Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Die Türkei würde die Folgen einer Eskalation in Syrien als Erste spüren

Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, hat eine Militäroffensive in Nordsyrien angekündigt.

Berlin.Löst eure Probleme doch selbst – dies hat US-Präsident Donald Trump am Montag via Twitter Europäer und Türken wissen lassen. An ihnen sei es, für Sicherheit in ihrer nahöstlichen Nachbarschaft zu sorgen. Selten zuvor war die neue amerikanische Selbstbezogenheit so klar zu erkennen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Trumps Argument ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Er trifft einen wunden Punkt in Europa. Hier scheitert man bisher an dem Anspruch, außenpolitisch stark und geeint aufzutreten. Vielleicht erklärt die Kränkung darüber zumindest einen Teil der vor allem hierzulande lauten, aber wohlfeilen Kritik an den USA: Deutsche Politiker werfen Washington vor, einen Kriegsschauplatz zu verlassen, den die Bundeswehr selbst nicht betreten soll.

Abrupt und planlos

Dennoch ist der US-Abzug falsch – weil er abrupt und unkoordiniert erfolgt. Und weil er Folgen haben könnte, die die Region noch weiter ins Unheil stürzen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die USA lassen der Türkei freie Hand im Norden Syriens. Eigentlich wollte die türkische Regierung mit Schützenhilfe Washingtons dort eine „Sicherheitszone“ einrichten. Bei aller Kraftmeierei weiß Präsident Erdogan um die Grenzen der Möglichkeiten des türkischen Militärs. Die kurdischen YPG-Milizen sind im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ von den USA professionell aufgerüstet worden. Sollte Erdogan wirklich die militärische Konfrontation suchen, wird die Türkei die Folgen als Erste spüren: tote Soldaten, mehr Flüchtlinge, ein Wiederaufflammen des Kurdenkonflikts in der Türkei.

Die Türkei spielt mit dem Feuer

Amerika zieht sich zurück – da ist es höchste Zeit für die EU und die Türkei, nach einer gemeinsamen Strategie für den Nahen und Mittleren Osten zu suchen. Die Europäer sollten dazu anerkennen, dass die Türkei zu den wichtigsten Akteuren in der Region zählt. Und die Türkei muss aufhören, ihre geografisch bedingte Stellung als Tor nach Europa als Druckmittel einzusetzen.

Lesen Sie auch: USA geben der Türkei freie Hand in Syrien – das sind die Auswirkungen

Mehr aus Politik

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.