• Startseite
  • Politik
  • Digitalisierung und Alter: Ausgrenzung von Senioren per Mausklick

Digitalisierung und Alter: Ausgrenzung per Mausklick

  • Digitalisierung macht für viele das Leben einfacher.
  • Aber für manche ist der Umgang mit Computern alles andere als selbstverständlich, insbesondere für Senioren.
  • Sie dürfen nicht ausgegrenzt werden, kommentiert Daniela Vates.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Klar, Digitalisierung ist eine tolle Sache – so praktisch und so effektiv. Das Bahnticket ist schnell gebucht, die Überweisung mit ein paar Mausklicks erledigt. Wer Eintrittskarten für Konzerte oder fürs Theater will, muss sich nicht mehr an der Kasse anstellen. In Corona-Zeiten ist ein Onlinezugang sogar oft Voraussetzung für einen Schwimmbadslot. Und mit Schnupfen und Husten gibt es beim Arzt gerade oft nur noch einen Termin für eine Videoschalte.

Die lauteste Klage in diesem Zusammenhang ist die, dass alles nicht schnell genug geht und dass Brief, Fax und Schlangestehen nicht schon längst abgeschafft sind.

Glücklicherweise sind sie das nicht. Denn es gibt – den Datenschutz mal außen vor gelassen – noch ein weiteres, gravierendes Problem: Die Digitalisierung birgt die Gefahr der Ausgrenzung, nicht nur, aber insbesondere für Ältere.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Touchscreen erschließt sich nicht jedem

Technische Hürden tun sich da für manche auf, oder finanzielle und psychologische.

Nicht alle haben WLAN, einen Computer oder ein Smartphone. Die einen können es sich nicht leisten, die anderen wissen schlicht nicht, wie man damit umgehen soll.

Es gibt Menschen, für die sich eine Touchpadoberfläche nicht automatisch erschließt, und die deswegen schon an Fahrkartenautomaten scheitern.

Anzeige

Wer sein Leben lang keinen Computer gebraucht hat, benötigt Zeit, um zu verstehen und sich zu merken, wie man durchs Netz surft, wie Fenster zu öffnen und zu schließen sind. Und nicht neben jedem sitzt ein geduldiger Enkel, der Opa oder Oma alles erklärt, und zwar wieder und wieder.

Man muss die Digitalisierung deswegen nicht abblasen. Aber es ist wichtig, sich klar zu machen, dass das Leben nicht für alle einfacher und bequemer wird, wenn sich alles auf Mausklicks verlagert. Und dass das Leben auch offline funktionieren können muss.

RND

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen