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Die Corona-Krise ist der Stresstest für die Arbeitsmarktintegration

  • Schaffen wir das? Die Integration von Flüchtlingen in Sachen Arbeitsmarkt hat bislang besser funktioniert, als viele gedacht hätten.
  • Doch die Corona-Krise schafft auch in dieser Hinsicht neue Probleme.
  • Die Anstrengungen dürfen jetzt nicht nachlassen, kommentiert Tobias Peter nach dem Integrationsgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
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Berlin. Es ist eine Erfolgsgeschichte. Arbeitsmarktforscher gehen davon aus, dass nach fünf Jahren in Deutschland mittlerweile in der Regel die Hälfte der Flüchtlinge einen Job hat. Damit verläuft die Integration in den Arbeitsmarkt besser als in der Vergangenheit – und das, obwohl wir es vielfach mit Menschen zu tun haben, die ohne Deutschkenntnisse in das Land gekommen sind.

„Wir schaffen das“, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor fünf Jahren gesagt, als innerhalb kürzester Zeit Hunderttausende Menschen nach Deutschland gekommen sind. Auch wenn manch einer das damals befürchtet hat: Weder das Sozialsystem noch der Arbeitsmarkt in Deutschland sind überfordert worden. Die Bilanz aus heutiger Sicht lautet: Deutschland und die Geflüchteten haben in Sachen Integration noch nicht alles geschafft, aber mehr, als viele dachten.

Vom Betrieb in den Fußballverein

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Die Integration in den Arbeitsmarkt ist ein entscheidender Faktor, damit die Integration insgesamt gelingen kann. Umso wichtiger ist es, dass ein Integrationsgipfel mit Merkel nun einen Schwerpunkt auf die Themen Arbeit und Bildung gelegt hat.

Wer einen Job hat, der sorgt nicht nur selbst für seinen Lebensunterhalt. Im Betrieb sind Geflüchtete und andere Migranten in einer Umgebung, in der Deutsch gesprochen wird. Dort lernen sie Kollegen kennen, zu denen vielleicht auch der eine oder andere private Kontakt entsteht. Im Idealfall nimmt im Handwerksbetrieb der deutsche Geselle den neuen Kollegen dann mal mit zum Fußballverein – und die Integration in die lokale Gemeinschaft nimmt Fahrt auf.

Das Beispiel zeigt, wie einfach Integration sein kann. Dennoch gibt es viele Probleme, die nicht leicht zu lösen sind. Für Geflüchtete und andere Migranten scheint es zunächst besonders attraktiv, an Orte zu gehen, wo bereits viele andere aus ihrem Land hingegangen sind. Gerade die Großstädte gewinnen so an zusätzlicher Anziehungskraft.

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In der Realität wird oft auch der Bäckerlehrling auf dem Land gesucht. In kleinen Städten und Dörfern kann die Integration in der Praxis einerseits krachend scheitern, wenn zu viele Menschen sich von dem Projekt überfordert fühlen. Andererseits kann sie auch besonders erfolgreich sein, eben wenn das Ankommen in lokalen Vereinen gelingt.

Der Wert der Ausbildung

Gelungene Integration kann einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel in Deutschland leisten. Die Bundesregierung hat dabei richtig erkannt, dass sie ein Augenmerk darauf richten muss, dass Frauen dabei dieselben Chancen wahrnehmen können wie Männer. Da darf die Politik mit zielgerichteten Angeboten nicht nachlassen.

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Merkel: Corona-Krise trifft Migranten besonders hart
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Oft sind es Menschen mit Migrationshintergrund, die angesichts der Pandemie ihre Arbeit verlieren, betont Bundeskanzlerin Merkel.  © Reuters

Eine praktische Schwierigkeit ist noch immer, dass es oft nicht leicht ist, Geflüchteten den hohen Wert einer dualen Berufsausbildung über mehrere Jahre zu vermitteln, die sie so von zu Hause gar nicht kennen. Bei Lehrbetrieben führt es zu großem Frust, wenn die Auszubildenden nicht durchhalten, weil ein Hilfsarbeiterjob mit dem zunächst höheren Stundenlohn lockt – ganz ohne Prüfungsstress.

Das Leid der Niedriglöhner

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Die Corona-Krise wird nun jedoch zum Stresstest für die gesamte Integration am Arbeitsmarkt. Gerade viele Geflüchtete, aber auch andere Migranten arbeiten als Niedriglöhner in Bereichen wie der Gastronomie, die jetzt besonders stark von Jobverlusten betroffen sind. Dauert die Krise hier noch lange fort, müssen wir überlegen, wie die Zeit für Weiter- oder Neuqualifizierung genutzt werden kann, für deutsche ebenso wie für migrantische Arbeitnehmer. Die Chance zum lebenslangen Lernen muss in der Krise endlich zur Realität für alle werden.

Bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gilt erst recht eindeutig: Jeder Euro, der in Bildung investiert wird, zahlt sich für die Gesellschaft doppelt und dreifach aus. Das gilt insbesondere für die frühkindliche Bildung, aber auch für eine gute Förderung in den Schulen. Die Pisa-Studie hat immer wieder gezeigt, dass Bildungserfolg in Deutschland zu stark daran gekoppelt ist, welche Abschlüsse die eigenen Eltern haben und wie die eigene Familie ökonomisch dasteht.

Gelingt es, daran etwas zu ändern, profitieren davon alle – nicht nur die Kinder von Migranten. Faire Chancen für alle, das ist die Kernidee der sozialen Marktwirtschaft, der großen Erfolgsgeschichte Deutschlands in den vergangenen siebzig Jahren.

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