Folgen des Klimawandels

Wie die Menschen in Somaliland unter der Trockenheit leiden

Am Ende: Dorf in der Steppe von Somaliland in Afrika, das aufgrund der Dürre und Hungersnot von NGOs unterstützt wird.

Am Ende: Dorf in der Steppe von Somaliland in Afrika, das aufgrund der Dürre und Hungersnot von NGOs unterstützt wird.

Burao. Wenn seine Ziegen, Schafe und Kamele nicht mehr vom Boden grasen, sondern die Blätter von den Bäumen fressen, weiß Xirsi Jaamac Mire, dass es Zeit ist weiterzuziehen. Die Tiere des Viehhirten bevorzugen das Gras vom Boden. Wenn sie sich weiter oben bedienen, gibt es bald nicht mehr genug Nahrung für sie. Das hat Mire schon zu oft gesehen. Und auch das Wasser ist knapp. In den vergangenen vier Monaten hat er 200 seiner 450 Ziegen und Schafe an die Dürre verloren. Auch drei seiner Kamele haben es nicht geschafft. Übrig sind noch 250 Schafe und 30 Kamele.

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Davon erzählt er, während er im Schatten eines Baumes auf rotem Sandboden hockt. Am Himmel ist keine Wolke zu sehen, es sind knapp 30 Grad. Mire trägt braune Ledersandalen, ein blaues Hemd und ein gemustertes Tuch um die Hüften gebunden. Während er spricht, hält er einen Stock in der Hand und macht ausladende Gesten. Hinter ihm grasen seine Tiere. Ein paar Hundert Meter weiter liegt die Straße, die die Städte Ainabo und Burao in Somaliland miteinander verbindet.

Das Wasser ist knapp: In den vergangenen Monaten hat Xirsi Jaamac Mire viele seiner Tiere an die Dürre verloren.

Das Wasser ist knapp: In den vergangenen Monaten hat Xirsi Jaamac Mire viele seiner Tiere an die Dürre verloren.

Somaliland liegt am Horn von Afrika und gehört völkerrechtlich zu Somalia, hat sich aber 1991 einseitig unabhängig erklärt. Historisch gesehen sind die meisten Somaliländer Pastoralisten, so wie Mire. Das heißt: Sie haben Vieh, das sie auf die Weide bringen. Einige werden dafür eine Zeit lang sesshaft, andere ziehen als Nomadinnen und Nomaden ständig weiter.

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Früher folgten sie dem Gewitter

Mire ist mit seinen Kindern, seiner Frau und seinen Tieren aus dem Osten des Landes 150 Kilometer lang hierhergereist. Hier gibt es Gras, Sträucher und Bäume. Wasser muss er allerdings entweder in Städten wie Burao oder in Kanistern von einem Lkw kaufen. In Gebiete ohne Wasserquelle liefern Hilfsorganisationen Wasser und verkaufen es für wenig Geld. Für die Organisationen ist das kostspielig, aber die einzige Möglichkeit für die Versorgung. Es gibt immer weniger Regenfälle und sie verspäten sich; wenn sie kommen, sind sie zu schwach, als dass sie in den Boden eindringen könnten. Zum vierten Mal in Folge ist die Regenzeit ausgeblieben.

„Früher gab es eine blühende und reiche Natur und viel Regen. Wir sind den Blitzen und dem Donner des Gewitters gefolgt, um zu den Regengebieten zu kommen“, sagt Mire. Er ist 56 Jahre alt und hat schon als Kind Tiere gehütet. Bereits sein Großvater war Pastoralist. Das ist das Leben, das er kennt – und dem gerade die Grundlage entzogen wird. Aufgeben will er aber nicht. Gerade sei die Lage in Ordnung. Andere Pastoralisten haben ihn angerufen und von dem grünen Fleck hier berichtet. Nun liegen seine Tiere im Schatten oder malmen vor sich hin. Dieser Anblick ist eher selten. Für gewöhnlich prägen Sand, Staub und trockenes Gestrüpp das Bild, wenn man in den ländlichen Regionen unterwegs ist.

