Die aktuellen Regeln

Einbürgerung: Würden Sie den Test bestehen?

Der Einbürgerungstest gilt als bestanden, wenn 17 aus 33 Fragen richtig beantwortet wurden.

Der Einbürgerungstest gilt als bestanden, wenn 17 aus 33 Fragen richtig beantwortet wurden.

Berlin. Um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten, müssen Einwanderer in der Regel acht Auflagen erfüllen - eine davon ist der sogenannte Einbürgerungstest. Die Themen reichen von Politik bis Karneval.

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Der Test basiert auf einem Fragenkatalog mit 310 Multiple-Choice-Fragen, zehn davon sind bundeslandspezifisch. Abgefragt werden laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) „Kenntnisse über die Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie die Lebensverhältnisse in Deutschland“.

Das BAMF informiert auf seiner Website über die Prüfstellen der jeweiligen Bundesländer. Der Test gilt als bestanden, wenn der Prüfling von den ihm vorgelegten 33 Fragen aus dem gesamten Fragenkatalog 17 in 60 Minuten richtig beantwortet hat. Fällt ein Bewerber durch, kann der Test wiederholt werden.

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Die Fragen im Katalog sind unterschiedlich leicht zu beantworten. „Was verbietet das deutsche Grundgesetz?“, dürfte für die meisten Menschen kein großes Problem darstellen. Mögliche Antworten sind: Militärdienst, Zwangsarbeit, freie Berufswahl, Arbeit im Ausland.

„Was gehört in Deutschland nicht zur Exekutive?“, ist da schon schwieriger. Lösungsoptionen sind: Polizei, Gerichte, Finanzamt und Ministerien.

Richtig hart wird es dann bei Nummer 57: „Wer wird meistens zum Präsidenten des Bundestags gewählt?“ Prüflinge können zwischen dem ältesten Abgeordneten, dem Ministerpräsidenten des größten Bundeslandes, einem ehemaligen Bundeskanzler und deinem Abgeordneten der stärksten Fraktion entscheiden.

Sehr viel Allgemeinwissen ist bei dieser Frage gefordert: „Was ereignete sich am 17. Juni 1953 in der DDR?“ War es der erste Besuch Fidel Castros, der erste SED-Parteitag, landesweite Streiks und ein Volksaufstand, oder der feierliche Beitritt zum Warschauer Pakt?

Zwangsarbeit ist übrigens in Deutschland verboten, Gerichte gehören nicht zur Exekutive, der Präsident des Bundestags kommt meist aus der stärksten Fraktion und am 17. Juni 1953 kam es in der DDR zu einem Volksaufstand. Hätten Sie es gewusst?

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Bewerber die in Deutschland ihren Schulabschluss gemacht haben müssen den Einbürgerungstest nicht machen. Wer wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit, einer Behinderung oder altersbedingt nicht in der Lage ist, ebenfalls nicht.

Sechs, sieben, oder acht Jahre Aufenthalt

Weitere Voraussetzung: ein unbefristetes Aufenthaltsrecht zum Zeitpunkt der Einbürgerung oder eine Blaue Karte EU (Aufenthaltstitel für ausländische Akademiker). Unter Umständen reicht auch eine befristete Aufenthaltserlaubnis.

Einwanderer müssen außerdem in der Regel acht Jahren gewöhnlichen und rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland nachweisen. Durch den erfolgreichen Integrationskurs kann diese Zeit auf sieben Jahre verkürzt werden.

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Bei einer besonderen Integrationsleistung reichen unter Umständen sechs Jahre Aufenthalt. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Deutschkenntnisse besonders gut sind oder ein längeres ehrenamtliches Engagement nachgewiesen werden kann.

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Alte Staatsangehörigkeit wird abgegeben

Zusätzliche Bedingungen: eine eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts, ausreichend Deutschkenntnisse (mindestens B1-Niveau), keine Verurteilung wegen einer Straftat und ein Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.

Ein Einwanderer muss sich unter Umständen bereit erklären, seine alte Staatsangehörigkeit aufzugeben. Hier gibt es Ausnahmen je nach Herkunftsland.

Einbürgerung kostet Geld

Sind alle Auflagen erfüllt, gibt es noch eine Hürde: die finanzielle. Mindestens 25 Euro für den Einbürgerungstest und 255 Euro für die Urkunde müssen Bewerber zahlen. Für die Beschaffung von Urkunden, Übersetzungen und Beglaubigungen können weitere Kosten anfallen.

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RND/dpa

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