Digitalisierung in Schulen: Die Mängel bleiben gigantisch

  • Die Ergebnisse des Schulgipfels im Kanzleramt sind alles andere als ein großer Wurf.
  • Sollten die Schulen wegen der Corona-Pandemie wieder schließen müssen, wäre die Lage nicht entscheidend besser als beim letzten Mal.
  • Das verschärft die Bildungsungerechtigkeit, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Wenn sich die Kanzlerin, die Bundesbildungsministerin, die SPD-Chefin und die Kultusminister der Länder treffen, dann wollen sie zeigen: Das Thema, wie es mit der Bildung auch in Zeiten der Pandemie weitergeht, hat hohe Priorität. Ein solcher Schulgipfel weckt dann aber auch Erwartungen. Hinter denen bleiben die Ergebnisse einmal mehr zurück.

Die Dienstlaptops kommen

Es ist gut, dass die 800.000 Lehrer in Deutschland möglichst zügig ihre versprochenen Dienstlaptops bekommen sollen. Doch ein großer Wurf ist das nicht. Denn weiterhin gilt: Es geht bei der Digitalisierung in unseren Schulen noch immer viel zu langsam voran.

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Seit dem vergangenen Jahr gibt es einen Digitalpakt Schule von Bund und Ländern, mit dem 5 Milliarden Euro für den Start der Schulen ins Internetzeitalter bereitstehen. Nur: Die Regeln dafür, wie das Geld an die Schulen kommt, wurden vor der Corona-Pandemie gemacht.

Zu einem Zeitpunkt also, als man – einmal flapsig ausgedrückt – dachte: “Bei dem Thema haben wir so lange gepennt, jetzt kommt es auf ein paar Monate mehr oder weniger auch nicht an.” Nun fließt das Geld furchtbar langsam ab, obwohl es dringend gebraucht würde.

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RND-Videoschalte: Fehlende Digitalisierung an Schulen – “Armutszeugnis für die deutsche Politik”
5:34 min
Udo Beckmann, Chef des Verbandes Bildung und Erziehung, spricht mit RND-Korrespondent Tobias Peter über den digitalen Nachholbedarf an deutschen Schulen.  © RND

Zugegeben, es ist schwierig, an solchen Dingen im deutschen Bildungsföderalismus schnell etwas zu ändern. Dort reden immer gleich alle Länder mit – und der Bund hat nur sehr eingeschränkte Kompetenzen. Doch das darf in Zeiten der Pandemie nicht als Ausrede gelten. In dieser Situation müssen sich alle schneller bewegen.

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Die traurige Wahrheit ist: Sollten die Schulen wegen zu hoher Corona-Zahlen wieder schließen müssen, wären die Mängel in Sachen digitalem Unterrichten erneut gigantisch. Zu wenig ist auch für die Fortbildung der Lehrer getan worden. Die Leidtragenden sind die Schüler – insbesondere diejenigen, die zu Hause nicht so gut gefördert werden können. Es geht um Bildungs- und Lebenschancen. Dafür ändert sich zu wenig.

RND



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