Mire erzählt, dass seine drei Kinder an Durchfall leiden, weil sie nicht immer sauberes Wasser haben. Während des Gesprächs setzen sie sich immer mal wieder neben ihren Vater und laufen ansonsten zwischen den Tieren umher. Sie helfen beim Aufpassen. Sonst kümmert sich Mires erste Frau um die Kinder. Seine zweite Frau lebt in einem Dorf mit den anderen drei Kindern, die dort zur Schule gehen. Diese Aufteilung ist typisch, sagt Mire. In Somaliland ist es üblich, dass Männer mehrere Frauen haben – wenn sie es sich leisten können. Mires Frau bereitet in der kleinen Hütte Mahlzeiten zu. Meistens gibt es Reis und Kamelmilch – ein Hauptnahrungsmittel für Kinder und Erwachsene.

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Die Milch wird getrunken und verkauft. Fleisch ist das Hauptexportprodukt von Somaliland. Der Pastoralismus ist wichtig für die Wirtschaft. Der nomadische Lebensstil ist an die Natur angepasst. Jedoch nimmt der Klimawandel mit der Trockenheit immer mehr Weidefläche weg. Und viele Pastoralisten werden sesshaft, wodurch die Tiere die immer gleichen Flächen abgrasen und der Natur weniger Regenerationszeit bleibt, sagt Ahmed Ibrahim. Er ist Leiter der Umweltorganisation Somaliland Biodiversity Foundation und Experte für Pastoralismus. „Viele bewegen sich nur noch innerhalb von 50 Kilometern“, sagt er. Das bringt den Lebensstil der Pastoralisten in Gefahr. Den Tieren fehlt Wasser und Nahrung.

Schwache und kranke Tiere bringen weniger Geld ein. Der beste Preis für ein großes, gesundes Kamel liegt bei 350 US-Dollar, sagt Mire. Ist das Tier schwach, gibt es etwa 100 Dollar. Ist es kurz vor dem Verenden, bringt es nur 50 Dollar ein. Noch kann Mire sein Leben so bestreiten. Aber was, wenn er noch mehr Tiere verliert? „Das wäre furchtbar. Ich kenne nur dieses Leben. Für mich gibt es keine andere Option“, sagt er. Der Pastoralismus ist nicht nur wichtig für die Ernährung und die Wirtschaft, er macht auch die Identität und die Kultur vieler Menschen in Somaliland aus.

Auf der Suche nach Nahrung: Menschen ziehen mit ihren Herden dorthin, wo zumindest noch ein bisschen wächst – weite Teile Somalilands sind verdorrt.

Auf der Suche nach Nahrung: Menschen ziehen mit ihren Herden dorthin, wo zumindest noch ein bisschen wächst – weite Teile Somalilands sind verdorrt.

Afrika leidet besonders unter dem Klimawandel

Der globale Treibhausgasausstoß hat im Jahr 2021 ein bis dahin nicht gekanntes Maximum erreicht. Obwohl der afrikanische Kontinent nur für 2 bis 3 Prozent davon verantwortlich ist, ist er überdurchschnittlich schwer von den Folgen des Klimawandels betroffen. Laut dem Bericht „State of the Climate in Africa“ der Weltorganisation für Meteorologie wird 2021 als dritt- bis viertwärmstes Jahr seit Beginn der Datenaufzeichnungen eingeschätzt. Der Temperaturanstieg auf dem Kontinent verläuft schneller als der globale Durchschnitt – er liegt bei 0,3 Grad Celsius pro Dekade zwischen 1991 und 2021. Die drei Gletscher, die es in Kenia, Uganda und Tansania gibt, werden bis zum Jahr 2030 abgeschmolzen sein, wenn es mit der Erwärmung so weitergeht wie bisher. Auch der Meeresspiegel steigt im globalen Vergleich schneller an als in anderen Teilen der Welt. Besonders schwer von Dürren betroffen ist Ostafrika. In Verbindung mit regionalen Konflikten, der Corona-Pandemie und steigenden Lebensmittelpreisen sind mehr als 58 Millionen Menschen in Ostafrika von akuter Lebensmittelunsicherheit betroffen. Diese wurde im vergangenen Jahr noch durch den Ukraine-Konflikt verstärkt. Somaliland beispielsweise hat einen Großteil des Weizens aus der Ukraine importiert. Bei der Weltklimakonferenz COP27 im November vergangenen Jahres im ägyptischen Scharm el Scheich wurde erstmals beschlossen, einen Fonds für besonders vom Klimawandel betroffene Länder einzurichten. In den sollen die Staaten einzahlen, die mit ihrem hohen CO₂-Ausstoß hauptsächlich verantwortlich für die Klimakrise sind. Wie die genaue Umsetzung dieser Vereinbarung aussehen soll, ist jedoch noch nicht klar.

