Die EU wird mit Erdogan wieder faule Kompromisse machen

  • Der türkische Präsident will mehr Geld für die Unterbringung von Flüchtlingen in seinem Land.
  • Kritik an seinen schweren außenpolitischen Fehlern will Erdogan aber nicht hören.
  • Das ist schäbig und bringt die EU in ein kaum lösbares Dilemma, kommentiert Damir Fras.
|
Anzeige
Anzeige

Brüssel. Erdogan will alles und alles am besten gleichzeitig. Die Nato soll ihm in Syrien aushelfen. Die EU soll ihm mehr Geld geben, damit er die Flüchtlinge aus Syrien in seinem Land nicht weiter zur Grenze nach Griechenland schickt. Der türkische Präsident sagte am Montagabend in Brüssel: “Wir wollen die Beziehungen zwischen der Türkei und Europa – so Gott will – deutlich stärken.”

Das ist eine gute Idee. Schlecht daran ist, dass Erdogan offenbar immer noch nicht realisiert hat, dass er mit seiner Politik in den vergangenen Jahren erheblich zu dem Krisenknäuel beitragen hat.

Erdogan gibt das Opfer

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Die Türkei hat eine sinnlose Offensive im Norden Syriens begonnen. Es war absehbar, dass sich der syrische Machthaber Assad und sein Schutzpatron Putin das nicht würden bieten lassen. Es war auch absehbar, dass wegen der Kämpfe in Nordsyrien die Zahl der Flüchtlinge nach oben schnellen würde.

Es ist schäbig, dass sich Erdogan dazu – zumindest in der Öffentlichkeit – nicht eingelassen hat, als er am Montag in Brüssel war. Aber auch das war erwartbar. Erdogan will den Eindruck erwecken, als sei sein Land völlig unverschuldet in die prekäre Situation geraten.

Vielleicht glauben das Erdogans Anhänger in der Türkei. Die EU-Führung weiß es besser. Der türkische Präsident hat das Flüchtlingsabkommen mit der EU gebrochen – und fordert jetzt allen Ernstes, dass die EU auf ihn zugehen muss.

Der nächste faule Kompromiss

Anzeige

Auch das ist schäbig, ändert aber leider nichts an der Realität. Die EU wird sich wieder auf einen faulen Deal mit Erdogan einlassen müssen.

Das heißt: Es wird mehr Geld fließen müssen.

Anzeige

Europa hat keine Wahl. Erdogan trägt seine Politik auf dem Rücken unschuldiger Menschen aus. Gibt die EU nicht nach, dann stellt sie sich mit dem Autokraten aus Ankara auf eine Stufe. Das aber darf nicht geschehen.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen