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Bericht: Weltweit über 200 Umweltschützer getötet

Hunderte Menschen protestieren am 22. Februar 2019 in Mexiko-Stadt für die Ermordung des Umweltverteidigers Samir Flores und fordern die Absage einer Konsultation über den Bau eines thermoelektrischen Kraftwerks im Bundesstaat Morelos. Die Demonstranten forderten Gerechtigkeit und Aufklärung über den Tod von Flores, einem entschiedenen Gegner des Kraftwerks, der in den frühen Morgenstunden des Mittwochs durch zwei Kopfschüsse in seinem Haus getötet wurde.

Im Kampf für Umwelt und Naturschutz nehmen sie es mit Regierungen, Unternehmen und kriminellen Banden auf, doch ihr Einsatz endet immer öfter tödlich: Weltweit kamen im vergangenen Jahr mindestens 212 Umweltschützer ums Leben. Das geht aus Angaben der Nichtregierungsorganisation “Global Witness” hervor, die von der höchsten Mordrate spricht, die bislang in einem einzelnen Jahr dokumentiert wurde. Durchschnittlich entspräche das mehr als vier Todesfällen pro Woche, wie die Organisation mit Sitz in London mitteilt.

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“Viele der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen haben mit der Ausbeutung unserer natürlichen Ressourcen sowie Korruption in Politik und Wirtschaft zu tun”, heißt es im Bericht. Umweltschützer seien diejenigen, die dagegen aufstehen.

Meiste Mordfälle in Lateinamerika

Mit mehr als zwei Drittel aller Fälle leben Umweltschützer in Lateinamerika besonders gefährlich. Die meisten Morde wurden der Studie zufolge in Kolumbien verübt (64), gefolgt von den Philippinen (43) und Brasilien (24). Allerdings verzeichnet auch das EU-Mitglied Rumänien 2019 zwei Mordfälle - dabei handelt es sich um Aktivisten, die versuchten, den illegalen Holzeinschlag im Land zu stoppen.

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Die Organisation geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der getöteten Umweltschützer noch deutlich höher liegt, weil viele Fälle vertuscht oder nicht angezeigt werden.

Umweltschützerin Angelica Ortiz aus Kolumbien kämpft bereits seit Jahren gegen die Umweltschäden durch die Kohlemine El Cerrejon im äußersten Nordwesten des Landes - und wird wegen ihres Engagements immer wieder bedroht und eingeschüchtert. Ihr Bild stellt die NGO "Global Witness" zur Verfügung.

Umweltschützerin Angelica Ortiz aus Kolumbien kämpft bereits seit Jahren gegen die Umweltschäden durch die Kohlemine El Cerrejon im äußersten Nordwesten des Landes - und wird wegen ihres Engagements immer wieder bedroht und eingeschüchtert. Ihr Bild stellt die NGO "Global Witness" zur Verfügung.

Verantwortliche befeuern Klimawandel

Hinter den Gewalttaten stecken laut der Nichtregierungsorganisation meist Unternehmen, Farmer und teilweise auch staatliche Akteure sowie kriminelle Banden, paramilitärische Gruppen und Rebellen. “Landwirtschaft, Öl, Gas und Bergbau sorgen für die Gewalt gegen Umweltschützer - das sind genau die Industrien, die durch Abholzung und Emissionen auch den Klimawandel befeuern”, sagt Rachel Cox von Global Witness.

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Laut Untersuchung stehen die meisten Morde im Zusammenhang mit Bergbau (50), Landwirtschaft (34) und Forstwirtschaft (24). Angehörige indigener Völker waren mit 40 Prozent der Opfer besonders betroffen, rund zehn Prozent entfallen auf Frauen.

RND/ma mit dpa

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