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Donalds Schwiegertochter: Tritt bald Lara Trump für den Senat an?

  • Die Schwiegertochter von Donald Trump liebäugelt mit einem Senatssitz für North Carolina.
  • Falls Lara Trump tatsächlich antritt, würde sie laut Experten die Vorwahl gewinnen.
  • Ihre Kandidatur wäre ein wichtiger Test, wie weit der Einfluss des Expräsidenten noch reicht.
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Raleigh. Im kommenden Jahr könnte in den USA wieder der Name Trump auf dem Wahlzettel stehen – allerdings nicht Donald. Stattdessen fasst die Schwiegertochter des früheren Präsidenten, Lara Trump, einen Senatssitz für North Carolina ins Auge. Zwar sind in dem US-Staat viele skeptisch, ob sie am Ende tatsächlich ins Rennen gehen wird. Aber eine Kandidatur wäre ein wichtiger Test, ob sich Donald Trumps nach wie vor riesige Popularität unter republikanischen Wählerinnen und Wählern auf andere in der Familie übertragen lässt.

Die Antwort auf diese Frage würde weit über die politische Zukunft von Lara Trump hinausreichen. Wenn Donald Trump beweist, dass er anderen Republikanern zu Wahlsiegen verhelfen kann, würde das seinen selbsternannten Status als Parteiführer bestätigen. Niederlagen hingegen würden die Republikaner an seine Schwachstellen erinnern.

Experten: Sie würde Vorwahl gewinnen

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Sicher erscheint nach Einschätzung von Republikanern bislang nur, dass Lara Trump jegliche Rivalen in einer Vorwahl leicht ausstechen würde. „Wenn Lara ins Rennen geht, würde sie sofort große Aufmerksamkeit im ganzen Staat auf sich ziehen“, sagt Michael Whatley, Vorsitzender der Republikanischen Partei in North Carolina. Als Ziel hat er ausgegeben, „sicherzustellen, dass wir alle Trump-Wähler behalten, die wir während der letzten Wahl gewonnen haben, und sie zu verlässlichen republikanischen Wählern zu machen“.

Donald Trump sieht sich selbst zwar gerne als Königsmacher der Partei, aber seine Bilanz fällt durchwachsen aus. Unter seiner Führung haben die Republikaner im Jahr 2018 die Kontrolle im Repräsentantenhaus verloren. Als er 2020 wieder kandidierte, schnitt seine Partei dagegen bei den Kongresswahlen stark ab und kam einer Rückeroberung des Unterhauses näher als erwartet. Im Januar wiederum verloren die Republikaner trotz Trumps Unterstützung die zwei Sitze des US-Staats Georgia im Senat.

Ehefrau von Sohn Eric Trump

Die 38-jährige Lara ist mit Trumps Sohn Eric verheiratet. Die ehemalige TV-Produzentin hatte bisher noch kein politisches Amt inne und wollte sich auf Anfrage nicht äußern. In einem Interview auf Fox News sagte sie in der vergangenen Woche, sie halte sich die Option einer Kandidatur offen. In ihrem Interesse an einem Senatssitz wird sie unter anderen von dem republikanischen Senator Lindsey Graham aus South Carolina unterstützt. Graham ist ein Verbündeter des ehemaligen Präsidenten und hat seiner Partei davon abgeraten, sich von diesem abzuwenden.

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Die aus Wilmington in North Carolina stammende Trump müsste mit ihrer jungen Familie in den Staat umziehen. 2016 und 2020 machte sie dort bereits intensiv Wahlkampf für ihren Schwiegervater. Ihr zweites Kind trägt gar den Namen Carolina.

Ivanka Trump will nicht antreten

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Wie es aus ihrem Umfeld heißt, gefällt Lara Trump der Gedanken, als nächstes Mitglied der Trump-Familie für ein Amt zu kandidieren – auch als Test für ein mögliches Comeback ihres Schwiegervaters 2024. Donald Trumps Tochter Ivanka hatte kürzlich erklärt, sie wolle den republikanischen Senator von Florida, Marco Rubio, nicht herausfordern. Donald Trump Jr. hat soweit bekannt keine politischen Ambitionen.

Für treue Trump-Anhänger wäre es eine gewisse Genugtuung, wenn in North Carolina ein Familienmitglied dem Republikaner Richard Burr nachfolgen würde. Denn Burr stimmte als einer von nur sieben republikanischen Senatoren für eine Verurteilung Trumps im Amtsenthebungsverfahren wegen der Erstürmung des Kapitols im Januar.

Wahlen in North Carolina

Sollte sich Lara Trump für eine Kandidatur entscheiden, bekäme sie es mit einem stark im Wandel begriffenen US-Staat zu tun. Donald Trump hatte Joe Biden in North Carolina zwar im vergangenen Jahr besiegt, sein Vorsprung von 1,3 Prozentpunkten war aber nur noch halb so groß wie 2016. Grund ist unter anderem die politisch aktive schwarze Bevölkerung. Deren Stimmen zu gewinnen, wird entscheidend sein.

Bislang steht erst ein republikanischer Bewerber für die Senatswahl fest: der ehemalige Abgeordnete und Pastor Mark Walker. Er verkörpert das Dilemma, in dem die Republikaner mit Blick auf Trump in North Carolina stecken. In einem Interview legte Walker großen Wert darauf, dass er sich „oft“ mit Trump im Oval Office getroffen habe, und betonte, der ehemalige Präsident werde weiter eine wichtige politische Kraft sein. Zugleich sagte er, seine Partei müsse ein breiteres Spektrum an Wählern neben Trumps Basis ansprechen.

Bei einem Besuch in Florida Anfang März bemühte sich Walkers Team um ein Treffen mit Trump in dessen Club Mar-a-Lago in Palm Beach. Dazu kam es aber nicht. Ein Trump-Sprecher sagte, das Team des Expräsidenten wolle bei der Unterstützung von Politikern „ein bisschen auf die Bremse treten“ und zunächst Kriterien für die Auswahl von Kandidaten entwickeln.

RND/AP

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