Diese Friedensnobelpreis-Nominierungen stehen schon fest

  • Bis zum 31. Januar konnten Nominierungen für den Friedensnobelpreis eingereicht werden.
  • Zwar veröffentlicht das Nobelkomitee keine offiziellen Informationen über die Nominierten, erste Namen sind dennoch bereits bekannt.
  • Auf der Liste stehen unter anderem Alexej Nawalny, Greta Thunberg, Stacey Abrams und Donald Trump.
Lilly von Consbruch
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Berlin. Jedes Jahr wird der Friedensnobelpreis an Menschen vergeben, die sich auf besondere Weise für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt eingesetzt haben. Bis zum 31. Januar konnte jedes Mitglied einer Regierung oder eines Parlaments eines souveränen Staates oder eines internationalen Gerichts eine Nennung einreichen. Zudem durften Professoren der Sozialwissenschaften, Geschichte, Philosophie, Theologie und des Rechts sowie Leiter von Friedensforschungsinstituten jemanden vorschlagen.

Zwar gibt das fünfköpfige Nobelkomitee keine Informationen zu den Nominierten heraus, jedoch haben bereits einige der Stimmberechtigten ihre Vorschläge öffentlich gemacht.

Bisher bekannte Nominierungen im Überblick

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Julian Assange

Der Wikileaks-Gründer wurde von dem norwegischen Abgeordneten Snorre Valen nominiert, berichtet das Nachrichtenportal „Newsweek“. Wikileaks hätte einen enormen Beitrag zu mehr Transparenz geleistet, und Assange sei wegen seines Einsatzes gegen Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen für eine Nominierung prädestiniert.

Swetlana Tichanowskaja, Maria Kolesnikowa und Veronika Tsepkalo

Die belarussischen Oppositionellen Swetlana Tichanowskaja, Maria Kolesnikowa und Veronika Tsepkalo haben sich für eine gerechte Wahl in Weißrussland eingesetzt und stehen für friedlichen Widerstand. Deshalb nominierte Geir Sigbjørn Toskedal, ein norwegischer Politiker der Christlich Demokratischen Partei, die drei Frauen für den Preis.

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Die belarussische Oppositionsführerin Tichanowskaja. © Quelle: Raul Mee/Estonian Presidential P

Black Lives Matter

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Die internationale Bewegung setzt sich gegen Polizeigewalt und Rassismus gegen Schwarze und People of Colour ein und ist spätestens nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd weltweit ein Begriff. Die Nominierung wurde von einem norwegischen Abgeordneten eingereicht, wie dieser in der Zeitung „Klassekampen“ bekannt gab.

Stacey Abrams

Die Politikerin soll von dem Abgeordneten Lars Haltbrekken nominiert worden sein. Nachdem sie sieben Jahre als Oppositionsführerin im Repräsentantenhaus von Georgia saß, wollte Stacey Abrams die erste schwarze Gouverneurin des US-Bundesstaates werden. Sie verlor die Wahl, kämpfte jedoch anschließend darum, dass vor allem Schwarze und Geringverdiener bei künftigen Wahlen leichter ihre Stimme abgeben konnten.

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Greta Thunberg, Aminatou Haidar und Alexej Nawalny

Komitee zum Schutz von Journalisten

Zu den Nominierungen für den Friedensnobelpreis gehören immer auch eine Reihe von Journalisten und Organisationen, die sich für die Freiheit der Presse einsetzen. So stehen in diesem Jahr das amerikanische Committee to Protect Journalists, die Hong-Kong-Free-Press-Website, das International Fact-Checking Network und Reporter ohne Grenzen auf der Liste. Auch die frühere „Charlie Hebdo“-Journalistin Zineb el Rhazoui wurde laut Reuters nominiert.

Greta Thunberg

Die schwedische Klimaschutzaktivistin und Mitgründerin der Bewegung Fridays for Future wurde erneut für den Friedensnobelpreis nominiert. Die 18-Jährige gilt als eine der wichtigsten Stimmen im Kampf gegen den Klimawandel, die sich seit mehreren Jahren vor allem für eine an der Wissenschaft orientierte Klimapolitik einsetzt. Im Jahr 2019 hatte sie den Alternativen Nobelpreis erhalten.

