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Ein anspruchsvoller Gegner – und die Sehnsucht nach einer Welt ohne Maske

  • Die deutsche Nationalelf trifft bei ihrem ersten EM-Gruppenspiel heute auf Angstgegner Frankreich.
  • Der Auftakt vor 14.000 Zuschauerinnen und Zuschauern wird eine harte Probe für das Löw-Team und ist mitentscheidend für den weiteren Turnierverlauf.
  • Politik und Wissenschaft diskutieren derweil über die Abschaffung der Maskenpflicht.
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Hannover. Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

heute Abend beginnt die Europa­meisterschaft endlich auch für jene Fans, die sich nur alle paar Jahre mal für den Fußball begeistern können und eben nur dann hinschauen, wenn die deutsche Elf antritt. Um 21 Uhr trifft die National­mannschaft in München in ihrem ersten Gruppenspiel der Europa­meisterschaft auf den Weltmeister und Turnierfavoriten Frankreich.

Nach allem, was darüber im Vorfeld zu lesen war, läuft das Herangehen von Trainer Joachim Löw auf eine fast schon dialektische Taktik hinaus: Um der schnellen und ziemlich durchschlags­kräftigen Offensive der Franzosen zu begegnen, sollen in der deutschen Abwehr wohl drei statt der üblichen zwei Innenverteidiger auflaufen. Weil das allein aber doch etwas zu sehr nach Ängstlichkeit klingt, betonen gleichzeitig Bundestrainer und Spieler seit Tagen, dass man mit drei Innenverteidigern womöglich sogar offensiver spielen könne als mit zweien. Wie es ausgeht? Das ist noch ungewiss.

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Havertz oder Sané, Kimmich auf rechts? Die letzten Infos zum EM-Auftakt der DFB-Elf gegen Frankreich
5:54 min
Am Dienstag wird es für Deutschland ernst. Alle wichtigen Infos vor dem Auftaktspiel der DFB-Elf liefert RND-Chefreporter Tobias Manzke vom Abschlusstraining.  © RND

Einer zeigt sich vor dem Duell mit dem Topfavoriten Frankreich schon einmal zuversichtlich: Franz Beckenbauer. Im Interview mit dem Sportbuzzer spricht er über die Chancen der DFB-Auswahl und verrät, was ihn optimistisch stimmt. Zudem blickt er auf ein legendäres Duell mit der „Équipe Tricolore“ zurück und beleuchtet die Entwicklung von Toptalent Kai Havertz.

Für eine Überraschung sorgte Bundestrainer Löw bereits gestern Abend. Er stellte dem zuletzt angeschlagenen Bayern-Star Leon Goretzka ein Kader-Comeback in Aussicht. Es sei zwar klar, dass Goretzka kein Kandidat für die Startelf sei, eventuell könne er aber „für eine gewisse Zeit spielen“, so Löw. Ob Goretzka im Aufgebot steht oder nicht, hat definitiv Auswirkungen auf andere Spieler: Drei Spieler muss Löw aus seinem 26-Mann-Kader je Spieltag streichen.

Wann fällt der Mund-Nasen-Schutz?

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Deutschland lässt die Masken fallen – zumindest hätte man das in den vergangenen Tagen denken können. Wie so oft in der Corona-Krise entfaltete auch die jüngste Debatte um ein mögliches Ende der Maskenpflicht eine Kraft, die so manchen aufgrund ihrer Eile mit dem Kopf schütteln ließ.

Denn der Vorstoß von Bundesjustiz­ministerin Christine Lambrecht (SPD), die Länder sollten doch prüfen, ob und wann eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig sei, kam für viele angesichts zahlreicher anderer Lockerungen noch viel zu früh. Andere wiederum können es nicht erwarten, in der Schule, im Büro oder im Supermarkt endlich die Maske abstreifen zu dürfen. Auch das ist nach eineinhalb kräftezehrenden Pandemie­jahren mehr als verständlich.

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Gestern dann ruderten Politik und Wissenschaft in seltener Einigkeit erst mal wieder zurück, wie die Korrespondentinnen und Korrespondenten aus dem Berliner RND-Büro in ihrem Faktencheck rund um die Maskendebatte berichten. Zwar hält auch Bundes­gesundheits­minister Jens Spahn (CDU) nach eigener Aussage eine schrittweise Aufhebung der Vorschrift für denkbar – allerdings nur für draußen. Virologen, Epidemiologen und Aerosolforscher – und das ist jetzt wirklich keine Überraschung – mahnten einmal mehr, dass die Maske vor allem in Innenräumen ein hochwirksamer und noch lange benötigter Schutz gegen die Ausbreitung des Virus ist.

