Trump begnadigt 143 Personen – darunter sein einstiger Chefstratege Steve Bannon

  • Unmittelbar vor dem Ende seiner Amtszeit als US-Präsident hat Donald Trump seinen einstigen Chefstrategen Steve Bannon begnadigt.
  • Bannon gehört zu den einflussreichsten Stimmen im ultra-konservativen Lager der US-Politik.
  • Er war im Sommer wegen des Verdachts der Geldunterschlagung festgenommen worden.
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Washington. US-Präsident Donald Trump hat seinen ehemaligen Strategen Steve Bannon begnadigt. Insgesamt gewährte er am Mittwoch wenige Stunden vor dem Ende seiner Amtszeit 143 Personen Begnadigungen beziehungsweise Strafmilderungen. Auch Rap-Stars und ehemalige Kongressabgeordnete waren darunter.

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Eine Menge ist passiert auf der internationalen Bühne, seitdem Donald Trump sein Amt 2017 angetreten hat – Die Höhen und Tiefen im Schnelldurchlauf.  © Marc Mensing/RND

Bannon wird beschuldigt, Tausende Geldgeber betrogen zu haben, die glaubten, ihr Geld würde für die von Trump versprochene Mauer an der mexikanischen Grenze verwendet werden. Tatsächlich zweigte er den Vorwürfen zufolge mehr als eine Million Dollar (800.000 Euro) ab und bezahlte einen Beschäftigten der Kampagne und eigene Aufwendungen. Bannon stellt sich als Opfer politischer Verfolgung dar. Das Gerichtsverfahren in dem Fall sollte im Mai 2021 beginnen.

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Trump hatte zuvor bereits eine Reihe langjähriger Verbündeter und Unterstützer begnadigt. Bannon ist Mitgründer der Internetplattform „Breitbart“ und gehört zu den einflussreichsten Stimmen im ultra-konservativen Lager der US-Politik.

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Trump will kurz vor Amtsübergabe Ex-Berater Bannon begnadigen
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Bannon wird im Zusammenhang mit einer Spendenaktion für den Bau der von Trump vorangetriebenen Grenzmauer zu Mexiko vorgeworfen, Geld abgezweigt zu haben.  © Reuters

Bannon war 2016 zu Trumps Team gestoßen und übernahm die Leitung des Wahlkampfs. Dem 67-Jährigen wird ein maßgeblicher Anteil am damals überraschenden Erfolg Trumps zugeschrieben. Nach dem Wahlsieg wurde Bannon Trumps Chefstratege, musste aber 2017 seinen Hut nehmen.

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Kritiker werfen Trump vor, vom Begnadigungsbefugnis insbesondere für ihm nahe stehende Personen Gebrauch gemacht zu haben. Kurz vor Weihnachten hatte er bereits mehrere loyale Weggefährten begnadigt, darunter den einstigen Leiter seines Wahlkampfteams, Paul Manafort.

RND/cle/dpa

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