Ein Funken Hoffnung für Afghanistan

  • Seit Jahrzehnten wird Afghanistan durch Krieg und Terror destabilisiert.
  • Die Friedensverhandlungen zwischen Regierung und Taliban könnten eines der ärmsten Länder der Welt auch wirtschaftlich gesunden lassen.
  • Allerdings ist nicht sicher, ob die Konfliktparteien tatsächlich mehr an Konsens als an Dominanz interessiert sind, kommentiert Daniela Vates.
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Berlin. Es kann sein, dass etwas Historisches seinen Anfang nimmt in Katar. Die Friedensverhandlungen für Afghanistan haben dort begonnen. Die radikalislamischen Taliban und die Regierung sitzen zusammen, und der Plan ist, dem Land Ruhe, Stabilität und Frieden zu schenken.

Es wäre ein Segen. 40 Jahre währt die Unsicherheit und das Blutvergießen in dem Land, in dem um politische, religiöse und ethnische Vorherrschaft gekämpft wurde und wird, in dem Chaos und Hoffnungslosigkeit zum wirtschaftlichen Niedergang und zum Gedeihen von Terrorgruppen führte. Hunderttausende Tote hat es gegeben, der Terror gehört zum Alltag.

“Es gibt keine gänzlich sicheren Orte”, schreibt das Auswärtige Amt in seinen Länderhinweisen.

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Afghanische Friedensgespräche in Doha
1:21 min
In Katars Hauptstadt Doha haben am Samstag afghanische Friedensgespräche begonnen.  © Reuters

Armut und Gefahr

Afghanistan, reich an Bodenschätzen und an berückender Landschaft, ist eines der ärmsten und gefährlichsten Länder der Welt. Es ist kein Wunder, dass immer noch so viele Afghanen ihr Land verlassen – und zynisch, ihnen die Fluchtgründe abzusprechen.

Eine sichere Zukunft in Afghanistan gibt es nur, wenn sich das Land politisch stabilisiert und in der Folge auch wirtschaftlich gesunden kann. Die Konfliktparteien müssten sich dazu durchringen, auf Konsens statt auf Dominanz zu setzen. Das fällt auch anderen schwer.

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In den vergangenen Monaten allerdings hat die Gewalt der Taliban wieder zugenommen. Ihr Ziel eines islamistischen Staates verheißt wenig Gutes, vor allem für die Frauen. Und auch die Rolle der USA macht keine große Hoffnung.

Sie haben dazu beigetragen, vor 40 Jahren das Chaos anzurichten, das auch als Stellvertreterkrieg mit der Sowjetunion begann. Nun will US-Präsident Donald Trump möglichst noch vor der Wahl im November den Rückzug der US-Truppen verkünden.

Es besteht die Gefahr, dass die Friedensverhandlungen zu einer weiteren Fußnote des Afghanistan-Konflikts werden, wenn das Scheinwerferlicht von Katar wieder erlischt.

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