Laut einer von der Weltgesundheits­organisation in Auftrag gegebenen Metaanalyse reduziert ein Mund-Nasen-Schutz das relative Infektionsrisiko sogar um ganze 80 Prozent, berichtet meine Kollegin Laura Beigel. Und nicht nur das: Auch die Verbreitung der Grippe und anderer Infektions­krankheiten ist im Pandemiejahr aufgrund der – wir erinnern uns – AHAL-Regeln, also Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen, regelmäßig lüften, deutlich zurückgegangen, berichtet Johanna Apel.

Und schließlich reicht ein Blick nach Großbritannien, um zu sehen, wie schnell Lockerungen wieder ausgebremst werden können. Premierminister Boris Johnson etwa verschob den ursprünglich für den 21. Juni geplanten „Tag der Freiheit“ mit der Aufhebung aller Kontakt­beschränkungen gestern um vier Wochen, weil die Deltavariante des Coronavirus die Infektionszahlen wieder auf bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Woche steigen lässt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnen auch für Deutschland vor dieser als besonders ansteckend geltenden Variante – und ihren Auswirkungen auf die Wucht einer möglichen vierten Welle im Herbst.

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Zitat des Tages

Niemand hat mich geschlagen oder auch nur mit dem Finger berührt.

Roman Protassewitsch, in Belarus inhaftierter Blogger und Regierungskritiker, der am Montag überraschend bei einer Pressekonferenz sprach
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Leseempfehlungen

Das nettere Miteinander von Europäern und Amerikanern ist erfreulich, aber nichts, worauf man sich ausruhen sollte. Das Bündnis muss jetzt strategisch und technologisch neue Saiten aufziehen und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts annehmen. Taktfrequenzen und Terabytes könnten schon bald über Krieg oder Frieden entscheiden, kommentiert RND-Chefautor Matthias Koch.

Die frühere US-Regierung hat Tele­kommunikations­daten von Journalisten, Abgeordneten und dem Justiziar des Weißen Hauses abgegriffen. Mutmaßlich ließ Ex-Präsident Donald Trump so mit allen Mitteln nach undichten Stellen in seiner Umgebung suchen. Nun wollen die Demokraten die Verantwortlichen im Kongress zur Rede stellen, berichtet RND-Korrespondent Karl Doemens.

Aus unserem Netzwerk: Vorfreude auf Konzerte

Der Auftritt in München ist bereits ausverkauft. Doch die kalifornischen Rockgiganten von Guns n’ Roses kommen 2022 noch für ein weiteres Konzert nach Deutschland. Am 15. Juli des kommenden Jahres wollen sie die HDI-Arena in Hannover mit ihrem Rock ’n’ Roll bespielen, berichtet die „Hannoversche Allgemeine“. Das letzte Konzert dort gab es 2017 – und war gewittergeflutet und legendär zugleich.

Termine des Tages

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9 Uhr: Der Bundes­gerichtshof in Karlsruhe klärt in zwei Dieselfällen, ob Kläger auch dann Anspruch auf Schadensersatz haben, wenn sie das Auto weiterverkauft haben. In einen Fall hatte der Kläger seinen VW bei einem Audi-Vertragshändler in Zahlung gegeben und zusätzlich eine „Wechselprämie“ bekommen. Ob die Urteile heute bereits verkündet werden, ist offen.

10 Uhr: Bundes­innen­minister Horst Seehofer (CSU) und Thomas Haldenwang, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, stellen den Verfassungs­schutzbericht 2020 vor.

Wer heute wichtig wird

Ein Jahr waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Forschungsschiff „Polarstern“ in der Arktis unterwegs. Monatelang driftete das Schiff angedockt an eine riesige Eisscholle durch das Nordpolarmeer. Die Fachleute konnten den gesamten Eiszyklus vom Gefrieren bis zur Schmelze messen und dokumentieren. Heute sollen die ersten Erkenntnisse der Expedition Mosaic bezogen auf den Klimawandel vorgestellt werden. © Quelle: Steffen Graupner/Alfred-Wegener-

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