Düsseldorfer Gemeinde lädt Kardinal Woelki von Firmung aus

  • Weil sie befürchteten, dass Rainer Maria Woelki eine Firmung für eigene Zwecke instrumentalisieren könnte, hat eine Düsseldorfer Gemeinde den Kardinal von der Feier ausgeladen.
  • Die Mitglieder wandten sich in einem offenen Brief an Woelki.
  • Die Gemeinde befürchte außerdem, dass Woelkis Anwesenheit bei der Firmung zu Protestaktionen führen könnte.
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Köln, Düsseldorf. Eine katholische Kirchengemeinde in Düsseldorf hat den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Medienberichten zufolge von einer Firmung ausgeladen. Leitung und Mitglieder der Gemeinde St. Margareta in Düsseldorf befürchteten, dass der Erzbischof mit Durchführung der Firmung „den verlorenen Kontakt zur Basis suchen“ und damit die Firmfeier für sich instrumentalisieren wolle, berichtete die „Rheinische Post“ (Sonntag).

„Das darf nicht sein!“, heißt es in einem Offenen Brief der Gemeinde an Woelki, den die „Bild“ Zeitung veröffentlichte. Die Gemeinde leide bis heute unter einer „unzureichenden Aufklärung“ von Missbrauchsvorwürfen gegen Priester, die vor Ort tätig waren.

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„Trotz persönlicher Fehler“: Kardinal Woelki lehnt Rücktritt ab
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Anlass für die Forderungen ist ein Gutachten zum Umgang mit sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln.  © Reuters
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Die Gemeinde befürchtet dem Brief zufolge, dass Woelkis Anwesenheit bei der Firmung zu Protestaktionen führen und die Presseaufmerksamkeit wecken könnte. Das wolle man vermeiden. Gemeindeleitung und Gemeindemitglieder hätten den Kardinal gebeten, von seinem Plan abzurücken.

„Sie halten trotzdem an Ihrer Absicht fest. Wir fühlen uns dadurch ein weiteres Mal missachtet“, heißt es in dem Brief. Zu einem für den 27. Mai vorgesehenen Gespräch in der Gemeinde wünsche Woelki keine Medienvertreter. „Einen offenen Dialog auf Augenhöhe stellen wir uns anders vor!“, heißt es. Das Erzbistum wollte sich auf epd-Anfrage am Sonntag nicht zu der Situation äußern.

Die Christinnen und Christen in St. Margareta seien „in den letzten Wochen und Monaten besonders betroffen von den offenkundig gewordenen Missbrauchsvorwürfen gegen Priester, die in unserer Gemeinde tätig waren“, schreibt die Gemeinde. Bei vielen Gemeindemitgliedern würden Erinnerungen an Übergriffe und Grenzverletzungen wach. Eine juristische Aufarbeitung dessen reicht nicht aus.

Die Gemeinde fordert: „Wir brauchen auch eine systemische, moralische und theologische Aufarbeitung.“ Konsequenzen daraus zu ziehen liege in der Verantwortung der Bistumsleitung und damit bei Woelki. „Wir können nicht erkennen, dass Sie diese Verantwortung wahrnehmen“, kritisiert die Gemeinde.

RND/epd

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