„Der Tag“

Ein schlechter Scherz

Trang Le aus Orlando (rechts) und Maria Korynsel aus North Palm Beach zeigen ihre Unterstützung für den ehemaligen US-Präsidenten Trump. Trump muss sich als erster Ex-Präsident in der Geschichte der USA nach einer Anklage in einem Strafverfahren verantworten.

Trang Le aus Orlando (rechts) und Maria Korynsel aus North Palm Beach zeigen ihre Unterstützung für den ehemaligen US-Präsidenten Trump. Trump muss sich als erster Ex-Präsident in der Geschichte der USA nach einer Anklage in einem Strafverfahren verantworten.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ist das wirklich sein Ernst? Eigentlich war König Charles III. an diesem Samstag wieder in Großbritannien zurückerwartet worden. Schließlich soll er dort am 6. Mai offiziell zum König gekrönt werden. Doch in der Nacht sickerte aus Palastkreisen die Nachricht heraus: Charles und seine Ehefrau Camilla wollen zurück in das brandenburgische Ökodorf, das sie am Donnerstag besucht hatten. Der „Klimakönig“, hieß es, habe seine Zeit dort so sehr genossen, dass er sich als Käsehersteller niederlassen wolle. Am frühen Morgen dann die offizielle Bestätigung auf Instagram: Statt Charles III. wird wohl William V. das neue Oberhaupt der britischen Monarchie.

Falls Sie es nicht gleich gemerkt haben – wünsche ich Ihnen hiermit einen wunderbaren 1. April!

Heute müssen Sie ganz besonders vorsichtig sein – das hier wird sicher nicht der letzte Versuch gewesen sein, Sie übers Ohr zu hauen. Woher die Tradition des Aprilscherzes kommt, ist umstritten. Doch auch um seine Zukunft steht es wohl nicht besonders gut. In Zeiten digitaler Meetings und sozialer Medien sei der Aprilscherz nur noch eingeschränkt zeitgemäß, findet zum Beispiel der Kultur­wissenschaftler Gunther Hirschfelder von der Universität Regensburg. „Der Aprilscherz wird sich entweder verändern oder verschwinden. Aber wie alles andere in der Kultur kann er nicht so bleiben, wie er ist.“

Nicht mehr witzig

Das liegt vielleicht auch daran, dass die Realität oft genug schon wie ein schlechter Witz klingt. Selten war das so wahr wie während der Amtszeit von Donald Trump. Mit ihm als US-Präsidenten musste man sich an so viele Absurditäten, Krisen und Skandale gewöhnen, dass die Hintergründe in der neuesten Wendung dieser nie enden wollenden Saga auf den ersten Blick fast schon harmlos klingen: Trump hatte kurz vor seiner Wahl zum Präsidenten im Jahr 2016 Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels zahlen lassen, nachdem diese behauptet hatte, sie habe Sex mit ihm gehabt.

Das klingt, gemessen an den anderen Dingen, die Trump sonst noch zur Last gelegt werden, fast schon unspektakulär. Doch es ist diese mutmaßliche Straftat, die nun dazu führt, dass sich Trump als erster Ex-Präsident in der US-Geschichte in einem Strafverfahren verantworten muss. Ein historischer Vorgang, der die ohnehin schon uneinigen Staaten von Amerika weiter zerreißen wird. Die Schadenfreude auf der einen und die Empörung auf der anderen Seite sind jedenfalls groß. Fachleute befürchten, dass auf diese und weitere Anklagen „Schuld­zuweisungen und Vergeltungs­maßnahmen folgen werden“ – zulasten der „politischen Gesundheit“ des Landes, wie es in der „New York Times“ heißt. Wie so oft bei Trump bleibt einem schnell das Lachen im Hals stecken.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in diesen Tag,

Ihre Anna Schughart

Der Tag

Wissen, was der Tag bringt – mit dem Nachrichten-Briefing vom RedaktionsNetzwerk Deutschland. Jeden Morgen um 7 Uhr.

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Zitat des Tages

Die Russland-Politik der finnischen Regierung wird zunehmend auf Abschreckung basieren statt wie bisher auf Dialog mit Moskau.

Minna Ålander,

Sicherheitsexpertin vom Finnish Institute of International Affairs zum RND

Finnlands Weg in die Nato ist frei. In der Nacht zu Freitag hat die Türkei als das letzte der 30 Nato-Mitglieder dem Beitritt zum Militär­bündnis zugestimmt.

 

Wer heute wichtig wird

Seine Ernennung als Bayern-Trainer war eine Überraschung. Nun muss sich Thomas Tuchel in seinem Premierenspiel als Trainer des FC Bayern München gegen seinen Ex-Klub und Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund unter Beweis stellen. „Die Bedeutung ist uns sehr bewusst. Das wird ein heißes Match“, sagte der Nachfolger von Julian Nagelsmann vor dem Topspiel Zweiter gegen Erster am Samstag (18.30 Uhr, Sky). „Das Spiel wird eine Signalwirkung haben“, sagte Tuchel zum Titelkampf mit dem BVB.

Seine Ernennung als Bayern-Trainer war eine Überraschung. Nun muss sich Thomas Tuchel in seinem Premierenspiel als Trainer des FC Bayern München gegen seinen Ex-Klub und Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund unter Beweis stellen. „Die Bedeutung ist uns sehr bewusst. Das wird ein heißes Match“, sagte der Nachfolger von Julian Nagelsmann vor dem Topspiel Zweiter gegen Erster am Samstag (18.30 Uhr, Sky). „Das Spiel wird eine Signalwirkung haben“, sagte Tuchel zum Titelkampf mit dem BVB.

Unsere Sportredaktion hat für Sie als Warm-up ein umfangreiches Paket zusammen­gestellt und erklärt unter anderem, wie BVB-Trainer Edin Terzić sein Team auf das Spiel der Saison vorbereitet.

 

Termin des Tages

Der Papst wird entlassen: Franziskus musste einige Tage wegen einer Bronchitis im Krankenhaus bleiben. Die Antibiotikum­behandlung schlug nach Angaben des Heiligen Stuhls an, sodass der Pontifex am Samstag die Klinik verlassen und in den Vatikan zurück­kehren soll.

 

Leseempfehlungen

Kein Zugang zu den Gefühlen: „Ich fühle mich nicht geliebt“ – haben Sie das schon einmal gesagt oder gedacht? Dann sind Sie einem Pseudogefühl aufgesessen. Einem Gefühl, das eigentlich keines ist. Vivien Valentiner erklärt, warum manche Menschen keinen Zugang zu ihren Emotionen haben, sie nicht wahrnehmen oder mitteilen können – und was dann hilft (+).

Keine Sache der Gefühle: Die Autorin Emilia Roig ist zwar gern ein Gast auf Hochzeiten, trotzdem ist sie überzeugt: Die Ehe gehört abgeschafft. Warum sie die Ehe für nicht reformierbar hält – und warum das bei vielen Menschen auf Widerstand stößt, erklärt Roig im Interview (+).

 

Aus unserem Netzwerk

Bundeskanzler Olaf Scholz hat nach Informationen der „Ostsee-Zeitung“ das Verteidigungs- und das Wirtschaftsministerium aufgefordert, eine Ansiedlung des Offshore-Plattform-Bauers Smulders in Rostock möglich zu machen. Und jetzt will sogar noch ein zweites Unternehmen in der Hansestadt Plattformen für Windparks fertigen (+).

 

Der Podcast des Tages: „Geyer und Niesmann“

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