Die zweite Chance – wer wird SPD-Kanzlerkandidat?

  • In der Corona-Pandemie haben Inhalte lange die Personalfragen in der Politik verdrängt.
  • Jetzt aber müssen die Parteien langsam entscheiden: Wer wird Kanzlerkandidat?
  • In der SPD spricht vieles für den Mann, der die Urwahl zum Parteichef verloren hat: Olaf Scholz.
Das tägliche Briefing
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

Politik, so glaubte man lange, sei nur dann wirklich interessant, wenn es um Personen geht. Um Macht, Intrigen und Kandidaturen. Dann kam Corona – und die Pandemie hat den Blick auf die Inhalte gelenkt. Entscheidungen der Politik haben unseren Alltag von einem Tag auf den anderen komplett verändert. Politiker mussten Beschlüsse fassen, bei denen es um Leben und Tod ging.

Die Mehrheit der Deutschen fühlte sich in der Hochphase der Pandemie bei der Bundesregierung gut aufgehoben, Personalfragen rückten in den Hintergrund. Doch diese Bundesregierung mit Angela Merkel an der Spitze ist nun einmal nur noch gut ein Jahr im Amt, in der Politik wird sich ganz zwangsläufig jetzt wieder vieles um Personen drehen. Schließlich geht es um nichts Geringeres als die Frage, wer der nächste Kanzler der Bundesrepublik sein könnte oder soll.

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Kostet der Wirecard-Skandal Scholz die Kanzlerkandidatur?

Die Parteien haben durch Corona bei der Kür ihrer besten Leute schon einige Zeit verloren. Geht es nach CSU-Chef Markus Söder, könnte sich die Union mit der Entscheidung über den Kanzlerkandidaten sogar noch bis zum kommenden März Zeit lassen. Ob Söder das ganz ernst meinte, blieb am Sonntag im launigen Sommerinterview allerdings offen. Es sollte aber in jedem Fall ein Ansporn für die Sozialdemokraten sein, ihre Kandidatenfrage zügig zu klären.

Der Tag Die Themen des Tages und besondere Leseempfehlungen: Das Nachrichten-Briefing vom RedaktionsNetzwerk Deutschland. Jeden Morgen um 7 Uhr.

Die SPD hat ein besonderes Problem: Die Männer und Frauen an der Spitze zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie wohl nicht kandidieren wollen. Alles läuft daher im Augenblick auf Olaf Scholz zu – acht Monate nach der Niederlage bei der Urwahl des Parteichefs hat der Vizekanzler der großen Koalition beste Chancen, der nächste Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten zu werden. RND-Hauptstadtkorrespondent Tobias Peter hat mit Berliner Führungsspielern, aber auch mit einfachen Genossen gesprochen und zeichnet einen Weg zur möglichen Scholz-Kandidatur. Über allem schwebt aber noch eine bedrohliche Frage: Rückt der Wirecard-Skandal noch so nah an Finanzminister Scholz heran, dass sich alle Pläne in Luft auflösen?

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Der RND-Newsletter zur US-Wahl

Die USA sind Deutschland beim Wahltermin fast ein Jahr voraus, die Politik in den Vereinigten Staaten ist schon voll im Wahlkampfmodus. Die Konzentration auf das Inhaltliche in der Corona-Pandemie hat es in Washington nie wirklich gegeben, Donald Trump ging es vor allem um eins: um Donald Trump.

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Auch darum unterscheidet sich die Zahl der Corona-Infektionen und die Zahl der Toten zwischen den USA und Deutschland so erheblich. Die aktuelle Entwicklung aber wird allmählich zur Bedrohung für Trump. Wie entwickeln sich Chancen für den Gegenkandidaten Joe Biden? Wie sehen die aktuellen Umfragen in den entscheidenden Staaten aus? Wie verkraftet die US-Wirtschaft die Corona-Krise? Ab heute Mittag liefern wir jeden Dienstag gebündelt Informationen, Hintergründe und Trends im neuen RND-Newsletter zur US-Wahl, die zu einer Schicksalsentscheidung für die ganze Nation wird.

