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Die Basisdemokratische Partei: Wie aus Linken und Grünen Corona-Leugner werden

  • Im Sommer 2020 wurde von Gegnern der Corona-Maßnahmen die „Basisdemokratische Partei Deutschlands“ gegründet.
  • Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ hat mit einer der niedersächsischen Vorsitzenden der Partei gesprochen.
  • Die homöopathische Heilpraktikerin wählte früher grün – wie offenbar viele in der Bewegung der Corona-Leugner.
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Wenn am Sonntag in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz neue Landtage gewählt werden, dann steht mit der „Basisdemokratischen Partei Deutschlands“ (kurz dieBasis) auch eine Gruppierung zur Wahl, die im Sommer aus den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen hervorgegangen ist. Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ hat mit Diana Osterhage, einer der zwei niedersächsischen Landesvorsitzenden der noch jungen Partei, gesprochen und versucht herauszufinden, was die Mitglieder zu ihrer Partei gebracht hat.

Deutschlandweit hat die Gruppierung derzeit rund 7500 Mitglieder. Osterhage sagt: „Wir sind die Mitte.“ Es gebe bei ihnen alles, auch ehemalige Grünen- und CDU- und AfD-Mitglieder. In einer Studie kommt die Uni Basel zu dem Ergebnis, die Bewegung der Corona-Leugner habe „grüne Wurzeln“ und komme „eher von links“, gehe aber „stärker nach rechts“. Viele Mitglieder kämen aus der Mittelschicht und es gäbe einen hohen Akademikeranteil, der früher zu einem deutlichen Prozentsatz die Grünen oder die Linken gewählt habe.

So sagt auch Osterhage, sie habe früher die Grünen gewählt. Die 49-jährige zweifache Mutter hat zwölf Jahre lang als homöopathische Heilpraktikerin gearbeitet. Doch in diesem Jahr, 2021, muss Osterhage als Angehörige eines Heilberufs eine Masernimmunität nachweisen. Und eine Impfung käme für sie nicht infrage, sagt sie. Das und die Sorge, die Regierung könne irgendwann eine Impfpflicht gegen Corona anordnen, führten zu dem Entschluss, sich ein weiteres Mal beruflich neu auszurichten und in die Politik zu gehen.

Auf einer Demonstration gegen die Corona-Politik in Hannover ist auch dieBasis mit einem Infostand vertreten. Eine Rednerin der Demo, die Duderstädter Ärztin Carola Javid-Kistel, behauptet, mit den Corona-Impfungen werde in Deutschland ein „Genozid“ vorbereitet. Osterhage, befragt, wie sie zu solchen Äußerungen steht, distanziert sich – als Privatperson. Als „Basis“-Vorsitzende formuliert sie es diplomatischer: Von Genozid würde sie nicht sprechen.

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