnete über Hassbotschaften nach Rede: „Das waren nicht meine ersten Morddrohungen“

Emilia Fester (Bündnis 90/Grüne) spricht im Bundestag zur Impfpflicht.

Der 17. März war ein besonderer Tag für Emilia Fester. Die Grünen-Politikerin und mit 23 Jahren jüngste Bundestagsabgeordnete hielt in der Impfpflicht-Debatte ihre erste Rede im Hohen Haus. Fester ist Befürworterin einer allgemeinen Impfpflicht und hat sich im Parlament der Gruppe um die SPD-Politikerin Heike Baehrens angeschlossen. Besonders waren jedoch auch die Reaktionen auf Festers Rede: Über mehrere Tage wurde sie in den Sozialen Medien von Tausenden Menschen nicht nur kritisiert, sondern auch angegriffen, beleidigt und bedroht.

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Emilia Fester: „Das waren nicht meine ersten Morddrohungen“

„Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mein Name fünf Tage in Folge in den Twitter-Trends ist“, sagte Fester im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Aber ich habe auch vorher schon erlebt, welche Reaktionen es auslöst, wenn ich mich lautstark für etwas Kontroverses ausspreche, wie in diesem Fall die Impfpflicht. Das waren nicht die ersten Morddrohungen, die ich bekommen habe“, fügte sie an.

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Vielfach war Fester besonders auf der Plattform Twitter als „Göre“ und „Rotzgöre“ bezeichnet worden. Die 23-Jährige sieht darin eine Form der Altersdiskriminierung. „Mir wird aufgrund meines Alters abgesprochen, eine eigene Meinung zu haben – und vor allem die Berechtigung, im Bundestag sprechen zu dürfen“, sagte sie. Vielfach vermische sich die Herabwürdigung aufgrund ihres Alters auch mit sexistischen Beleidigungen.

Eine Grenze sei vor allem dadurch überschritten worden, dass auch Menschen angegriffen worden seien, die ihr nahestehen. „Ich bin eine Person des öffentlichen Lebens, ich habe mir das ausgesucht. Mein privates- und auch mein Arbeitsumfeld aber nicht, und trotzdem trifft der Hass auch sie“, sagte Fester. Das verdeutliche ihr, „wie sehr dieser rechte Mob, der da nicht nur auf mich losgegangen ist, jeden Anstand verloren hat.“

Allgemeine Impfpflicht: Zurück zu einem Leben vor Corona

Gegen Nachrichten mit Mord- und Gewaltdrohungen will die junge Politikerin nun auch rechtlich vorgehen. Neben negativen, beleidigenden und drohenden Reaktionen habe sie jedoch etwa gleich viele positive Nachrichten bekommen, sagte Fester, „nur nicht so öffentlich, sondern eher stiller.“

In ihrer emotionalen Rede hatte die Grünen-Abgeordnete auf die Einschränkungen verwiesen, die die Corona-Schutzmaßnahmen für sie und andere junge Menschen in Deutschland bedeutet hätten. Diese Perspektive sei in der Politik bislang zu wenig gehört worden, sagte Fester dem RND. „Es wurde kaum darüber gesprochen, dass Studierende ihre Bibliotheken teilweise seit zwei Jahren nicht von innen gesehen haben, dass uns wichtige Lebensereignisse fehlen und wir diese vergangenen zwei Jahre nicht zurückbekommen“, sagte sie.

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In einer allgemeinen Impfpflicht sieht Fester einen Weg zurück zu einem Leben wie vor der Corona-Pandemie. „Diese Krankheit muss endemisch werden“, erklärte Fester. Dafür würden eine höhere Impfquote und eine dadurch niedrigere Viruslast in der Gesellschaft, mehr mildere Verläufe und eine geringere Auslastung der Intensivstationen benötigt.

Lesen Sie das ganze Interview mit RND+.

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