• Startseite
  • Politik
  • Deutschland und andere Staaten für schnelle militärische EU-Eingreiftruppe

Deutschland und andere Staaten für schnelle militärische EU-Eingreiftruppe

  • Bekommt die EU eine schnelle militärische Eingreiftruppe?
  • Deutschland und ein Dutzend andere Staaten sprechen sich dafür aus.
  • Eine solche Einheit könnte in kürzester Zeit in Krisenländer verlegt werden.
Anzeige
Anzeige

Brüssel. Deutschland und rund ein Dutzend andere Staaten haben sich für den Aufbau einer schnellen militärischen Eingreiftruppe der EU ausgesprochen.

Erste Überlegungen sehen vor, eine rund 5000 Soldaten starke Einheit zu schaffen, die innerhalb kurzer Zeit in Krisenländer verlegt werden kann, wie der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Donnerstag nach einem Treffens der EU-Verteidigungsminister bestätigte.

Die schnelle Eingreiftruppe könnte demnach zum Beispiel eingesetzt werden, wenn Regierungen von befreundeten Staaten um Unterstützung im Kampf gegen Terroristengruppen bitten.

Anzeige

Die bereits existierenden, aber bislang noch nie eingesetzten Krisenreaktionskräfte EU werden den Angaben zufolge im Idealfall in die neue Einheit integriert. Sie bestehen aus zwei sogenannten Battlegroups mit im Kern jeweils rund 1500 Soldaten, die wechselnd von unterschiedlichen EU-Staaten zur Verfügung gestellt werden.

Deutschland hatte in den vergangenen drei Quartalen eine der beiden Battlegroups geführt. Die Bundeswehr stellte dafür rund 2500 Soldaten unter anderem der Division Schnelle Kräfte.

Kramp-Karrenbauer warnt vor zu hohen Erwartungen

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer warnte allerdings vor allzu großen Erwartungen an den Vorschlag für die neue Eingreiftruppe. „Die Idee (...) ist eine von gefühlt Tausend Ideen, die im Moment diskutiert werden im Rahmen der Ideensammlung für den strategischen Kompass“, sagte die CDU-Politiker in Brüssel. Der deutsche Fokus liege auf den Battlegroups, die noch „noch nicht genug bestückt“ und „noch nicht handlungsfähig genug“ seien.

In EU-Kreisen wurde zudem darauf hingewiesen, dass das Papier mit dem Vorschlag für die neue Truppe nur von lediglich 14 der 27 EU-Staaten unterzeichnet wurde. Zu denen, die das nicht getan haben, zählen beispielspielsweise Polen und die baltischen Staaten, die in Militär- und Verteidigungsfragen vor allem auf die Nato setzen.

Mit dabei sind hingegen neben dem Initiator Frankreich und Deutschland die Länder Österreich, Belgien Zypern, Tschechien, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Portugal, Slowenien und Spanien.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen