Die armen CSU-Männer und die Frauenquote

  • Nach langer Debatte auf dem Parteitag hat die CSU ihre Pläne für eine Ausweitung der Frauenquote in der Partei eingedampft.
  • Die Argumente der Quotengegner waren die altbekannten, mit denen Pfründe gesichert werden sollen, kommentiert Daniela Vates.
  • Die CSU habe eine Chance verpasst, aber zumindest einen kleinen Fortschritt erzielt.
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München. Um ein Haar ist CSU-Chef Markus Söder an einer Niederlage vorbeigeschrammt. Die Delegierten des CSU-Parteitags waren drauf und dran, ihm die Frauenquote aus der Hand zu schlagen, die nun nicht mehr nur für den Landesvorstand und die Bezirksvorstände, sondern auch für die Kreisvorstände gelten soll.

Vor allem Männer fanden die altbekannten Argumente, warum nicht geändert werden sollte, was ihnen bisher die Posten ganz gut gesichert hat. Frauen könnten ja alles werden in der CSU, wenn sie nur wollten und die Besten seien für einen Job.

Ja, genau: An der Leistungsfähigkeit der Frauen liegt es, dass die CSU (und im Übrigen nicht nur die, in den Führungsetagen vieler Unternehmen gilt das selbe) seit Jahrzehnten männerdominiert ist.

Die armen Jungs sind sozusagen gezwungen, alles unter sich auszukungeln, natürlich streng nach dem Leistungsprinzip. Fauler kann eine Ausrede kaum sein.

Angeführt wurde bei der CSU allen Ernstes auch, dass die gleiche Berücksichtigung von Männern und Frauen die Männer diskriminiere, von denen dann einige ihre Posten räumen müssten.

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Da kommen wir der Wahrheit schon näher: Gleichberechtigung bedeutet auch Verzicht – und zwar bei anderen, als denen, die bisher verzichten mussten.

Die CSU hat sich für einen Kompromiss entschieden, der die Frauenquote für Kreisvorstände empfiehlt - aber nicht vorschreibt.

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Söder hat eine Niederlage vermieden, die CSU hat eine Chance verpasst. Aber einen kleinen Schritt vorwärts ist sie immerhin gegangen. Wobei der Fortschritt auch darin liegen kann, dass die Furcht vor einer Quote so groß ist, dass bei der nächsten Postenvergabe tatsächlich mehr nach fähigen Frauen gesucht wird.