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  • Dialog mit Corona-Kritikern: Kretschmer will Gespräche weiterführen - sein Angebot hat jedoch Grenzen

Kretschmer will mit Corona-Kritikern im Gespräch bleiben

  • Sachsens Ministerpräsident will weiter mit Corona-Kritikern reden.
  • Kretschmer will dabei mit Fakten überzeugen.
  • Sein Dialogangebot hat jedoch Grenzen.
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Dresden. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sein Dialogangebot an Kritiker der Corona-Schutzmaßnahmen bekräftigt. Er wolle in der Kommunikation immer die Hand reichen, sagte Kretschmer am Freitagabend bei einem Online-Forum der Konrad-Adenauer-Stiftung. Es sei grundsätzlich richtig, Gesprächsangebote zu machen. Die Privatsphäre von Politikern zu stören, finde er aber nicht in Ordnung. „Ich weiß, dass es Menschen gibt, die man nicht erreichen kann. Aber es gibt viele, die Fragen haben“, erklärt der Ministerpräsident.

Etwa 30 Menschen hatten am 10. Januar vor dem Privatgrundstück von Kretschmer in Großschönau im Landkreis Görlitz ein Streitgespräch gesucht. Als eine Teilnehmerin ein Halstuch in den Farben der Reichskriegsflagge über ihren Mund zog, hatte der Ministerpräsident das Gespräch abgebrochen.

In den vergangen Tagen wurde Kretschmer auch in sozialen Netzwerken hart angegangen. Auf dem Nachrichtendienst Telegram war der Christdemokrat von Corona-Leugnern öffentlich als „Dreckfresse“ und „Milchreisbubi“ beleidigt worden, berichtet die „Leipziger Volkszeitung“.

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Es sei ihm wichtig, Dinge zu erklären, sagte Kretschmer. Er hoffe, dass er mit Fakten überzeugen könne. Er wisse aber auch, „dass es Menschen gibt, die man nicht erreichen kann“. Das Dialogangebot des Ministerpräsidenten an die ungebeten Gäste am Gartenzaun war von sächsischen Landtagsabgeordneten der Linken, Grünen und der SPD kritisiert worden. An der Onlinediskussion nahmen am Freitagabend laut Stiftung rund 800 Menschen teil.

Kretschmer steckte allerdings auch die Grenzen des Dialogs ab. Bei verfassungsfeindlichen Symbolen und „der unsäglichen Reichskriegsflagge“ sei Schluss, sagte er. Das sei ein Symbol der Rechtsextremen, dies sei auch allgemein bekannt.

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In der Diskussion betonte der CDU-Politiker auch die große psychische Belastung während der Pandemie: „Jeder muss nach dieser Krise auf die Couch. Wir müssen das verarbeiten, ein psychisch extrem anstrengendes Erlebnis, das diese Generation erlebt.“

RND/epd/ka

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