Die G20-Randalierer waren vor allem Norddeutsche

  • Hamburg veröffentlicht Statistik zu Krawallen beim G20-Gipfel.
  • Die große Mehrheit der Gewalttäter kam aus Deutschland.
  • Nur elf Prozent der Ermittelten reiste aus dem Ausland an.
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Hamburg. Brennende Autos, verletzte Polizisten, verwüstete Straßenzüge: Die Chaostage zum G20-Gipfel vor gut zwei Jahren in Hamburg sind bis heute Thema. Nun kommt heraus: Anders als lange angenommen, kamen die Krawallmacher vor allem aus Norddeutschland selbst.

Von den bis Anfang Juli ermittelten 942 Tatverdächtigen stammten mindestens 61,5 Prozent aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wie aus einer Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der Hamburger AfD-Bürgerschaftsfraktion hervorgeht. Die Polizei ermittelte 802 mutmaßliche Täter aus Deutschland (85 Prozent) und 103 aus dem Ausland (11 Prozent). Zu 37 verdächtigen Personen (4 Prozent) lagen keine Erkenntnisse zum Wohnsitz vor.

Bisher sind 180 Urteile gefällt worden

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Die 436 ermittelten Hamburger machen fast die Hälfte (46 Prozent) aller Tatverdächtigen aus. Die zweitgrößte Gruppe kommt mit 76 aus Schleswig-Holstein, die drittgrößte mit 67 aus Niedersachsen. Unter den ausländischen Tatverdächtigen sind Franzosen (19), Schweizer (18) und Niederländer (15) die größten Gruppen.

Die Staatsanwaltschaft hat bisher mehr als 300 Anklagen erhoben. 180 Urteile sind bereits gesprochen worden. Mindestens 114 Straftäter sind rechtskräftig verurteilt, zwölf Angeklagte wurden freigesprochen. Die Strafen reichen von bloßen Schuldsprüchen bis zu drei Jahren und drei Monaten Haft.

Direkt nach den schweren Ausschreitungen vom 6. bis zum 8. Juli 2017 hatten Politiker und Vertreter der linken Szene in der Hansestadt die Vermutung geäußert, viele der Gewalttäter seien aus dem Ausland nach Hamburg gekommen.

RND/dpa

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