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Trumps Betrugsvorwürfe: Viele Republikaner grenzen sich ab

  • US-Präsident Donald Trump wiederholt in einer Pressekonferenz seine Betrugsvorwürfe.
  • Doch damit steht er weitgehend alleine da.
  • Viele Republikaner wollen ihm da nicht folgen, etliche Parteivertreter grenzen sich von Trump ab.
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Washington. US-Präsident Donald Trump findet mit seinen Forderungen nach einem Auszählungsstopp in den umkämpften Staaten bei der Wahl kaum Rückhalt unter seinen Republikanern. Etliche Senatoren der Partei stellten sich teils offen gegen den Amtsinhaber.

Der Mehrheitsführer der Parlamentskammer, Mitch McConnell, sagte, es sei grundsätzlich nicht ungewöhnlich, dass sich jemand zum Sieger einer Wahl ausrufe, wie Trump das - wenn auch vorschnell - getan hatte. Aber: „Zu behaupten, die Wahl gewonnen zu haben, ist etwas anderes, als die Auszählung zu beenden.“

Trump bekräftigte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag seine Anschuldigung, wonach es bei der Wahl und der Auszählung nicht mit rechten Dingen zugehe. Er sehe sich nach wie vor als Sieger.

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Trump spricht von "illegalen Stimmen"
2:12 min
Der US-Präsident sprach am Donnerstagabend zu den Medien. Auch sein demokratischer Herausforderer Joe Biden ging vor die Kameras.  © Reuters

Senator Marco Rubio, ein Republikaner aus Florida, wies Trump bereits via Twitter zurecht: „Dass es Tage dauert, legal abgegebene Stimmen zu zählen, ist KEIN Betrug.“

Seine Senatskollegin Lisa Murkowski aus Alaska mahnte, dass „alle geduldig sein“ müssten, während Ergebnisse eintrudelten. Es sei wichtig, den Beamten der Wahlbehörden Zeit zu geben, ihre Arbeit zu machen. Es gelte, alle legal eingereichten Stimmen zuzulassen und zu zählen.

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Der republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger wandte sich in einem Tweet direkt an den Präsidenten: „Hören Sie auf. Punkt“, schrieb er in einer Reaktion auf Trumps Behauptung, dass die Demokraten die Wahl zu „stehlen“ versuchten. „Die Stimmen werden ausgezählt und Sie werden entweder gewinnen oder verlieren“, schrieb Kinzinger an Trumps Adresse. „Und Amerika wird das akzeptieren. Geduld ist eine Tugend.“

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Auch Chris Christie, Ex-Gouverneur von New Jersey und ein Vertrauter Trumps, nahm kein Blatt vor den Mund. Es gebe keine Grundlage für die Argumentation des Präsidenten, erklärte der Republikaner. Trumps Attacken auf die Integrität der Wahl seien „eine schlechte strategische Entscheidung“, die man nicht von jemandem erwarten würde, der dieses Amt innehabe.

Von Trumps Verhalten grenzte sich auch Marylands republikanischer Gouverneur Larry Hogan deutlich ab, der kurz erwogen hatte, ihm die Präsidentschaftsnominierung streitig zu machen. Trumps Äußerungen seien ungeheuerlich und unerhört und ein schrecklicher Fehler, sagte Hogan auf einer Veranstaltung der „Washington Post“.

Ganz egal, wo man in diesem Rennen stehe und welche Partei man gewählt habe - „die meisten Amerikaner wollen einen freien und fairen Wahlprozess, und sie wollen, dass wir die Stimmen zählen.“

In die Kritik stimmte Trumps früherer nationaler Sicherheitsberater John Bolton ebenfalls ein. Dass sich sein Ex-Chef zum Wahlsieger erklärt habe, sei eine „Schande“, sagte Bolton im Interview des britischen Senders Sky News. Trumps Äußerungen gehörten mit zu den „unverantwortlichsten Bemerkungen, die ein Präsident der Vereinigten Staaten je gemacht hat.“

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Wahlkrimi in den USA geht in die Verlängerung
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Auch Stunden nach Schließung der letzten Wahllokale steht noch nicht fest, wer die Wahl gewonnen hat.  © Reuters

Rückendeckung bekam Trump indes von seiner Familie. Sein Sohn Eric warf der Partei mangelnde Loyalität vor. „Wo sind die Republikaner? Zeigt Rückgrat. Kämpft gegen diesen Betrug. Unsere Wähler werden euch das nicht vergessen, wenn ihr Angst habt!“, twitterte er.

RND/AP

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