Ditib-Imam lobte Gründer der Terrororganisation Hamas

  • Ein Ditib-Imam lobte auf Facebook einen Gründer der Terrororganisation Hamas, der Selbstmordanschläge befürwortete.
  • Der aus der Türkei kontrollierte Moscheeverband reagiert auf Nachfragen dazu nicht.
  • Der ehemalige Grünen-Abgeordnete Volker Beck fordert Konsequenzen für die staatliche Zusammenarbeit mit Ditib.
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Berlin. Der Imam einer Stuttgarter Ditib-Moschee hat in einem Facebook-Post einen Gründer und ehemaligen geistigen Führer der islamistischen Terrororganisation Hamas gelobt. In dem mittlerweile gelöschten Post vom 18. April bezeichnete der Imam Hasan Caglayan den 2004 durch das israelische Militär getöteten Scheich Ahmad Yasin als einer von „fünf schönen Menschen“ mit „Botschaften und Lehren für all jene, denen die Sache um Jerusalem wichtig ist“.

Ahmad Yasin gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Hamas, war bis zu seinem Tod ihr geistiger Führer und ein Befürworter von Selbstmordanschlägen und militärischen Angriffen auf Israel. Nach einem Unfall als Jugendlicher war Yasin von der Hüfte ab querschnittsgelähmt.

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Hasan Caglayan, Imam der Ditib-Moschee in Stuttgart-Feuerbach, schrieb am 18. April auf seiner Facebook-Seite, Yasin sei zum „Kämpfer für die palästinensische Sache“ geworden. Wer einen inneren Glauben habe, könne der ganzen Welt trotz Behinderung trotzen. „Wenn ihr Jerusalem wollt, dann gibt es keine Ausreden und Hindernisse“, schrieb der Imam mit Blick auf den Hamas-Gründer.

Imam deaktiviert Facebook-Profil, antwortet aber nicht auf Fragen

Nach einer Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) löschte Caglayan den Post am vergangenen Wochenende zunächst und deaktivierte dann sein gesamtes Facebook-Profil. Auf die Frage, warum er den geistigen Führer einer Terrororganisation für lobenswert hält, antwortete der Imam nicht. Auch die Ditib ließ die Frage, ob die Äußerung der Position des Moscheeverbands entspricht, unbeantwortet. Caglayan war Ditib-Angaben zufolge zuvor als Imam in der Berliner Sehitlik-Moschee eingesetzt.

Der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck sieht nicht nur ein Problem mit dem Stuttgarter Imam, sondern mit der Ditib und der den Moscheeverband kontrollierenden türkischen Religionsbehörde Diyanet. „Ditib, Diyanet, Erdogan, Hamas, das ist ein Kontinuum“, sagte Beck dem RND. Die Politik verschließe ihre Augen. „Gerade wurde die Ditib trotz fehlender Wiederaufarbeitung der Spionage-Affäre von Armin Laschet in die Kommission für den islamischen Religionsunterricht aufgenommen. Und Malu Dreyer hat eine Zielvereinbarung unterschrieben, die der Organisation Demokratiekompatibilität bescheinigt.“

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Volker Beck fordert politische Konsequenzen

Die Lobpreisung des Hamas-Gründers durch den Stuttgarter Imam sollte ein Anlass für eine Kurskorrektur der Islampolitik in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sein, sagte Beck. Von Israel-Hassreden des Diyanet-Chefs sei es zu „Hamas-Elogen“ nicht weit. Die Diyanet kontrolliert nicht nur den Moscheeverband Ditib, sondern entsendet auch die Imame als Staatsbedienstete aus der Türkei in die deutschen Moscheegemeinden.

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Im Mai positionierte sich die dem Präsidenten Erdogan unterstellte Religionsbehörde im Konflikt zwischen Israel und der Hamas. Der Behördenchef Ali Erbas bezeichnete Israel als „Babymörder“, der „so schnell wie möglich gestoppt werden“ müsse. In einer von der Behörde vorgegebenen Freitagspredigt der deutschen Ditib-Moscheen vom 21. Mai wird der israelische Staat als „Tyrann“ bezeichnet und dessen Ruinierung durch Gott angekündigt.

Ab 2016 geriet die Ditib auch deshalb in Kritik, weil Imame in Deutschland Gegner der türkischen Regierung für den türkischen Geheimdienst bespitzelt hatten. Der Geheimdienst hatte es besonders auf Anhänger des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen abgesehen, den die türkische Regierung für den gescheiterten Putschversuch im Jahr 2016 verantwortlich macht.

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