Ein einsamer Winter in den Bergen

  • Corona stoppt in diesem Winter wohl auch den Skitourismus.
  • Für eine Milliardenbranche ist der Lockdown eine Katastrophe.
  • Die Verhandlungen um den Brexit-Handelspakt stehen derweil vor dem Scheitern.
Das tägliche Briefing
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

zurück zur Normalität, zurück zum alten Leben: Der Wunsch war im vergangenen Dreivierteljahr wohl bei den meisten Menschen immer da. Besonders groß aber wird er immer dann, wenn es um den Urlaub geht. Schon im Sommer sollte das Reisen der Beleg für ein normales Leben sein – mit den bekannten Folgen: Wochenlang drehte sich die Corona-Debatte um Risikogebiete im Ausland und um Tests für Reiserückkehrer. Jetzt rückt die Skisaison näher – und die Reisedebatte beginnt erneut.

Ist Skitourismus unter den aktuellen Corona-Bedingungen wirklich denkbar? War Ischgl im vergangenen Winter nicht Mahnung genug?

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Virologen gruselt es vor der Vorstellung, dass sich lange Schlangen an Liften bilden. Aber auch beim Winterurlaub gibt es mächtige wirtschaftliche Interessen. Zumindest in Bayern und Österreich aber haben sie sich nicht komplett durchsetzen können – einer Milliarden­industrie im Schnee droht jetzt praktisch ein Lockdown. RND-Korrespondent Patrick Guyton hat sich auf den Weg in die Berge gemacht und mit Menschen in den bayerischen Alpen gesprochen, die auf trostlose Weihnachtsferien ohne Urlauber blicken. RND-Redakteur Alexander Krenn, Skifahrer seit frühester Jugend, beschreibt die Interessenlage (und die Macht) der österreichischen Liftbetreiber und liefert Einblicke in eine ganz eigene Alpenwelt.

Für alle, die auf die Winterferien verzichten müssen, gibt es einen (schwachen) Trost: Die neue Staffel der „Bergretter“, derzeit die erfolgreichste Abendserie im ZDF, spielt auch in den nächsten Folgen im Schnee – das nächste virtuelle Ersatzerlebnis in Corona-Zeiten.

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Es geht um alles

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Wer dieser Tage von einer „Woche der Entscheidung“ liest, der landet wenig später ganz sicher beim Brexit. Es hat schon viele dieser Wochen gegeben, ohne dass am Ende wirklich eine Entscheidung stand. Jetzt bleibt aber nur noch das Wochenende, um eine vertragliche Lösung für die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien zu finden.

Am Freitagabend standen die Zeichen dafür denkbar schlecht. Die Unterhändler kamen auf keinen gemeinsamen Nenner, die Verhandlungen mussten unterbrochen werden. Heute soll es nun zu einem Krisentreffen zwischen EU-Kommissions­präsidentin Ursula von der Leyen und dem britischen Premierminister Boris Johnson kommen, um ein Scheitern der Verhandlungen vielleicht doch noch abwenden zu können. Es stehe „Spitz auf Knopf“, sagte der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europaparlament, Bernd Lange (SPD), am Freitagabend dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND).

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Zitat des Tages

Er war nicht in der Halbzeit in der Kabine und hat geheult, sondern er hat umgestellt, auf Manndeckung.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff am Freitag über das Verhalten von Bundestrainer Joachim Löw beim 0:6 gegen Spanien

Leseempfehlungen

Was bedeuten der Rauswurf und Rücktritt von Magdeburg? RND-Haupstadt­korrespondent Jan Sternberg analysiert die Regierungkrise in Sachsen-Anhalt. Es geht um viel mehr als nur die Debatte über die Erhöhung des Rundfunk­beitrages.

Der Ire ist beliebter Dauergast in Castingshows wie „The Voice of Germany“. Doch Rea Garvey, der seit mehr als zwei Jahrzehnten in Deutschland lebt, ist nach wie vor in erster Linie Musiker. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) spricht der 47-Jährige über sein neues Album „Hy Brasil“, seine Familie und die Folgen der Corona-Pandemie. „Ich bin mir nicht sicher, ob in der Politik alle verstanden haben, wie existenziell die Nöte für viele Menschen in meiner Branche inzwischen sind“, sagt Garvey.

Die Impfungen gegen Corona stehen unmittelbar bevor. Damit wird auch eine neue gesellschaftliche Debatte beginnen: Sollen Geimpfte Privilegien etwa bei Reisen oder Konzerten bekommen – oder ist dies ein gefährlicher Schritt in die Zweiklassen­gesellschaft? Die RND-Magazin­redaktion liefert einen Beitrag zur Diskussion mit einem Pro und Kontra.

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Die Frachtsparte der Deutschen Bahn hat Nachholbedarf: Bis 2030 soll der Güterverkehr auf der Schiene seinen Marktanteil um 6 Prozent erhöhen. Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, will nun neue Kunden mit einem Expresszug-Netzwerk gewinnen. Im Interview mit RND-Autor Frank-Thomas Wenzel gab Nikutta das Ziel aus, DB Cargo zum wichtigsten europäischen Bahnlogistik­unternehmen machen zu wollen.

Die Termine des Tages

In Paris werden heute neue Massenproteste gegen Frankreichs neues Polizeigesetz erwartet. Das Gesetz ist zwar abgeschwächt worden, geht aber vielen Bürgerrechtlern immer noch zu weit. Bei Protesten am vergangenen Wochenende hatte es Gewalt gegen Polizisten gegeben.

In Berlin gibt es einen Aktionstag für Abrüstung. Geplant ist eine Menschenkette zwischen Kanzleramt und Bundestag – natürlich mit ausreichend Abstand. DGB-Chef Reiner Hoffmann wird eine Rede halten.

In London gehen die Verhandlungen über einen Wirtschaftsvertrag zwischen der EU und Großbritannien nach dem Brexit weiter.

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Wer heute wichtig wird

Er ist eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Sozialdemokratie: Ralf Stegner war schon stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD, er war Partei- und Fraktionschef in Schleswig-Holstein. Jetzt will der 60-Jährige in den Bundestag. Heute entscheiden die Genossen im Wahlkreis Pinneberg, ob sie Stegner für die Wahl im nächsten Herbst ins Rennen schicken. „Die Power ist bei mir – mit SPD-Durchschnittsalter – noch reichlich vorhanden“, sagt Stegner über sich selbst. © Quelle: Frank Molter/dpa

Unsere News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihr Jörg Kallmeyer

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