Eltern von Frühchen bekommen mehr Geld

  • Der Bundestag hat eine Reform des Elterngeldes beschlossen, die unter anderem zusätzliche Bezüge für Eltern von Frühchen vorsieht.
  • Spitzenverdiener sollen hingegen kein Elterngeld mehr erhalten.
  • Die neuen Regelungen müssen noch durch den Bundesrat und sollen im September 2021 in Kraft treten.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Mütter und Väter von Frühchen sollen künftig länger Elterngeld bekommen. Der Bundestag hat am Freitag eine entsprechende Reform beschlossen. Sie sieht vor, dass für Kinder, die sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen, ein zusätzlicher Monat Elterngeld gezahlt wird. Wird das Kind acht Wochen zu früh geboren, werden zwei zusätzliche Monate gewährt, bei 12 Wochen drei und bei 16 Wochen vier zusätzliche Monate, wie Familienministerin Franziska Giffey (SPD) in ihrer Rede sagte.

Video
Giffey: Elterngeld wird flexibler
1:52 min
In Zukunft soll eine Vier-Tage-Woche mit Elterngeld möglich sein. Auch die Einkommensgrenze wurde gesenkt.  © Reuters

Vorgaben für Partnerschaftsbonus werden gelockert

Anzeige

Zusätzlich werden die Möglichkeiten für Teilzeitarbeit während des Elterngeldbezugs ausgeweitet. Die wöchentlich erlaubte Arbeitszeit während des Elterngeldbezuges erhöht sich von 30 auf 32 Stunden und die Vorgaben für den sogenannten Partnerschaftsbonus, wenn beide Elternteile in Teilzeit sind, werden gelockert.

Zur Finanzierung dieser Änderungen sollen Spitzenverdienerpaare mit mehr als 300.000 Euro Einkommen künftig kein Elterngeld mehr bekommen. Die Grenze lag bisher bei 500.000 Euro. Die Reform muss noch durch den Bundesrat. Geplant ist ein Inkrafttreten im September dieses Jahres. Grüne und Linke kritisierten, dass Hartz-IV-Empfänger auch weiterhin kein Elterngeld erhalten, weil die Leistung auf die Grundsicherung angerechnet wird.

Wichtige staatliche Familienleistung

Die stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Nadine Schön (CDU) betonte die verbesserten Regelungen für Eltern zu früh geborener Kinder, die sich besonders intensiv um ihre Neugeborenen kümmern müssten.

Elterngeld zählt zu den wichtigsten staatlichen Familienleistungen. Mehr als sieben Milliarden Euro werden dafür pro Jahr ausgegeben. Die Leistung erhalten Mütter und Väter, wenn sie nach der Geburt des Kindes nicht oder vorerst nur wenig arbeiten. Der Staat unterstützt das mit mindestens 300 Euro und maximal 1800 Euro im Monat – abhängig vom Netto-Verdienst vor der Geburt des Kindes.

Für den vollen Bezug von 14 Monaten müssen Paare sich die Betreuung so aufteilen, dass auch der Partner mindestens zwei Monate pausiert. Bei Kombination mit Teilzeitarbeit verlängert sich die Bezugsdauer. Alleinerziehende erhalten grundsätzlich 14 Monate Elterngeld. Der Bund gibt pro Jahr rund sieben Milliarden Euro für das Elterngeld aus.

RND/dpa/epd

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen