Eine Premiere heute um 19 Uhr

  • Als Nachfolgerin von Petra Gerster (66) präsentiert heute Abend erstmals Jana Pareigis (40) die „heute“-Nachrichten im ZDF.
  • Die Neue, eine in Deutschland geborene Schwarze, hat bereits viele Fans.
  • Vielleicht kann sie in den kommenden Jahren dazu beitragen, das Erstaunen mancher Deutscher über die Diversität ihres eigenen Landes ein wenig zu dämpfen.
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich könnte man sagen, ist das doch gar nicht der Rede wert. Welche Rolle spielt die Hautfarbe bei jemandem, der die „heute“-Sendung im ZDF moderiert?

Doch ganz so weit sind einige Deutsche noch nicht.

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Bereits im Mai hatte das ZDF entschieden, dass künftig die Schwarze Jana Pareigis als Nachfolgerin von Petra Gerster um 19 Uhr an den Start gehen soll, im Wechsel mit Christian Sievers und Barbara Hahlweg. Prompt gab es eine Fülle rassistischer Kommentare im Internet. Ob sie „wenigstens lesen“ könne, höhnte einer. Eine „Manipulation des Senders“ beklagte der Nächste: „Typisch Merkel.“ Ein Dritter schwurbelte, so werde „die Transformation der Gesellschaft“ vorbereitet.

„Ich kenne Rassismus, seit ich auf der Welt bin“

Primitiver, aggressiver, auch abgedrehter geht es nicht. Für heute Abend, so ist aus dem Sender zu hören, rechnet das ZDF mit einer zweiten Welle.

Pareigis, gebürtige Hamburgerin, wird es durchstehen: „Ich bin schwarz und kenne Rassismus, seit ich auf der Welt bin“, erzählt sie.

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Im Videointerview mit RND-Redakteurin Hannah Scheiwe spricht Pareigis voller Anerkennung über ihre Vorgängerin Petra Gerster, „die uns Frauen den Weg mit bereitet hat“. Das von Gerster eingeführte Gendern will sie beibehalten: „Mir ist wichtig, dass man alle anspricht, nicht nur Männer, nicht nur Frauen.“

Pareigis wurde kurz nach ihrer Geburt 1981 von deutsch-schwedischen Eltern adoptiert. Ihr biologischer Vater kam aus Simbabwe, ihre biologische Mutter aus Deutschland. Vielleicht kann ihre routinehafte Wiederkehr um 19 Uhr im ZDF im Laufe der nächsten Jahre dazu beitragen, das Erstaunen mancher Deutscher über die Diversität ihres eigenen Landes ein wenig zu dämpfen. 25 Prozent haben nun mal den einen oder anderen Migrations­hintergrund. Und die breite Mehrheit der übrigen 75 Prozent sieht das zum Glück völlig entspannt.

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Ein etwas globalerer Blick auf die Dinge

Bei jenen, die mit Karrieren wie der von Jana Pareigis Probleme haben und von „Quotenfrauen“ sprechen, spielen neben Chauvinismus und Rassismus oft auch schlicht Neid und Missgunst eine Rolle. Pareigis hat in New York studiert und Erfahrungen besonderer Art gesammelt, beim Peacekeeping der Vereinten Nationen etwa, bei der internationalen Nachrichtenagentur Reuters und als Moderatorin der global operierenden Deutschen Welle.

Ein etwas globalerer Blick auf die Dinge kann den Deutschen nur guttun. Das gilt umso mehr in der aktuellen Phase, in der allzu viele sich nur noch in täglicher Nabelschau ergehen. Schon wenn Pareigis in diesem Sinne auch nur ein bisschen zu einer Neujustierung beiträgt, bringt sie frischen Wind ins ZDF.

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