Ein Blick in die Stube von Franco A. im französischen Illkirch

Im Fall des in Untersuchungshaft sitzenden Oberleutnants Franco A. sind nun erste Bilder aus der Stube im französischen Illkirch aufgetaucht. Das Material, das dem RND vorliegt, zeigt unter anderem das Gehäuse eines Sturmgewehrs vom Typ G 36 mit eingeritztem Hakenkreuz, sowie eine Pergament-Urkunde aus dem Dritten Reich.

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Hannover. Im Fall des in Untersuchungshaft sitzenden Oberleutnants Franco A., dem rechtsextremistisches Denken und Terrorpläne vorgehalten werden, hat das Verteidigungsministerium ein 25-seitiges Faktenpaket erstellt. Nach einem Bericht des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) wird mittlerweile auch wegen eines Diebstahls von Munition am Standort Illkirch, wegen verfassungswidriger Symbole an Wänden und an Bundeswehreigentum ermittelt. Außerdem wird nach internen Ermittlungen der Kreis eines möglichen Netzwerkes auf bis zu fünf Personen veranschlagt.

Gekritzel auf der Wand in der Stube von Franco A.: ZU lesen ist „H...H“ oder auch „H...J“.

Das Material, das dem RND vorliegt, zeigt unter anderem das Gehäuse eines Sturmgewehrs vom Typ G 36 mit eingeritztem Hakenkreuz, ein Wand-Graffiti mit „H…H“ (hinter dem Heil Hitler vermutet wird), sowie eine Pergament-Urkunde samt Text mit Darstellung eines Wehrmachtsoldaten.

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Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Ermittelt wird in den Standorten Illkirch, Schwarzenborn, Idar-Oberstein und Munster. Am Standort Illkirch wird nicht nur wegen Hinweise auf rechtes und völkisches Gedankengut“ ermittelt, teilt Verteidigungsstaatssekretär Gerd Hoofe mit, sondern es gebe auch „Anhaltspunkte für einen möglichen Munitionsverlust/Diebstahl“.

Die Obleute des Verteidigungsausschuss wurden für Dienstagabend ab 20 Uhr zu einer vertraulichen Unterrichtung gebeten. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen gegen den terrorverdächtigen Bundeswehr-Offizier übernommen. Es bestehe der Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, sagte ein Sprecher am Dienstag.

Von Dieter Wonka/RND