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Draghi nennt Erdogan „Diktator“: Türkei bestellt italienischen Botschafter ein

  • Italiens Ministerpräsident Mario Draghi hat den türkischen Staatschef als „Diktator“ bezeichnet.
  • Anlass war die Diskussion um die Sitzordnung bei einem Besuch der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
  • Die Türkei reagiert empört und bestellt den italienischen Botschafter ein.
1:34 min
Die sogenannte „SofaGate"-Affäre erhitzt seit Tagen die Gemüter. Nun hat sich auch Italiens Regierungschef Mario Draghi eingeschaltet. In Rom fand er deutliche Worte: „Ich bin mit dem Verhalten Erdogans absolut nicht einverstanden. Ich denke, es war kein angemessenes Verhalten. Und die Demütigung, die die Kommissionspräsidentin von der Leyen erleiden musste, tut mir sehr leid.“
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Rom. Zwischen Italien und der Türkei ist es zu diplomatischen Spannungen gekommen, nachdem der italienische Ministerpräsident Mario Draghi den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan als einen „Diktator“ bezeichnet hat. Anlass der Äußerung war die Debatte um die Sitzordnung beim Besuch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei Erdogan am Dienstag.

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Italiens Ministerpräsident Draghi bezeichnet Erdogan als „Diktator“
1:34 min
Die Äußerungen von Italiens Regierungschef Mario Draghi lösten in Ankara eine scharfe Reaktion aus.

Die Türkei bestellte aus Protest den italienischen Botschafter ein, wie das türkische Außenministerium am späten Donnerstagabend mitteilte. Man erwarte, dass Draghi die Äußerungen zurücknehme und habe dies deutlich gemacht, hieß es. Außenminister Mevlüt Cavusoglu schrieb auf Twitter, er verurteile Draghis „hässliche und maßlose Äußerungen“ aufs Schärfste.

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Ursula von der Leyen wurde abseits platziert

Italiens Premier hatte sich am Donnerstagabend vor der Presse in Rom zu dem Besuch von Kommissionschefin von der Leyen und des EU-Ratspräsidenten Charles Michel bei Erdogan geäußert. Von der Leyen hatte dabei am Dienstag keinen Stuhl bekommen, sondern saß etwas abseits auf einem Sofa.

„Das war ein Verhalten, das mir sehr wegen der Demütigung missfallen hat, die die Präsidentin der EU-Kommission von der Leyen erleiden musste“, sagte der frühere Chef der Europäischen Zentralbank (EZB).

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Türkei sagt, die Sitzordnung war abgesprochen

Man müsse mit „diesen, nennen wir sie (...) Diktatoren“ eine klare Sprache sprechen und die unterschiedlichen gesellschaftlichen Vorstellungen zum Ausdruck bringen. Man müsse aber auch bereit sein, mit ihnen im Interesse des Landes zu kooperieren. Es brauche das richtige Gleichgewicht, sagte Draghi.

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Bei Türkei-Gipfel in Ankara: Kein Stuhl für EU-Chefin von der Leyen
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Die Sitzordnung bei dem Treffen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und den EU-Spitzen in Ankara hat für Irritationen und Kritik gesorgt.  © Reuters

Die Wahl des Wortes Diktator sorgte sofort danach in italienischen Medien für Schlagzeilen. Auch die Türkei reagierte umgehend.

In der Diskussion um die Sitzordnung beim EU-Türkei-Treffen in Ankara hat sich die Türkei bereits am Donnerstag gegen Vorwürfe aus Brüssel verteidigt. Es habe „ungerechte Anschuldigungen gegenüber der Türkei gegeben“, sagte Außenminister Cavusoglu. „Es wurde entsprechend der Anregungen der EU-Seite so eine Sitzordnung aufgestellt.“

RND/dpa

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