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El Salvador: Ex-Präsident Sánchez Cerén per Haftbefehl gesucht

  • Der ehemalige Präsident El Salvadors, Salvador Sánchez Cerén, wird per Haftbefehl gesucht.
  • 351 Millionen Dollar aus staatlichen Mitteln sollen unter der Beteiligung Sánchez Ceréns abgezweigt worden seien.
  • Sánchez Cerén reiht sich damit in die lange Tradition von Korruptionsvorwürfen gegen Ex-Präsidenten seines Landes ein.
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San Salvador. El Salvadors Ex-Präsident Salvador Sánchez Cerén wird per Haftbefehl gesucht. Grund seien Vorwürfe der Unterschlagung und Geldwäsche, teilte Generalstaatsanwalt Rodolfo Delgado mit.

Es gehe um mutmaßliche Vergehen Sánchez Ceréns in dessen Amtszeit als Vizepräsident in der Regierung von Mauricio Funes, der von 2009 bis 2014 Staatschef war. Von 2014 bis 2019 stand Sánchez Cerén selbst an der Staatsspitze.

351 Millionen Dollar (heute rund 298 Millionen Euro) aus staatlichen Mitteln sollen unter der Beteiligung Sánchez Ceréns für illegale Zahlungen an Regierungsmitarbeiter und deren Verbündete abgezweigt worden sein. Bekannt wurde der Skandal unter dem Namen „öffentliche Plünderung“.

Zwar sei dabei kein Blut vergossen worden wie bei Verbrechen wie Mord, „doch erreichte dieser riesige Haufen Geld nie die Hospitäler, Schulen, und wurde nie für den Kauf von Ausrüstung für die Polizei genutzt“, sagte der für Justiz und Sicherheit zuständige Minister Gustavo Villatoro am Donnerstag.

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Staatsanwälte ließen demnach zudem fünf weitere frühere ranghohe Funktionäre der Funes-Regierung verhaften, darunter Ex-Mitglieder des Kabinetts. Einige gelten als Granden der Partei FMLN, der Funes und Sánchez Cerén angehörten.

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Die Partei wurde von Guerillakämpfern gegründet, die während des Bürgerkriegs in El Salvador von 1980 bis 1992 gegen die damalige Regierung zu Felde zogen. Funes floh nach Nicaragua, wo ihm 2016 Asyl gewährt wurde. Damit entging er einem Strafverfahren wegen Korruption in der Heimat.

Die meisten Staatschefs der Nachkriegszeit in El Salvador sind wegen Korruption angeklagt worden. Delgado bestritt ein politisches Motiv hinter den jüngsten Verhaftungen. Es würden auch andere Verdächtige gesucht, die aber vermutlich ins Ausland geflohen seien.

RND/AP

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