Die Schicksalswahl Der wöchentliche USA-Newsletter mit Hintergründen und Analysen zur Präsidentschaftswahl in den USA.

Den Auftakt macht heute RND-Chefautor Matthias Koch, er schreibt über den neuen Kampf um die Alten. Koch hat seit seiner Studienzeit in Washington einen besonderen Blick auf die USA. Kanzler Helmut Kohl begleitete er zu Bill Clinton ins Weiße Haus, bei Angela Merkel war er in der Delegation beim Besuch von George W. Bush. Donald Trump ist er noch nicht begegnet – und die Zeit dafür könnte auch schon abgelaufen sein.

Hier können Sie den neuen USA-Newsletter abonnieren.

Zitat des Tages

Ja, es ist Sommer, aber es ist ein Sommer zwischen Hoffen und Bangen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnt in einer Videobotschaft vor Leichtsinn und Sorglosigkeit in der Corona-Krise.
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Leseempfehlungen

Für die einen waren es “Covidioten”, mit denen ohnehin nicht mehr zu reden ist. Die anderen fordern, dass der Gesprächsfaden zwischen Politik und Bürgern auf keinen Fall abreißen sollte. Die Großdemonstration gegen die Corona-Regeln mit 20.000 Teilnehmern wird das politische Berlin noch einige Zeit beschäftigten. Weil ohne Masken und Abstand demonstriert wurde, dreht sich vieles um eine Frage: Muss das Demonstrationsrecht im Zweifel eingeschränkt werden? RND-Hauptstadtkorrespondent Tim Szent-Ivanyi wägt in seinem Leitartikel Infektionsschutz und das Grundrecht auf Demonstrationen gegeneinander ab. Sein Fazit: Auch Freiheit hat Grenzen.

Demonstration ohne Abstand: Der Anti-Corona-Protest am vergangenen Samstag auf der Straße des 17. Juni. © Quelle: imago images/Christian Spicker

Schauspielerin Esther Schweins ist Insulanerin aus Überzeugung – sie lebt auf Mallorca. Mit RND-Redakteurin Hannah Scheiwe hat sie am Telefon über ihre neue Rolle in der Serie “Die Kanzlei”, die heute in eine neue Staffel geht, über den Beginn ihrer Karriere in der Comedyszene und ihre Wahlheimat Mallorca gesprochen.

Wenn auch in Maßen – die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Deutschland steigen wieder. Täglich wird über eine potenzielle zweite Welle diskutiert. Wird sie kommen oder nicht? Im Gegensatz zu Deutschland sind andere Länder schon mittendrin. Die RND-Wissenschaftsredaktion liefert einen Überblick.

Die Termine des Tages

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  1. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besucht im Rahmen seiner Griechenland-Reise Lager von Flüchtlingen und Migranten auf Lesbos. Geplant ist ein Besuch in dem überfüllten Camp Moria, wo rund 14.000 Migranten unter menschenunwürdigen Bedingungen ausharren, sowie ein Besuch im Lager Kara Tepe, wo die Zustände besser sind.
  2. US-Präsident Donald Trump will das Gesetz “Great American Outdoors Act” unterzeichnen. Es geht unter anderem um die Bereitstellung von 9,5 Milliarden US-Dollar zur Beseitigung eines Wartungsstaus in amerikanischen Nationalparks.

Der Schnappschuss des Tages

Für ganz Italien ist es ein Symbol der Hoffnung: Dirigent Antonio Pappano dirigiert das Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia am Fuß des Bauwerks der neuen Autobahnbrücke in der italienischen Hafenstadt Genua. Die Morandi-Brücke war vor knapp zwei Jahren, am 14. August 2018, eingestürzt. 43 Menschen starben bei dem Unglück. © Quelle: Piero Cruciatti/LaPresse via ZUM

Jede Stunde neu: Unsere News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

aus dem RND-Newsroom: Jörg Kallmeyer

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
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