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Digitalisierungsbeauftragte Bär will Anerkennung des E-Sports vorantreiben

  • DOSB-Gutachten zur Anerkennung des E-Sports sorgt bei Politikern verschiedener Parteien für Kopfschütteln.
  • Digitalisierungsbeauftragte der Bundesregierung kündigte vollen Einsatz für den E-Sport an.
  • FDP und SPD unterstützen Kurs der Großen Koalition.
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Berlin. In der Politik mehren sich nach einem ablehnenden Gutachten des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) die Stimmen, den sogenannten E-Sport an Konsolen oder Computern rechtlich als Sport anzuerkennen und die Möglichkeit einzuräumen, ihm die Gemeinnützigkeit anzuerkennen. "Wir müssen E-Sport - wie auch von mir in den Koalitionsvertrag hineinverhandelt - endlich anerkennen", sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Das bedeutet, die Gemeinnützigkeit für E-Sport im Verein einzuführen. Dazu bedarf es auch keiner Zustimmung des DOSB", so Bär.

"Wir können uns jetzt weiter mit Rechtsgutachten beschäftigen und mit Argumenten gegeneinander antreten, warum das eine besser ist als das andere", sagte die CSU-Politikerin. "Oder wir können uns der Wirklichkeit stellen und uns fragen, welche Möglichkeiten die neuen E-Sportarten gerade für Menschen bieten, die sich nur eingeschränkt körperlich betätigen können wie älterer oder körperlich behinderte Menschen."

In dem 120 Seiten starken Gutachten, das der DOSB beim Düsseldorfer Juristen Peter Fischer in Auftrag gegeben hatte, heißt es, der Begriff Sport sei "durch die langjährige Rechtssprechung im traditionellen Sinne der Anforderungen an die Körperlichkeit konkretisiert". Jegliches Spiel an der Konsole falle nicht unter diesen und sei "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts".

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Bär: Natürlicher Abwehrmechanismus

Staatsministerin Bär erinnerte daran, dass der E-Sport eine riesige Fangemeinde hätte, die das Spiel auch gemeinsam praktiziere und verfolge. "205 Millionen Zuschauer haben das League-of-Legends-WM Finale im vergangene Herbst gemeinsam gesehen", so Bär. "Dass die traditionellen Verbände die Realität verleugnen, ist ein natürlicher Abwehrmechanismus neuen Entwicklungen gegenüber, vor allem wenn sie erfolgreich sind und damit als bedrohlich wahrgenommen werden. Das zeigt, dass E-Sport ein etablierter Bestandteil in der Gesellschaft ist."

CDU, CSU und SPD hatten im Frühjahr 2018 die Förderung des E-Sports in den Koalitionsvertrag geschrieben und sogar von der "Schaffung einer olympischen Perspektive" gesprochen. Gleichzeitig hatten die Parteien jedoch auf die Autonomie der Verbände bei der Anerkennung von Sportarten hingewiesen.

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"Fakt ist, das Ausmaß an körperlichem Einsatz ist kein Maßstab ist für die Bezeichnung als E-Sport", so Bär. "Jeder, der die Steuerung beim E-Sport geführt hat, weiß, dass man dafür enorm viel Geschick braucht." Durch die Möglichkeit zusammen zu spielen, entstehe eine Gemeinschaft im virtuellen Raum.

"Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass jeder in Deutschland, der E-Sport betreibt, auch die Wertschätzung erfährt, die ihm gebührt, und nicht von Verbänden, die um Ihre Vormachtstellung fürchten, herabgesetzt wird", sagte die CSU Politikerin.

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Unterstützung von FDP, SPD vorsichtig

Unterstützung erhält Bär von der FDP. "Die Bundesregierung sollte sich von dem DOSB-Gutachten nicht einschüchtern lassen und E-Sport als eigene Sportart anerkennen, wie sie es auch im Koalitionsvertrag festgeschrieben hat", sagte Vizefraktionschef Stephan Thomae dem RND. "Deutschland darf beim Thema E-Sport nicht abgehängt werden. Wir plädieren dafür, einer noch verhältnismäßig jungen Disziplin die gesetzlichen und kulturellen Rahmenbedingungen zu schaffen."

Die SPD ist vorsichtiger. "Mit dem Gutachten scheint mir die Aufnahme des E-Sports in den Strukturen des organisierten Sports in Deutschland für die nahe Zukunft immer unwahrscheinlicher", sagte der sportpolitische Sprecher Detlev Pilger dem RND.

"Wenn anerkannte Sportvereine E-Sport-Abteilungen gründen, um junge Menschen für sich und den dort ausgeübten Disziplinen wie Fußball oder Basketball zu gewinnen, darf auch in Zukunft die Anerkennung als gemeinnütziger Verein nicht in Gefahr geraten", so Pilger. "Diesen Trend möchten wir unterstützen, indem wir diesen Vereinen weiterhin die Anerkennung der Gemeinnützigkeit für ihre sportlichen Tätigkeiten zusichern."

Der DOSB unterscheidet seit dem Herbst vergangenen Jahres beim E-Sport zwischen Sportartensimulationen wie dem Fußballspiel FIFA, die sich eng am eigentlichen Sport orientieren und für Vereine und Verbände Potenzial für deren Weiterentwicklung böten, und den von ihm als eGaming bezeichneten sportfernen Spielen wie Counter Strike, League of Legends oder virtuelle Kartenspiele.

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