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„Der Tag“

Ein bisschen Frieden – in Turin

Das Kalush Orchestra aus der Ukraine performt mit dem Titel „Stefania“ bei der ersten Generalprobe für das Finale des Eurovision Song Contests (ESC).

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es war das Jahr 1982, in dem die deutsche Sängerin Nicole mit ihrem Lied „Ein bisschen Frieden“ den Eurovision Song Contest, der damals in Deutschland noch auf Französisch Grand Prix Eurovision de la Chanson genannt wurde, gewann. Mein Kollege Imre Grimm hat im Laufe der vergangenen Jahre immer wieder an den Sieg der deutschen Schlager­ikone und damit auch an diese Zeile erinnert.

In diesem Jahr ist es besonders wünschens­wert, dass die Worte Nicoles endlich Wirklichkeit werden.

Wenn heute Abend im italienischen Turin 25 Länder um den besten Popsong wett­eifern, wird umso deutlicher daran erinnert werden, dass der internationale und manchmal als etwas putzig-schrullig anmutende Wettbewerb einmal erfunden wurde, um den Zusammen­halt in Europa zu stärken. Dieses Anliegen mag zwischen schrillen Kostümen und wunderlichen Barden zuletzt in den Hinter­grund getreten sein. Heute Abend um 21 Uhr aber werden kein Künstler, keine Sängerin und keine Band auf die Bühne treten, ohne an das unendliche Leid durch den russischen Angriffs­krieg in der Ukraine zu erinnern – und vielleicht sogar ihre Solidarität bekunden.

Imre Grimm berichtet live für Sie vom Veranstaltungsort – und schreibt: „Noch keinem Land flogen jemals derart die Herzen zu wie der Ukraine im Jahr der ‚Zeiten­wende‘ 2022. Im Halb­finale applaudierten 11.000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Stehen. Gut möglich, dass die Friedens­sehn­sucht von Millionen TV-Zuschauern das geschundene Land am Ende zum Sieg tragen wird. Und sei es nur, um dem disqualifizierten Russland und Wladimir Putin zu zeigen: Wir feiern hier ein Fest, und ihr seid nicht dabei.“

Auftakt beim Eurovision Song Contest: Wie stehen die Chancen für Deutschland?

Das Finale des Eurovision Song Contest 2022 steigt am Samstag in Turin. Einen Tag vorher richten sich alle Augen auf die favorisierte Ukraine.

Die Ukraine ist dann auch der haus­hohe Favorit der Herzen beim Eurovision Song Contest 2022, bei dem 25 Teilnehmende aus insgesamt 40 Ländern um den Sieg konkurrieren. Im Interview mit RND-Redakteur Imre Grimm, spricht Frontmann Oleg von der Band Kalush Orchestra über die Kultur seiner vom Krieg zerstörten Heimat, weinende Mütter und die Hoffnung auf einen ESC 2023 in der Ukraine.

Deutschland dagegen bleibt das Sorgen­kind des europäischen Musik­spektakels: „Die Schreckens­bilanz der letzten sechs Jahre: zweimal Letzter, dreimal Vorletzter (immerhin: einmal Vierter mit Michael Schulte 2018). Die Buch­macher sahen den diesjährigen Kandidaten Malik Harris mit seiner intimen, aber wenig aufregenden Kindheits­bilanz ‚Rockstars‘ zuletzt auf Platz 23 von 25 Finalisten. Sein Start­platz ist die Nummer 13. Mal sehen, wie viele Punkte es gibt.

Scholz telefoniert mit Putin – die FDP probt eine Farce

Gestern Vormittag hatte es kurz so gewirkt, als würde es Streit geben in der Regierungs­koalition. Das anfangs so strahlende Licht der Ampel flackert schließlich seit Wochen, und längst ist es kein Geheimnis mehr, dass sich die Parteien des Bündnisses beim Abschluss des Koalitions­vertrages stark strapaziert haben. Gestern nun waren es Abgeordnete der FDP, die nach einem Besuch von Bundes­kanzler Olaf Scholz im Verteidigungs­ausschuss kurz­zeitig den Eindruck erweckten, sie hätten das Gremium aus Protest gegen die mangelnde Auskunfts­bereitschaft des Regierungs­chefs vorzeitig verlassen.

Am Ende des Tages und zahlreiche Anrufe bei den Mitgliedern des Gremiums später waren es die Liberalen, die irgendwie bedröppelt dastanden. Nach gründlichen Recherchen zahl­reicher Hauptstadt­journalisten und ‑journalistinnen schrumpfte der „Vorgang“ schließlich zu einer missglückten Aktion. Der vermeintliche Eklat endete als Farce, fasst RND-Haupt­stadt­korrespondent Markus Decker, der den Tag hier noch einmal Revue passieren lässt, in seinem Kommentar zusammen.