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Die Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg. © Quelle: Aaron Chown/PA Wire/dpa

Aminatou Haidar

Die Menschenrechtsaktivistin Aminatou Haidar setzt sich vor allem in der Westsahara für politische Selbstbestimmung ein. Dafür saß sie bereits mehrere Jahre im Gefängnis und wurde 2019 mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt. Nun steht sie auf der Liste für den Friedensnobelpreis.

Alexej Nawalny

Der Kremlkritiker Alexej Nawalny, der bei einem mutmaßlich durch russische Geheimdienstler verübten Giftanschlag beinahe ums Leben kam, wurde laut Reuters von russischen Akademikern für seinen „Einsatz für eine friedliche Demokratisierung Russlands“ für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny. © Quelle: Uncredited/Moscow City Court/dpa

UNHCR

Die UN-Flüchtlingshilfsorganisation setzt sich für geflüchtete Menschen, Asylsuchende und staatenlose Personen ein. Im vergangenen Jahr wurde das Welternährungsprogramm der UN mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Einsatz für gerechte Verteilung des Corona-Impfstoffes soll geehrt werden

Covax

Die Organisation Covid-19 Vaccines Global Access setzt sich dafür ein, dass der Zugang zum Impfstoff gegen das Coronavirus auf der ganzen Welt gleichmäßig gewährleistet wird. Für diese Vorhaben wurde Covax nun für den Friedensnobelpreis nominiert.

Daniel Ellsberg

Der US-Amerikaner veröffentlichte 1971 die „Pentagon Papers“ und machte damit auf rechtswidrige Handlungen des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten und des Weißen Hauses aufmerksam. Ellsberg wurde bereits mehrere Male für den Friedensnobelpreis nominiert, auch dieses Jahr steht er laut „Newsweek“ auf der Liste.

International Scout Movement

Das International Scout Movement ist eine weltweite Pfadfinderorganisation, die jungen Menschen Programme, Veranstaltungen und Projekte anbietet. Dadurch sollen die Jugendlichen laut Aussage der Organisation Teil eines positiven Wandels werden und andere Menschen zum Handeln inspirieren.

Donald Trump

Der frühere US-Präsident Donald Trump ist gleich zweimal für den Friedensnobelpreis nominiert. Laut dem Nachrichtenportal „Newsweek“ wurde er für seinen Einsatz für Frieden im Mittleren Osten und seine „Antikriegshaltung“ nominiert.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump. © Quelle: Evan Vucci/AP/dpa

Barbara Lee

Die US-amerikanische Politikerin war bereits 2005 mit dem Projekt „1000 PeaceWomen“ für den Friedensnobelpreis nominiert. Sie hat als einzige Abgeordnete gegen einen Beschluss gestimmt, der militärische Gewalt als Antwort auf die Terroranschläge am 11. September 2001 legitimierte. Zudem engagiert sie sich im Kampf gegen die Ausbreitung von HIV/Aids.

Trumps Schwiegersohn ebenfalls nominiert

Jared Kushner und Avi Berkowitz

Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und sein Stellvertreter, Avi Berkowitz, sind für ihre Rolle bei der Aushandlung von vier Normalisierungsabkommen zwischen Israel und arabischen Staaten für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden – und zwar von einem befreundeten Anwalt.

Trumps Schwiegersohn und ehemaliger Berater Jared Kushner. © Quelle: imago images/ZUMA Wire

Nato

Auch die North Atlantic Treaty Organization wurde laut Reuters für den Friedensnobelpreis nominiert. Das Bündnis versucht laut eigener Aussage, „mit politischen und militärischen Mitteln die Freiheit und Sicherheit ihrer Mitglieder zu garantieren“.

Internationale Raumstation

Die ISS ist aktuell die einzige Raumstation und wird von 16 Staaten gemeinsam betrieben. Die ISS war bereits 2020 für den Friedensnobelpreis nominiert.

Iustitia

Die polnische Richtervereinigung Iustitia tritt in dem Land für den Erhalt des Rechtsstaates ein. Die norwegische Parlamentsabgeordnete Jette Christensen soll die Nominierung wie folgt begründet haben: „Wenn Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit bedroht sind, ist unser aller Frieden in Gefahr. Die Achtung des Rechtsstaatsprinzips, der Meinungsfreiheit und der Menschenrechte ist das Fundament einer auf Regeln basierenden Demokratie.“ Das berichtet der Richterverband Schleswig-Holstein.

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