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Auffrischungsimpfungen schon ab September?

  • In Israel ist es bereits so weit, und auch Deutschland könnte schon in wenigen Wochen mit Corona-Drittimpfungen beginnen.
  • Ein Entwurf des Gesundheits­ministeriums sieht die Auffrischungsimpfung deutlich vor.
  • Die Ständige Impfkommission (Stiko) ist noch skeptisch.
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Berlin. Für bestimmte Gruppen schlägt das Bundes­gesundheits­ministerium vor dem am heutigen Montag stattfindenden Treffen mit den Gesundheits­ministerinnen und ‑ministern der Länder Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus ab September vor. Insbesondere bei immun­geschwächten, sehr alten und pflege­bedürftigen Menschen wiesen Studien­ergebnisse auf einen verminderten oder schnell nachlassenden Schutz nach einer Impfung hin.

Die Länder sollen deshalb laut Entwurf mobile Impfteams unter anderem in Pflege­einrichtungen schicken. Menschen mit einer Immunschwäche oder in häuslicher Pflege sollen demnach von ihren Ärztinnen und Ärzten eine Auffrischungs­impfung angeboten bekommen. Diese Impfungen sollen mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe erfolgen, also mit den Mitteln von Biontech/Pfizer und Moderna.

Wer mit einem Vektorimpfstoff von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurde, dem soll zudem eine weitere Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer angeboten werden. Israel hat bereits mit der Drittimpfung begonnen.

Stiko noch zurückhaltend

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) sieht noch nicht die nötigen Daten für eine solche Empfehlung in Deutschland. Es sei aber eines der Themen, mit denen sich das Gremium weiter intensiv beschäftige, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Den unabhängigen Fachleuten gehe es bei den Daten um zwei Aspekte: ob die messbare Immun­antwort im Labor nachlasse und ob trotz Impfung vermehrt Infektionen mit Erkrankung aufträten, erklärte Mertens. Labor­untersuchungen zu Antikörper­spiegeln gebe es bereits, diese erlaubten aber nicht die direkte Schlussfolgerung, dass auch die Schutzwirkung beim Menschen nachlässt. Es gehe auch noch um die Frage, welche Gruppen eine Auffrischung bekommen könnten, zum Beispiel Immun­supprimierte, Alte oder alle.

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Der Impfexperte Leif Sander von der Charité in Berlin erklärte auf dpa-Anfrage, er rechne damit, dass es zu einer Empfehlung zu Auffrischungen kommen werde. Er halte es für sinnvoll, dies Hochbetagten sowie Menschen mit besonderem Risiko „schon bald breitflächig“ zu empfehlen und anzubieten. Er hatte bereits vor mehreren Wochen gesagt, dass die nächste Phase beim Impfen angedacht werden müsse, auch in Anbetracht der zu erwartenden nachlassenden Immunantwort bei älteren Menschen.

Bayern trifft erste Vorbereitungen

Bayern rüstet sich dafür, im Herbst Auffrischungs­impfungen gegen Corona anzubieten. „Schon allein aus präventiven Gesichtspunkten dürfte eine Auffrischungs­impfung sinnvoll sein. Daher hat Bayern bereits seine Corona-Impfstrategie auf die neuen Herausforderungen ausgerichtet. Die Organisation und Ausrichtung der Impfzentren wird angepasst“, sagte Gesundheits­minister Klaus Holetschek (CSU) am Sonntag auf Anfrage. „Mit unseren mobilen Teams werden wir auch die besonders schutzbedürftigen Personen in Einrichtungen impfen können.“

Wichtig seien ihm „klare und unbürokratische Vorgaben“, welche Gruppe zuerst eine Impfung zur Auffrischung des bisherigen Impfschutzes bekommt.

RND/fw/dpa

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