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Einschränkung des Flugverkehrs: Schmerzhaft, aber richtig!

  • Die Bundesregierung will die deutschen Außengrenzen für Reisende aus Mutationshotspots schließen.
  • Das ist ein harter Einschnitt für viele Berufspendler, Familien und Liebende, kommentiert Andreas Niesmann.
  • Trotzdem ist der Schritt richtig – die Einschränkungen für die Menschen im Lockdown wiegen schwerer.
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Berlin. Es gibt zwei Themen, die beim Kampf gegen die Corona-Pandemie besonders umstritten sind: der Umgang mit Schulen und Kitas – und der mit dem Reisen. Bei Bildungseinrichtungen geht der Streit bis in die Wissenschaft. Es besteht auch zwischen Virologen ein Dissens darüber, welche Rolle Schulen und Kitas bei der Verbreitung des Virus spielen.

Bei Reisen gibt es diesen Dissens nicht.

Jeder weiß, dass der Fernverkehr für die Ausbreitung der Pandemie nicht nur eine wichtige, sondern die entscheidende Rolle spielt. Ohne Reisetätigkeit hätte es der Sars-CoV-2-Erreger niemals in wenigen Monaten aus der chinesischen Provinz Wuhan nach Deutschland, Europa und in die ganze Welt geschafft. Ohne Reisen wären die Infektionszahlen im Herbst nicht so stark angestiegen, ohne Reiseverkehr bliebe manch eine Virusmutante wohl ein regional begrenztes Problem.

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Dabei stünden Großbritannien, Portugal, Südafrika und Brasilien als Mutationsgebiete auf der Liste, so der Bundesinnenminister.  © Reuters

Es ist deshalb nachvollziehbar, dass die Bundesregierung nun den Flugverkehr zwischen den Mutationshotspots und Deutschland weitgehend kappen will. Aber ist es auch richtig?

Immerhin begreifen viele Menschen – nicht nur die aus der früheren DDR und den ehemaligen Ostblockstaaten – das Reisen als integralen Bestandteil ihrer persönlichen Freiheit. Und auch die wirtschaftlichen Auswirkungen wiegen schwer – nicht nur für den Tourismus. Hinzu kommen persönliche Tragödien, wenn Familien oder Liebende sich nicht mehr sehen können.

Der Schritt ist also kein leichter, aber er muss trotzdem gegangen werden. Die Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit, die alle Menschen im Lockdown ertragen müssen, sind bereits jetzt riesengroß.

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In der Abwägung, ob man wenigen das Reisen erlaubt oder vielen noch weitere Einschränkungen abverlangt, überwiegt das Interesse der vielen. Auch wenn es schmerzhaft ist.

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