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„Mir zum Freund geworden“ – So erinnern sich Schröder, Putin und Johnsen an Chirac

  • Für Gerhard Schröder war er ein großer Europäer, für seinen Nachfolger François Hollande ein Freund aller Franzosen.
  • Staats- und Regierungschefs und Politiker auf der ganzen Welt trauern um Jaques Chirac.
  • Der ehemalige französische Präsident ist am Donnerstag im Alter von 86 Jahren gestorben.
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Der frühere französische Regierungschef und Präsident Jaques Chirac ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er hat nicht nur Frankreich, sondern auch die internationalen Beziehungen nachhaltig geprägt. Weggefährten, Staatschefs und internationale Politiker kondolierten Chirac am Donnerstag und riefen dessen politisches und menschliches Erbe in Erinnerung.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hat Chirac als großen Europäer gewürdigt. „Ihm war klar, dass Europa nur gut funktionieren kann, wenn Deutschland und Frankreich sich einig sind“, sagte Schröder am Donnerstag in Berlin. „Die symbolisch wichtigste Geste zeigte er am 60. Jahrestag des ‚D-Day‘ im Jahr 2004, als er mich als Vertreter Deutschlands zur Gedenkveranstaltung in der Normandie einlud“, sagte Schröder. „Er war ein erfahrener Politiker, ein geschichtsbewusster Europäer, ein charmanter Mensch … ich werde einen Mann vermissen, der mir zum Freund geworden ist.“

Der frühere französische Staatschef François Hollande hat den verstorbenen Amtsvorgänger Jacques Chirac als einen großen Vertreter Frankreichs gewürdigt. „Er war ein Kämpfer“, erklärte Hollande, der von 2012 bis 2017 im Élysée-Palast regierte, am Donnerstag via Twitter. „Die Franzosen, gleich welcher Auffassung, verlieren heute einen Staatsmann, aber auch einen Freund“, schrieb der Sozialist.

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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ließ durch seine Sprecherin am Donnerstag in Brüssel mitteilen, er verliere einen engen persönlichen Freund. „Der Präsident findet keine Worte, seine Trauer auszudrücken“, sagte sie. Chiracs politisches Erbe für Frankreich und Europa werde ewig Bestand haben.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den verstorbenen französischen Exstaatschef Jacques Chirac als weisen und weitsichtigen Staatsmann bezeichnet. Eine ganze Ära in der Geschichte Frankreichs sei mit seinem Namen verbunden, heißt es in einem Beileidsschreiben, das der Kreml am Donnerstag in Moskau veröffentlichte. Putin habe den früheren Präsidenten für seinen Verstand, sein großes Wissen und die Fähigkeit bewundert, fundierte Entscheidungen selbst in den schwierigsten Situationen zu treffen. Zugleich erinnerte der Kremlchef daran, dass Chirac persönlich einen großen Beitrag geleistet habe, damit sich die Beziehungen zwischen Frankreich und Russland weiter entwickelten.

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Auf Twitter bekundete auch der deutsche Außenminister Heiko Maas seine Trauer um Chirac. Maas hob dessen Ablehnung des Irak-Kriegs und seine Rolle in der Aufarbeitung der NS-Zeit hervor.

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Der britische Premierminister Boris Johnson schrieb: „Jacques Chirac war ein beeindruckender politischer Anführer, der das Schicksal seiner Nation in einer mehr als vier Jahrzehnte langen Karriere prägte.“ Sein Verlust werde sich in ganz Frankreich und über die Generationen hinweg bemerkbar machen.

Der bolivianische Präsident Evo Morales bekannte ebenfalls auf Twitter seine Trauer. Er schrieb: „Wir bedauern den Tod von Bruder Jacques Chirac, dem ehemaligen Präsidenten von Frankreich, der den Beginn der demokratischen und kulturellen Revolution in Bolivien solidarisch begleitet hat. Wir ehren seine Arbeit und sein Vermächtnis für die Demokratie und den Aufbau einer multipolaren Welt.“

Der Präsident Gabuns, Ali Bongo Ondimba, nannte Chirac einen großen Freund seines Landes und aufrichtigen Liebhaber Afrikas. „Er war für mich mehr als ein Freund, ein spiritueller Vater, dessen Freundlichkeit ich nie vergessen werde. Im Namen des gabunischen Volkes möchte ich seinen Angehörigen und dem französischen Volk mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen.“ Das zentralafrikansiche Land Gabun erlangte 1960 die Unabhängigkeit von Frankreich.

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Auch der spanische Präsident Pedro Sánchez kondolierte: „Im Namen der spanischen Regierung möchte ich der Familie von Jacques Chirac und dem gesamten französischen Volk unser Beileid aussprechen. Als Premierminister, Bürgermeister von Paris und Präsident der Französischen Republik verlässt ein Anführer, der die europäische Politik geprägt hat, das Land.“

RND/dpa/fh