Die Schlachterin gab 2017 auf

Fatuma Jussuf Mose war Schlachterin in der Stadt Burao. Dort gibt es einen großen Viehmarkt, auf dem jede Woche Ziegen, Schafe und Kamele an Anwohner, Händler und für den Export verkauft werden. Ihr Geschäft florierte. „Ich musste Kunden wegschicken, weil ich die Nachfrage nicht bedienen konnte“, sagt sie. Aber es gab immer weniger Tiere, und die Preise für Fleisch stiegen so stark an, dass die Kundinnen und Kunden immer weniger wurden. So wenig, dass sie ihr Geschäft 2017 aufgeben musste. Seitdem lebt sie mit ihrer Mutter, zwei Schwestern und ihren vier Kindern in einem der Lager für intern Vertriebene, dem IDP Camp 18. Mai in der Nähe von Burao. Sie ist 35 Jahre alt und schwanger. Einen Ehemann hat sie nicht. In dem Camp steht Hütte an Hütte. 2800 Haushalte mit durchschnittlich sechs Personen leben hier. 2660 davon sind ehemalige Pastoralisten, die nicht mehr genug Vieh hatten, um weiterzumachen. Der Rest kommt aus den Städten.

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Lebt in einem Lager für intern Vertriebene: Schlachterin Fatuma Jussuf Mose musste 2017 ihr Geschäft aufgeben.

Lebt in einem Lager für intern Vertriebene: Schlachterin Fatuma Jussuf Mose musste 2017 ihr Geschäft aufgeben.

Jussuf Mose trägt ein bodenlanges, gestreiftes Kleid und ein langes rotes Kopftuch. Im Gesicht hat sie eine Schönheitsmaske aus einer gelben pflanzlichen Masse aufgetragen. „Das ist ein Feuchtigkeitsspender für die Haut und lässt mich länger jung aussehen“, sagt sie. Wenige Minuten zuvor löste sie mit einem Messer Fleisch von der Wirbelsäule eines Kamels. Die Wirbelsäule endet am noch unangetasteten Kopf des Tieres, der in einer Schubkarre liegt. Gemeinsam nehmen einige Frauen das Tier auseinander und trocknen das Fleisch auf einer Leine. Ansonsten kümmert Jussuf Mose sich um ihre Familie, für die sie selbst eine Hütte aus Planen gebaut hat. Bald errichtet die Hilfsorganisation, die das Camp betreibt, ein Haus aus Ziegeln für sie.

Offiziell existiert das Land nicht

Ressourcen sind jedoch knapp in dem Camp, das nach dem Tag der Unabhängigkeit Somalilandes am 18. Mai benannt ist. Der wird hier als Feiertag begangen. Viele Somaliländer haben einen selbstverständlichen Nationalstolz auf ihr Land, das sie aufgebaut haben, obwohl es offiziell gar nicht existiert. Es gibt eine demokratische Regierung, es herrscht Frieden und die Terrorgefahr ist wesentlich niedriger als in anderen Teilen Somalias. Trotz der Stabilität hat das Land aber auch mit Problemen zu kämpfen. Eines davon ist eine grüne, bitter schmeckende Pflanze namens Khat, die berauschende Wirkung hat. Etwa 80 Prozent der Männer kauen sie und geben dafür viel Geld aus. Für Frauen gilt es als unschicklich, Khat zu kauen, und sie tragen die Verantwortung für Haushalt und Kinder. Die Hilfsleistungen internationaler Organisationen gehen daher meistens an die Frauen – auch im Camp 18. Mai. Jeden Monat bekommen die Frauen über einen Onlinezahlungsdienst Geld überwiesen. Zum Teil reicht es aber nicht für alle. Dann muss bestimmt werden, wer zu den „most vulnerable people“ gehört, also wer in der prekärsten Lage ist. Jussuf Mose würde lieber wieder eigenes Geld verdienen. „Ich würde mein Geschäft gerne wieder aufmachen“, sagt sie.