Aus dem Bundes­kanzleramt hieß es kurz nach der Sonder­sitzung, dass Olaf Scholz mit Wladimir Putin telefoniert habe. Sein Punkt: Putin solle einem Waffen­stillstand zustimmen. In einem 75-minütigen Telefonat am Freitag­vormittag forderte der SPD-Politiker einen schnellen Waffen­stillstand im Ukraine-Krieg, die Verbesserung der humanitären Lage im Kriegs­gebiet und Fortschritte bei der Suche nach einer diplomatischen Lösung des Konflikts, wie Regierungs­sprecher Steffen Hebestreit auskunfts­freudig mitteilte.

Zitat des Tages

Ich will keine Galionsfigur für diese Bratwurst­bude sein.

Deniz Yücel,

Journalist, kurz nachdem er gestern Abend als Präsident der Schriftstellervereinigung Pen zurückgetreten war

Leseempfehlungen

Kostet ein Männer­haarschnitt bald 100 Euro? Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Europa wird vieles teurer – nun auch der neue Haar­schnitt. Eine Preis­steigerung im zwei­stelligen Bereich prognostiziert der Geschäfts­führer des Zentral­verbandes der Friseure gegenüber RND-Autorin Larissa Kahr. „Wir stehen unter einem hohen Wett­bewerbs­druck“, sagt er.

In Essen kann ein mutmaßlich geplanter Anschlag eines 16-Jährigen an zwei Schulen verhindert werden: Gegen den Jugendlichen wird Haftbefehl erlassen, er muss in Untersuchungs­haft. Zwei Rechtsexperten geben gegenüber dem RND eine Einschätzung, wie es nun für den Tatverdächtigen weitergehen könnte.

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Die Polizei in Sachsen möchte einen Polizei­anwärter loswerden. Der Grund? Der Anwärter identifiziert sich mittler­weile als Mann, hat sich aber noch als Frau beworben. Die Polizei wirft ihm vor, bei der Einstellung nicht die Wahrheit gesagt zu haben, wie die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet.

Termine des Tages

Die Außenminister der G7-Staaten beenden heute ihr zweitägiges Treffen an der Ostsee. An Tag eins hatte der Krieg in der Ukraine im Zentrum der Gespräche gestanden. Gegen Mittag will Außenministerin Annalena Baerbock über die Ergebnisse des Treffens informieren.

In Finnland wollen die regierenden Sozialdemokraten über ihre Position zum Nato-Beitritt entscheiden. Bereits am Donnerstag hatten sich die finnische Regierungschefin Sanna Marin und Präsident Sauli Niinistö ausdrücklich für einen sofortigen Antrag auf Nato-Mitgliedschaft ausgesprochen.

In Frankfurt beginnt heute Europas erstes K‑Pop-Festival. Am ersten Festivaltag von KPOP.FLEX treten im Deutsche-Bank-Park, dem Waldstadion, zehn Bands aus Südkorea auf. Schon am Vormittag findet vor den Toren des Stadions ein Fanfest statt.

Wer heute wichtig wird

Wenn Hertha BSC am heutigen letzten Spieltag der Bundesliga den Klassenerhalt schafft, dann wird er seinen gewichtigen Anteil daran gehabt haben: Felix Magath, Cheftrainer des Hauptstadtklubs. Vor seiner Ankunft hatte der Berliner Sport-Club vor allem mit Schlagzeilen abseits des Platzes von sich reden gemacht. Heute kämpft die Hertha im Fernduell mit dem VfB Stuttgart um den letzten sicheren Tabellenplatz. Dem Verlierer droht die Teilnahme an der Relegation und damit in letzter Konsequenz der Abstieg.

Wenn Hertha BSC am heutigen letzten Spieltag der Bundesliga den Klassenerhalt schafft, dann wird er seinen gewichtigen Anteil daran gehabt haben: Felix Magath, Cheftrainer des Hauptstadtklubs. Vor seiner Ankunft hatte der Berliner Sport-Club vor allem mit Schlagzeilen abseits des Platzes von sich reden gemacht. Heute kämpft die Hertha im Fernduell mit dem VfB Stuttgart um den letzten sicheren Tabellenplatz. Dem Verlierer droht die Teilnahme an der Relegation und damit in letzter Konsequenz der Abstieg.

Der Podcast des Tages: Geyer & Niesmann

Mit Florian Schröder (Radio eins) und Thielko Grieß (Deutschlandfunk) debattieren Steven Geyer und Andreas Niesmann, was Putin über den weiteren Kriegs­verlauf verraten hat und wie es um seine Macht steht, was der Kiew-Besuch von Außen­ministerin Baerbock bewegt hat und wie erfolgreich Wirtschafts­minister Habeck die Sanktions­politik erklärt. Außerdem geht es um die Helikopter­affäre der Verteidigungs­ministerin, den Zickzackminister Lauterbach und die anstehende Wahl in NRW.

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„Der Tag“ als Podcast

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihre Dany Schrader

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