Gibt es einen Plan für Menschen wie sie? Früher haben Hilfsorganisationen den Pastoralisten Tiere ersetzt. Davon ist man jedoch abgerückt, sagt Experte Ibrahim. „Viele Pastoralisten geben ihren traditionellen Lebensstil auf und ziehen in die Städte oder in Fischereigebiete“, sagt er. In den Städten gibt es jedoch nicht für alle eine Perspektive, und Fisch gehört nicht zur Esskultur Somalilandes – das ändert sich erst seit Kurzem. Hinzu kommt laut Ibrahim: „Wenn die Pastoralisten ihren Lebensstil aufgeben, geht auch ihr indigenes Wissen und ihre Kultur verloren. Das ist traurig, aber es ist die Realität.“

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Ein neues Geschäftsmodell

Guuled Ahmed will Gestrüpp zu Geld machen. Mit seiner Firma Landerprosopis verarbeitet er die Prosopispflanze zu Holzkohle. Der Baum ist in Somaliland nicht heimisch, doch er vermehrt sich trotz der Dürre schnell und wächst besonders da, wo er nicht gebraucht wird, nämlich an Flussläufen. Da nimmt er Ziegen und Kamelen die Weidefläche weg. Umgangssprachlich wird er Garanwa, der unbekannte Baum, genannt und genießt keinen guten Ruf. Das hat auch Ahmed seinen Geschäftsstart erschwert. Seine ersten Holzkohleproduktionen verteilte er gratis, um die Menschen zu überzeugen. Mittlerweile hat der Deutsch-Somaliländer Stammkunden – und weitere Pläne.

Will Gestrüpp zu Geld machen: Unternehmer Guuled Ahmed.

Will Gestrüpp zu Geld machen: Unternehmer Guuled Ahmed.

Der 32-Jährige musste als kleines Kind mit seinen Eltern wegen des Bürgerkrieges aus Somaliland nach Deutschland fliehen. Ahmed wächst im Ruhrgebiet auf und wird mit seinen 2,01 Metern Körpergröße professioneller Basketballspieler bei Bayer Leverkusen – bis ihn 2017 ein betrunkener Autofahrer in London anfährt. Seitdem hat er eine Platte mit Schrauben im Knöchel. „Damals habe ich ein bisschen meinen Sinn verloren. Mein ganzes Leben lang war ich Sportler, und dann musste ich mich auf einmal umorientieren“, sagt Ahmed.

Basketballer wird Unternehmer

Er orientierte sich nach Oxford und Cambridge um, wo er mit einem Stipendium Wirtschaft studierte. „Seit ich kein Sportler mehr bin, habe ich einen kleinen Bauch bekommen“, sagt Ahmed und lacht. Später flog er mit seinem Vater nach Somaliland, um sich die Heimat anzuschauen. „Irgendwas hat immer gefehlt in meinem Herzen, und als ich hier war, habe ich mich in das Land verliebt und bin geblieben. Es gibt doch nichts Schöneres, als zu Hause zu sein“, sagt er. Damals lernte er den Deutschen Thomas Hoerz kennen, der für die Welthungerhilfe vor Ort Projekte koordiniert. Ahmed fragte ihn nach einem Job, aber Hoerz war sich sicher, dass Ahmed sein eigener Chef werden müsse. Er ermutigte ihn bei der Idee, aus der verhassten Pflanze Nutzen zu ziehen.

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Heute ist Ahmed stolz auf seine Holzkohleproduktion, die laut ihm sogar grün sei. Umweltbewusste Kohle – wie geht das? Für diese Frage hat er alle Zahlen parat. Bei der traditionellen Herstellung von Holzkohle gehen 60 bis 80 Prozent des Materials verloren, bei Ahmeds Herstellung nur etwa 25 Prozent, sagt er. Ein Restaurant in der Nähe hat etwa zwölf Säcke traditionell hergestellte Kohle pro Monat verbraucht. Seit er es beliefert, sind es nur noch fünf Säcke pro Monat, weil seine Holzkohle ertragreicher ist. Dafür hat er einen Ofen gekauft, der aussieht wie ein Wassertank und mit Holz gefüllt wird. Mithilfe von Feuer wird dem Holz die Feuchtigkeit entzogen, und nach einer Abkühlungsphase ist die Holzkohle bereit zum Verkauf.

Um an genug Holz zu kommen, fahren Ahmeds Mitarbeiter in „den Dschungel“, wie er es nennt. Mit einem Lkw geht es für jeweils eine Woche in die Natur, um Holz zu schlagen. Dass in den 1960er- und 1980er-Jahren Hilfsorganisationen den dürreresistenten Baum extra zur Begrünung und zum Schutz vor Sandstürmen eingeführt haben, ist heute nur noch schwer vorstellbar. Schließlich ist die Pflanze überall zu sehen. Damals ahnte man nicht, welches Eigenleben der Baum entwickeln würde. Das Prosopisholz ist sehr hart, die Bäume wachsen zwar nur etwa drei Meter in die Höhe, können aber mit einem Durchmesser bis zu 20 Metern stark in die Breite gehen. Schutzkleidung ist wichtig, denn die bis zu drei Zentimeter langen Dornen bohren sich auch durch dicke Gummisohlen.

Zum Teil nutzen Ahmeds Mitarbeiter Kettensägen. Dafür stellt Ahmed vor allem Ausländer mit Arbeitsvisum aus Äthiopien ein. „80 Prozent der Männer in Somaliland sind Khatabhängige. Die kann ich nicht im Rausch an eine Kettensäge lassen“, erklärt er. Ahmed sieht Khat als eines der größten aktuellen Probleme in Somaliland. Auch sonst hat er zu vielen Dingen eine Meinung, hält sich politisch aber zurück. „Ich habe gelernt: Wenn du ein guter Geschäftsmann bist, kannst du immer Einfluss auf die Politik haben“, sagt er mit einem Lachen.

Der Traum von einem Netzwerk

Neben dem Holz verarbeitet Ahmed auch die Schoten des Prosopisbaums weiter. Die sind sehr süß, enthalten 30 Prozent Zucker. Aber sie sind auch proteinreich, wodurch sie sich als Tierfutter eignen. Ahmed bezahlt Menschen dafür, die vom Baum gefallenen Schoten einzusammeln. Die Schoten werden in der Sonne weiter getrocknet und in einem kleinen Raum gelagert. Er verkauft sie an Organisationen wie die Welthungerhilfe weiter.

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Damit verdient er zwar schon Geld, aber noch nicht so viel, dass es das Unternehmen trägt. Ahmed finanziert Landerprosopis, indem er Autos verkauft. Von den UN hat er zwar 20.000 Dollar Startkapital bekommen, allerdings hat allein der Ofen 35.000 Dollar gekostet. Er reinvestiert, was er verdient. „Viele Männer in meinem Umfeld wollen große Häuser und teure Autos. Aber so was kommt von harter Arbeit. Ich reinvestiere mein Geld lieber. Meine Klamotten sind von C&A“, sagt Ahmed und zeigt auf sein Hemd. In Zukunft will er noch einen weiteren Lastwagen und einen weiteren Ofen kaufen. „Mein Plan ist, in drei bis fünf Jahren ein Netzwerk für Holzkohleversorgung in Somaliland aufzubauen.“

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